Technik

IROS 2018: Fliegende Drohne verwandelt sich selbständig

von
Paul Bandelin

Faszinierend – und ein bisschen unheimlich: Eine fliegende Drohne aus Japan kann sich in der Luft transformieren und die gerade günstigste Form annehmen.

Eine fliegende Drohne.
Die klassische fliegende Drohne ist meist weniger behände und wendig – das soll sich bald ändern. Foto: Unsplash/Saffu

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie die fliegende Drohne DRAGON aus Japan selbstständig ihre Form verändern kann
  • Wofür diese Transformation überhaupt gut ist
  • Warum Füße einem Roboter zu mehr Energieeffizienz verhelfen

Gemeinhin gelten Roboter als Werkzeug, wenn es darum geht, den Alltag der Menschen zu vereinfachen und sie zu unterstützen. Doch manche können mehr: Einige werden immer menschlicher, andere können selbstständig ihre Form verändern und sich fliegend in alle Richtungen bewegen.

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DRAGON heißt die aus der japanischen Hauptstadt Tokio stammende Roboter-Drohne. Das Akronym steht für “Dual-rotor embedded multilink Robot with the Ability of multi-deGree-of-freedom aerial transformation”. Der Name ist in etwa so mühsam, wie das alles zu übersetzen. Sagen wir: Ein Roboter mit zwei Rotoren, der sich in der Luft auf vielfältige Weise verwandeln kann. Also vielleicht doch lieber nur DRAGON.

Der Drachen wurde am JSK Lab (Jouhou System Kougaku Laboratory) der Uni Tokio entwickelt und ist als eine Mischung aus fliegendem Roboter und Drohne zu betrachten.

Fliegende Drohne kann ihr Äußeres verändern

Von dem modular zusammensetzbaren Fluggerät existiert bislang lediglich ein Prototyp. Dessen vorläufige Technik besteht aus vier miteinander verbundenen Modulen, die auch einzeln flugfähig sind.

DRAGON ist ein Durchbruch: Hardware-Design, das auf eine schöne Art und Weise einen Manipulationsarm mit einem propellerbetriebenen Flugroboter verbindet.

Fan Shi, Mitarbeiter JSK Lab

Der Clou: Die etwa 20 Zentimeter langen und sehr schmal gehaltenen Einheiten sind an beiden Enden mit einem kraftbetriebenen Gelenk ausgestattet – so kann sich der DRAGON während des Fluges transformieren und innerhalb weniger Sekunden eine andere Form annehmen.

Ein kleiner Mantelpropeller, der in jede Richtung Schubkraft entwickeln kann, ist mittig auf der Drohne angebracht. Jedes der kleinen, auch einzeln funktionierenden Fluggeräte wird von einem Intel Euclid sowie einer Batterie angetrieben und kommt auf eine maximale Flugzeit von drei Minuten. In Zukunft soll der DRAGON aber auch komplexe dreidimensionale Formen annehmen können – etwa die einer Spirale.

Vorstellung des Roboters auf der IROS 2018

Auf der International Conference on Intelligent Robots Anfang Oktober 2018 (IROS 2018) soll die neuartige Entwicklung erstmals der Weltöffentlichkeit vorgestellt werden. Die Macher werden anhand unterschiedlicher realer Szenarien darstellen, zu was der fliegende Roboter alles in der Lage ist.

So soll er beispielsweise durch präparierte Löcher in Decken fliegen und dabei selbstständig entscheiden, wie er sich transformiert, um schnellstmöglich die jeweilige Strecke zurückzulegen – die Programmierer geben dabei lediglich die Richtung vor.

Füße sorgen für höhere Energieeffizienz

Das große Ziel der Ingenieure ist es, in naher Zukunft bis zu zwölf der Module zusammenschließen zu können und die derzeit noch relativ kurze Flugzeit deutlich zu erhöhen. So soll die flexible Drohne dann auch in der Lage sein, mit den Enden kleine Gegenstände zu greifen oder sich um Objekte zu schlingen, und diese anschließend zu transportieren.

Unser ultimativer Traum ist es, den fliegenden Humanoiden wie einen unbemannten Iron Man zu erschaffen.

Moju Zhao, Professor Uni Tokio

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Bei der öffentlichen Präsentation auf der IROS 2018 in Madrid sollen zudem weitere Vorzüge und Einsatzmöglichkeiten des DRAGON aufgezeigt werden. Dazu zählen unter anderem Such- und Rettungsszenarien von Mensch und Tieren in Katastrophengebieten oder bei Häuserbränden.

Im nächsten Schritt soll der Flugroboter mit mehreren Füßen versehen werden, damit er sich auf festem Untergrund schnell bewegen kann. Daraus soll eine höhere Energieeffizienz resultieren.

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