Technik

Iris-Scanner und Hoverboard: Diese Technik stammt vom Film

von Leonie Butz

Viele technische Innovation stammen ursprünglich aus Science-Fiction-Filmen. Lesen Sie doch mal, welche Filme zu welchen Erfindungen führten.

Eine Straße in Los Angeles, in deren Verlängerung das Hollywood-Zeichen zu erkennen ist
Technik aus Hollywood: Bei einigen modernen Erfindungen wie dem Iris-Scanner oder dem Hoverboard haben Wissenschaftler bei Filmemachern abgeschaut. Foto: Unsplash/seemoris

Das erfahren Sie gleich:

  • Smartphone oder Iris-Scanner: Technik, die es ohne Filme nicht gäbe
  • Auch Hoverboard und Hoverbike werden jetzt Realität
  • Filme aus Hollywood inspirieren auch zukünftig die Wissenschaft

Der Iris-Scanner ist aus dem Film abgeschaut

Das Smartphone brummt schon den ganzen Tag – wer schreibt denn da ständig? Schnell nachschauen, das Handy mit dem Iris-Scan entsperren und die Nachrichten überfliegen. Ein Treffen am Wochenende? Was sagt denn der Kalender? Und wie soll das Wetter werden? Der Sprachassistent schafft Abhilfe: "Ok, Google …" oder "Hey, Siri!".

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Ohne Hollywood und die Vorbilder hinter der Mattscheibe wäre diese Szene nicht denkbar. Denn sowohl das Smartphone als auch der Iris-Scanner und der sprachgesteuerte Assistent haben Wissenschaftler nur deshalb erfunden, weil sie bei "Star Trek", "Minority Report" oder "Iron Man" abgeschaut haben.

Besonders in der Welt der Science-Fiction-Filme und -Serien greift die Technik oftmals dem voraus, was tatsächlich heute machbar ist, wagt einen Blick in die Zukunft. Einige Entwicklungen – wie bereits gesehen – sind dabei schon längst verwirklicht, an anderen forschen Wissenschaftler noch mit Hochtouren.

Das erste Mobiltelefon – von Star Trek inspiriert

Bei der Entwicklung des Smartphones spielte Hollywood, oder besser "Star Trek", eine entscheidende Rolle. 1970 nahm sich Motorola den Kommunikator als Vorbild für das erste Mobiltelefon. Das Klapphandy erhielt den Namen StarTAC – wenn das nicht von "Star Trek" inspiriert ist?

Aber auch andere technische Entwicklungen sah "Star Trek" voraus, bevor sie auf dem Markt waren. Im Pilotfilm zur Serie erhält Captain Kirk ein Fax. Bis aber das erste Fax-Gerät 1979 in Betrieb genommen wurde, sollten noch 13 Jahre vergehen. Der Kommunikator am Handgelenk, der ebenfalls schon 1966 bei "Star Trek" zu sehen ist, erblickte erstmalig 2003 auf der CES das Licht der Welt – in Form der SPOT-Uhr von Microsoft.

Drei Jahre, bevor Apples Siri 2011 das Licht der Welt erblickte, zeigte der erste "Iron Man"-Film, was ein Sprachassistent so alles kann.

Ebenfalls eine große Inspiration für die Wissenschaft bot der Film "Minority Report". Darin nutzen die Behörden Iris-Scanner, um Menschen zu identifizieren, und eine in die Luft projizierte Bedienoberfläche für den Computer. Der Iris-Scanner ist mittlerweile bereits auf einigen Smartphones angekommen.

Systeme wie das sogenannte G-Speak, ein Multi-Touch-Interface, das den Computerscreen in die Luft projiziert und mit Gesten steuerbar macht, sind hingegen bisher nicht auf dem freien Markt verfügbar.

Bei Steven Spielberg war der Vorgriff auf die Technologie aber weniger prophetisch als bei anderen Filmen. Denn er tauschte sich vor Drehbeginn mit Wissenschaftlern aus, um einen Überblick über den Stand der Technik zu erlangen – hier inspirierte also eher die Wissenschaft Hollywood.

Drei Jahre, bevor Apples Siri 2011 das Licht der Welt erblickte, zeigte der erste Teil der "Iron Man"-Filme, was ein Sprachassistent so alles kann: J.A.R.V.I.S., kurz für "Just A Rather Very Intelligent System" (Nur ein ziemlich sehr intelligentes System).

