Elektromobilität

Island: Erste Elektro-Fähre geht an den Start

von
Paul Bandelin

Island fördert Elektromobilität: 2019 wird eine Elektrofähre in Betrieb genommen, die zwischen Festland und einer vorgelagerten Inselgruppe verkehrt.

Blick über die malerische Landschaft von Island
Grüne Wiesen, hohe Berge, klares Wasser: Island will seine beeindruckende Natur schützen – das soll etwa mit einer Elektrofähre gelingen. Foto: Getty Images/RooM RF

Das erfahren Sie gleich:

  • Welcher Mega-Akku in der Fähre steckt
  • Warum sie diesen schneller als jedes Auto laden kann
  • Wann Island ein Klimaneutraler Staat sein will

Auch im hohen Norden, ein paar Kilometer unterhalb des Polarkreises, spielt Elektromobilität eine große Rolle: Der abgelegene Inselstaat Island nimmt eine Hybrid-Elektrofähre in Betrieb.

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Die sich derzeit noch in einer polnischen Werft im Bau befindliche Fähre soll über eine Reihe integrierter Stromspeicherlösungen verfügen und der rauen See vor der isländischen Küste die Stirn bieten können.

Weniger Treibhausgasemissionen durch elektrische Lösungen

Die 70 Meter lange Elektrofähre soll noch 2019 in See stechen und die seit 1992 verkehrende MF Herjólfur ablösen. Sie wird täglich bis zu zehnmal zwischen dem Hafen Landeyjahöfn im Süden Islands und der rund 13 Kilometer entfernten Inselgruppe Vestmannaeyjar verkehren. Während der 45-minütigen Überfahrt finden neben 75 PKW auch 550 Passagiere an Bord Platz.

Die Technologie der Fähre stammt vom Industriekonzern ABB, der sich mit Elektro-Lösungen befasst. Die Konstruktion ist allerdings von dem aus Norwegen stammenden Unternehmen Polarkonsult. Sie verfügt über ein 3000-kWh-Akkupack und soll permanent im vollelektrischen Modus verkehren. Lademöglichkeiten finden sich an beiden Häfen. Nur für den Fall besonders rauen Wetters, wenn der Verbrauch des Akkustroms die verfügbare Energie übersteigt, soll der dieselelektrische Generator übernehmen.

Sigurdur Gretarsson, Leiter der Marinen Abteilung der Isländischen Straßen- und Küstenverwaltung: „Durch die Wahl der elektrischen Lösungen von ABB kann das Schiff Konstruktionsvorgaben einhalten, die anfänglich in Konflikt zu stehen scheinen. Die Fähre ist für einen sauberen Betrieb und eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen optimiert, während der Strom ausreicht, um in sehr gefährlichen Gewässern sicher zu navigieren.“

3D-Konzept der Elektrofähre
Optisch unterscheidet sich die Hybrid-Elektrofähre kaum von rein dieselbetriebenen Schiffen. Foto: illustration Polarkonsult

Die Ladung der Fähre erfolgt an den ebenso von ABB gelieferten Stationen mit 2500 Kilowatt, was der Energie von rund 50 konventionellen Schnellladestationen entspricht. Eine durchschnittliche Ladung soll gerade einmal 30 Minuten in Anspruch nehmen.

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CO2-Neutralität durch Maßnahmenkatalog

Durch die Ablösung der MF Herjólfur geht Island den nächsten Schritt Richtung kompletter CO2-Neutralität. Derzeit kommen bereits rund 80 Prozent der Energie des Inselstaates aus nicht-fossilen Quellen, angeführt von Wasserkraft und geothermisch gewonnener Energie.

Das Land hat sich auf die Fahnen geschrieben, bis 2040 CO2-neutral zu werden. Dazu wurde 2018 ein 34 Maßnahmen umfassender Katalog herausgegeben, der unter anderem ein Verbot der Neuzulassung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor bis 2030 beinhaltet. Zudem soll die Anschaffung von Elektroautos subventioniert werden.

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