Abonnieren Sie kostenlos unsere Updates zum Thema Technik

Anmelden

Technik

iOS 12: Google Maps und Co. endlich mit Apple CarPlay nutzen

von Alexander Cohrs

iOS 12 ist da! Mit dem neuen Betriebssystem fürs iPhone funktioniert Apple CarPlay endlich auch mit Google Maps und Routenplanern von Fremdanbietern.

Nahaufnahme eines Smartphones im Auto mit Apple-CarPlay
Über Apple CarPlay können iOS-Apps komfortabel im Auto genutzt werden – seit iOS 12 auch Apps von Drittanbietern. Foto: Shutterstock / parlanteste

Das erfahren Sie gleich:

  • Mit welchen Geräten iOS 12 funktioniert und wie Sie es installieren
  • Welche Verbesserungen iOS 12 für Autofahrer bietet
  • Was Apple CarPlay ist und wie es ins Auto kommt

Apple hatte die Keynote am 12. September nicht nur für die Vorstellung neuer Hardware genutzt. Auch die nächste Version des Apple-Betriebssystems für iOS-Geräte kam zur Sprache. Inzwischen ist iOS 12 für viele iPhones und iPads in der finalen Version verfügbar – und auch CarPlay unterstützt bereits die ersten Navigationsapps von Drittherstellern wie Waze.

Lesen Sie auch

Ladestation

aio-Empfehlung

Unter Strom! Mobilität wird elektrisch

iOS 12 ist da – auf diesen Geräten läuft es

Seit dem 17. September können sich Nutzer von iPhones und iPads das Update kostenlos über die Systemeinstellungen ihrer Geräte herunterladen. iOS 12 ist mit allen Apple-Smartphones und -Tablets kompatibel, die seit 2013 erhältlich sind:

  • iPhone 5s und neuer
  • alle iPad-Air-und iPad-Pro-Modelle
  • iPad 5. Generation
  • iPad 6. Generation
  • iPad mini 2 und neuer
  • iPod touch 6. Generation

Auch bei der neuen iPhone-Generation, dem iPhone XS, XS Max und dem iPhone XR, ist iOS 12 ab Werk installiert. Das XS-Duo erscheint am 21. September, das iPhone XR am 26. Oktober.

So lässt sich iOS 12 installieren

Um das Update auf die neueste Version des Betriebssystems vorzunehmen, reicht es, die Einstellungen auf dem iPhone oder iPad aufzurufen und dort unter "Allgemein" auf die Option "Software-Update" zu tippen. Ein kleiner roter Kreis mit einer "1" darin weist auf das verfügbare Update hin. Nach einem Klick auf "Installieren" lädt das iOS-Gerät die notwendigen Daten runter und installiert diese anschließend automatisch.

Wichtig: Der Akku sollte zu mindestens 50 Prozent geladen sein oder idealerweise parallel zum Download am Netzteil hängen.

Die wichtigste Funktion für Autofahrer: CarPlay

Schnellere Bedienung, Facetime für Gruppen mit zu 32 Teilnehmern, mehr Datenschutz und Sicherheit: Die Features des neuen Apple-Betriebssystems iOS 12 hatten bereits die Worldwide Developers Conference 2018 geprägt.

Doch was in der Berichterstattung über die WWDC ein bisschen unterging, ist die größte Erleichterung für Autofahrer: Apple CarPlay unterstützt endlich auch Navigations-Apps von Drittherstellern bzw. Fremdanbietern – zum Beispiel Google Maps oder Waze.

"CarPlay fügt Unterstützung für Navigationsanwendungen von Drittanbietern hinzu, die direkt auf dem Armaturenbrett des Fahrzeugs angezeigt werden", so vermeldet Apple die technische Neuerung selbst relativ nüchtern.

Google Maps unterstützt CarPlay als erstes

Für viele Autofahrer, die ihr iPhone im Fahrzeug über Apple CarPlay nutzen, dürfte es eine wichtige Nachricht sein. Bisher konnten sie als Routenplaner über CarPlay nämlich nur Apple Karten verwenden – obwohl andere Routenplaner-Apps wie Google Maps, Here WeGo oder Waze deutlich beliebter sind und teilweise mehr Funktionen bieten (wie zum Beispiel die Stau- oder andere Verkehrsmeldungen aus der Community bei Waze).

Zwei Tage nach Erscheinen von iOS 12 lieferte Google die angekündigte CarPlay-Unterstützung für Google Maps.

Wie der GoogleWatchBlog berichtet, stehen die Karten von Google Maps auch über CarPlay im Vollbild zur Verfügung, während die wenigen Elemente und Funktionen schwebend darüber liegen. Google verlasse sich zudem auch bei der Navigation im Auto weiterhin auf sein eigenes Kartenmaterial und die eingekauften Satellitenaufnahmen.