Neben der Sprachsteuerung ist die von Tony Stark entwickelte künstliche Intelligenz außerdem der Vorläufer des modernen Smart Homes. Im November 2014, also sechs Jahre, nachdem die Filme den Assistenten erstmals in Aktion zeigten, lieferte Amazon seinen ersten Heimassistenten, Amazon Echo, aus. Zwei Jahre später folge Google Home. Wie bei J.A.R.V.I.S. lässt sich heute die smarte Haustechnik per Sprachbefehl steuern.

Hoverboard – das gibt es schon?

Hoverboard – das gibt es schon?
Nicht nur das Hoverboard regt die Fantasie an: Selbstschnürende Schuhe, wie bei "Zurück in die Zukunft", entwickelte Nike mit dem Hyper Adapt. Foto: Nike

"Zurück in die Zukunft" inspirierte viele wissenschaftliche Erfindungen. So stellte Nike 2016 den ersten selbstschnürenden Schuh vor, den Nike Hyper Adapt. Wirklich nützlich mag die Erfindung nicht sein, besonders für Fans der Film-Reihe ist das aber ein absolutes Highlight.

Und auch das Hoverboard, auf dem Marty McFly in Teil zwei durch die Straßen düst, ist ein Traum-Gefährt vieler 80er-Kinder. Kein Wunder also, dass die Versuche, das Hoverboard nachzubauen, sehr zahlreich waren – einige erfolgreicher als andere.

So manches Board hob vom Boden ab und brachte seinen Nutzer sogar ein Stück weit von der Stelle, wie das Arcaboard oder das Hoverboard von Lexus, das auf einer magnetischen Bahn schwebte.

Aber im Endeffekt ist das Hoverboard noch lange nicht markttauglich. Reichweite und Stabilität lassen bei den aktuellen Modellen noch sehr zu wünschen übrig – von der Handhabung völlig abgesehen. Fans der Filme geben ihren Traum vom schwebenden Skateboard aber sicher nicht so schnell auf.

Bisher ist das Hoverbike noch nicht markttauglich, Forscher arbeiten aber bereits an einem massentauglichen Produkt.

Wie Luke Skywalker über Tatooine rasen oder wie ein Sturmtruppler auf dem Speeder Bike jedem Hindernis ausweichen: "Star Wars"-Fans tüfteln bereits seit knapp 40 Jahren an einer Möglichkeit, auf einem schwebenden Motorrad abzuheben.

Mit dem AERO-X soll dieser Traum bald für jedermann wahr werden – zumindest für diejenigen, die sich ein Hoverbike für 63.600 Euro vorbestellen möchten. 2020 will die Produktionsfirma AEROFEX den schwebenden Flitzer ausliefern.

Aber auch für militärische Zwecke scheint das Hoverbike interessant zu sein. Der Waffenkonzern Kalaschnikow präsentierte 2017 seinen Prototypen eines eigenen Bikes in einem Video. Bisher ist das Hoverbike also noch nicht markttauglich, an verschiedensten Stellen arbeiten Forscher aber bereits an einem massentauglichen Produkt.

Technik der Zukunft aus Hollywood

Bei "Inception" dringen die Protagonisten in den Traum einer Person ein, um ihr einen Gedanken als den eigenen einzupflanzen. Eine solche Technik ist zwar bisher nicht erfunden, Wissenschaftler arbeiten aber fieberhaft an der Möglichkeit, Träume zu beeinflussen.

Bereits 2013 nutzten Forscher in Kyoto etwa einen Algorithmus und Hirnscans, um mit einer 60-prozentigen Wahrscheinlichkeit Bilder von Träumen vorherzusagen. In Träume einzudringen, das ist bisher aber noch nicht möglich. Die Forschungen in dieser Richtung lassen aber vermuten, dass Wissenschaftler auch daran arbeiten.

Künstliche Intelligenz ist noch immer Grundlage vieler Diskussionen. Lernende Maschinen gelten durchaus als KI. Viele Forscher sehen aber echte künstliche Intelligenz nur in Maschinen, die ein eigenes Bewusstsein entwickelt haben.

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Filme wie "Her", "A.I – Künstliche Intelligenz" oder "Ex Machina" zeigen solche Maschinen. Von dieser Art der KI ist die Wissenschaft noch weit entfernt. Wunderkind Elon Musk etwa warnt sogar davor, sich zu sehr auf künstliche Intelligenz zu stürzen, da sie den Menschen gefährlich werden könnte.

Trotzdem ist die Forschung in diesem Gebiet weiterhin sehr ausgeprägt – und in Zukunft ist "echte" künstliche Intelligenz durchaus denkbar.

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