Technik

Japan geht in die Luft: Flugautos kommen in zehn Jahren

von
Paul Bandelin

21 japanische Unternehmen haben beschlossen: Das Flugauto soll endlich abheben. Doch obwohl die Regierung die Pläne unterstützt, sind die Hürden noch groß.

Ein dicht befahrene Kreuzung in Tokio.
Noch rollen die Autos über die Straßen. Doch innerhalb von zehn Jahren will Tokio den Verkehr in die Luft verlagern – mit fliegenden Autos. Foto: Shutterstock / Noob Pixel

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Japan jetzt mit Hochdruck an Flugautos arbeitet
  • Welche Schwierigkeiten es bei fliegenden Autos gibt
  • Wie schlimm der Verkehr in der Metropolregion Tokio ist

Die Regierung von Japan greift nicht nach den Sternen, aber nach dem Himmel: Das Land will in den kommenden zehn Jahren eine führende Rolle im Bereich der Flugautos und Taxidrohnen einnehmen. Zudem sieht Japan die fliegenden Autos offenbar als Allheilmittel gegen die ständigen Verkehrsinfarkte in den großen Metropolen.

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Fliegende Autos sollen:

  • Staus reduzieren
  • den Tourismus ankurbeln
  • im Katastrophenfall den Zugang zu entlegenen Gebieten ermöglichen

Das japanische Handelsministerium hat Ende August 2018 ein aus 21 Unternehmen bestehendes Konsortium zusammengerufen, um in möglichst kurzer Zeit flugfähige Fahrzeuge zu realisieren.

Mit an Bord sind etwa der Fahrdienstvermittler Uber, die Flugzeughersteller Boeing und Airbus, der Elektronikkonzern NEC Corporation und der Kurierdienst Yamato Holdings – quasi alles, was in Sachen Technik und Verkehrsinfrastruktur Rang und Namen hat. Das Ziel der Unternehmung ist die Etablierung von Flugautos in Japan in den nächsten zehn Jahren.

Japan setzt voll auf Flugautos

Auf dem ersten Treffen des Konsortiums wurden die groben Rahmenbedingungen sowie das Ziel des Vorhabens besprochen. Dabei ist schon länger klar, dass es unerlässlich ist, die Sicherheitsstandards für die Fluggeräte detailliert zu definieren – auch, um den Bürgern Ängste zu nehmen.

Die japanische Regierung wird angemessene Unterstützung leisten, um das Konzept des fliegenden Autos zu verwirklichen, ebenso wie die Schaffung akzeptabler Regeln.

Hiroshige Sekō, japanischer Handelsminister, gegenüber "Bloomberg"

Um die Regelungen schnellstmöglich umzusetzen, hat die japanische Regierung dem Bündnis ihre volle Unterstützung zugesichert, denn auch sie ist daran interessiert, dass das Land die Pionierrolle im Bereich der fliegenden Autos einnimmt.

Welchen Führerschein für fliegende Autos?

Die bislang nicht definierten Sicherheitsstandards sind bei fliegenden Autos neben der Technik das größte Hindernis. Bislang ist noch nicht klar, inwiefern der reguläre Flugverkehr von den Neuheiten beeinflusst beziehungsweise beeinträchtigt würde.

Es fehlen Zulassungsvorschriften und klar definierte Regeln, zum Beispiel für diese Bereiche:

Erst wenn diese Fragen beantwortet werden, können die fliegenden Fahrzeuge den Himmel erobern. Während des Entwicklungsprozesses geht es somit auch darum, regulatorische Grauzonen offen zu legen und zu beheben.

Katastrophaler Verkehr in Tokio

Nicht nur in der stetig wachsenden japanischen Metropolregion Tokio-Yokohama kommt es regelmäßig zu Verkehrsinfarkten, auch andere Städte werden diesem Problem nicht Herr.

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Fliegende Autos oder Taxidrohnen könnten in naher Zukunft zumindest für partielle Entlastung sorgen. Ein weiteres infrastrukturelles Problem in den überfüllten Städten wären allerdings die fehlenden Parkmöglichkeiten für die neuartigen Fahrzeuge.

Ein weiterer Pluspunkt der wendigen und flexibel einsetzbaren fliegenden Autos wäre die Nutzung bei Katastrophen. Bei einschneidenden Ereignissen wie beispielsweise Erdbeben werden oft Menschen von der Außenwelt abgeschnitten und können nur schwer mit den nötigen Gütern versorgt werden. Zudem würden sie das Erreichen der vielen abgelegenen Inseln in Japan enorm vereinfachen.

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