Technik

Space Elevator: Japan testet Technik für einen Weltraumaufzug

von Marten Zabel

Ein Fahrstuhl ins All? Das klingt nach Science Fiction, kann aber Wirklichkeit werden. Japan beginnt jetzt mit den Tests für so einen Weltraumaufzug.

Ein Blick von der Erde auf die Milchstraße.
Nicht nur aus weiter Ferne betrachten: Japan will einen Weltraumaufzug bauen, um schneller ins All zu gelangen. Foto: Unspalsh/Morgan Macia

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie ein japanischer Satellit die Technik für einen Weltraumaufzug im All testet
  • Warum der Bau eines Space Elevators so ein Mega-Projekt wäre
  • Wie viel Geld die japanische Raumfahrt mit dieser Technik sparen könnte

Ein Team der Shizuoka-Universität hat ein Experiment vorbereitet, mit dem die Bewegung eines Weltraumaufzugs im All getestet werden soll: Zwei Mini-Satelliten sollen von einer Rakete ins All gebracht werden. In Vakuum und Schwerelosigkeit soll sich dann ein kleiner, motorisierter Roboter an einem Kabel zwischen diesen beiden Satelliten hin- und herbewegen, über eine Strecke von etwa zehn Metern. Gelingt dies, wäre zumindest eine technische Komponente für einen Weltraumaufzug in ihrer Machbarkeit nachgewiesen.

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Der Weltraumaufzug ist bereits seit dem späten 19. Jahrhundert ein Traum von Wissenschaftlern, Ingenieuren und Futuristen: Der russische Wissenschaftler Konstantin Ziolkowsky war im Jahr 1895 der Erste, der vom Eiffelturm inspiriert darüber nachdachte, ob ein Turm in den erdnahen Weltraum als Reisemöglichkeit ins All funktionieren würde.

Dann wären keine Raketen mehr nötig, sondern lediglich ein Gerät, das den Turm oder das Kabel emporklettern kann, bis es im geostationären Orbit angelangt ist.

Der Space Elevator: Ein Mega-Projekt

Inzwischen ist zumindest mathematisch klar, welche Technik für einen Weltraumaufzug notwendig wäre: Eine Bodenstation am Äquator, eine Raumstation im geostationären Orbit darüber, beides mit einem langen und stabilen Kabel verbunden und auf der Rückseite der Raumstation ein Gegengewicht.

Die Raumstation wäre dann an einem Punkt 35.786 Kilometer über dem Erdboden und das Kabel dementsprechend lang. Wird eine Nutzlast bis dorthin befördert, hat sie bereits einen Großteil des Treibstoffs gespart, der zum Beispiel für einen Flug in den interplanetaren Raum nötig wäre.

Im Vergleich mit nicht-wiederverwendbaren Raketen würden sich die Kosten für Transporte ins All Schätzungen zufolge von 22.000 Dollar pro Kilogramm auf 220 Dollar pro Kilogramm verringern.

Japans Pläne für den Weltraumaufzug

Einige Unternehmen in Japan wollen das bis 2050 Wirklichkeit werden lassen, wenngleich die nötige Technik noch an mehreren Fronten fehlt: Zum einen müsste das Kabel mit seinen mehr als 35.000 Kilometern Länge Materialeigenschaften aufweisen, die derzeit noch nicht existieren.

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Nicht nur leicht und reißfest müsste es sein, sondern auch Winden widerstehen und Mikrometeoriten aushalten. Wie genau sich Fahrzeuge daran bewegen könnten, ist ebenso fraglich wie die Herstellung eines derart langen Objekts und dessen Platzierung am Himmel des Äquators.

Zumindest die Fahrstuhltechnik wollen die Japaner jetzt testen. Ursprünglich sollte die Mission am 11. September 2018 vom Weltraumbahnhof Tanegashima starten, ein Unwetter hat das allerdings verhindert. Einen Ersatztermin für den Raketenstart gibt es noch nicht, er soll aber noch im Jahr 2018 stattfinden.

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