Die Sprachsteuerung per Siri unterstütze Google Maps im Zusammenspiel mit Apple CarPlay zwar nicht, bringe dafür aber eine eigene Spracherkennung mit. Diese müsse allerdings über einen Taste zunächst gestartet werden.

Nach einer kurzen Testphase ist Googles hauseigene Alternative Waze ab sofort ebenfalls in CarPlay verfügbar. Zur Nutzung bedarf es neben iOS 12 mindestens die App-Version 4.43.4. Nach dem Update erscheint Waze automatisch auf dem Display, sobald das Apple-Gerät mit dem Fahrzeug verbunden ist. Das Navigationssystem ist kostenlos als Download im App Store erhältlich.

Nicht alle Navi-Anbieter haben ihre Unterstützung zugesagt

Auch der niederländische Spezialist für Navigationssysteme TomTom hat bestätigt, Apple CarPlay zukünftig unterstützen zu wollen, allerdings erst 2019 und ebenfalls noch ohne konkretes Datum. Im offiziellen Forum heißt es:

"Bei TomTom sind wir davon begeistert, daß Apple CarPlay uns unterstützen wird und wir arbeiten daran, CarPlay-Nutzern Anfang nächsten Jahres zur Verfügung zu stehen."

Außen vor bleibt hingegen die Navigationssoftware von Navigon, da der Dienst Mitte Mai eingestellt worden ist. Eine Unterstützung mit CarPlay wird es folglich nicht geben.

Auch bei Here Technologies, dem Anbieter von Here WeGo, zeigt man sich abwartend. Auf die Frage eines Nutzers bei Twitter heißt es in der Antwort, dass man zwar über eine CarPlay-Integration nachdenke, die Here-WeGo-App aber ausschließlich für die Nutzung mit dem Smartphone bestimmt sei.

Erste Alternative: Sygic GPS-Navigation

Als erster externer Anbieter hatte der slowakische Softwarehersteller Sygic angekündigt, seine Navigationsapp über Apple CarPlay ins Auto zu bringen. Wie "Heise Online" berichtet, wird die App "Sygic GPS-Navigation und Karten" bereits kurz nach Start von iOS 12 mit CarPlay funktionieren. Auf Nachfrage von aio bestätigte Sygic, dass lediglich noch die Freigabe von Apple ausstehe.

Gegenüber Apple Maps hat die Sygic-App den Vorteil, dass die Nutzer das Kartenmaterial auch herunterladen und danach offline verwenden können.

Das ist Apple CarPlay

Apple CarPlay ist, wie der Konkurrent Android Auto für Android-Geräte, die Schnittstelle zwischen Telefon oder Tablet zum Auto. Das iOS-Gerät kann hier entweder über Lightning-Kabel oder – bei Apples Wireless CarPlay – auch drahtlos mit dem Infotainment-System des Autos verbunden werden.

Der Vorteil: Autofahrer können die anwenderfreundlichen Apps des iPhone oder iPad auch im Auto verwenden. Und zwar nicht, indem sie während der Fahrt auf dem Smartphone herumtippen, sondern mit den großen und im Blickfeld angebrachten Bildschirmen der Fahrzeuge und auch über deren Bedienelemente.

Während Apple zuvor schon andere Fremdanwendungen wie WhatsApp für Apple CarPlay zugelassen hatte, waren die Kalifornier bei Routenplanern bis einschließlich iOS 11 restriktiver.

Gerade während der Fahrt erscheint es aber sinnvoll, dass die Autofahrer ihre vertrauten Apps wie Google Maps oder Waze zur Navigation nutzen und nicht im Verkehr durch die ungewohnte Bedienung von Apple Maps abgelenkt werden. Ein weiterer Vorteil von iOS 12 ist deshalb auch die insgesamt bessere Performance der Apps und kürzere Startzeiten unter Apple CarPlay.

Über Apple CarPlay kommt übrigens auch Apples Sprachassistentin Siri ins Auto. Auch hier gibt es mit iOS 12 eine wichtige Verbesserung: Bisher konnte Siri nur mit wenigen Apps interagieren. Über die neue Funktion "Siri Shortcuts" haben Fremd-Entwickler seit iOS 12 wesentlich mehr Möglichkeiten der Siri-Integration.

So kommt Apple CarPlay ins Auto

Apple CarPlay kommt in vielen Neuwagen entweder direkt ab Werk, kann über nachrüstbare Infotainment-Systeme aber auch nachträglich ins Auto geholt werden – entsprechende Media-Receiver wie beispielsweise das Sony XAV-AX100 kosten um die 260 Euro. Auch Wireless CarPlay kann inzwischen nachgerüstet werden – Pioneer bietet hier zum Beispiel das Einstiegsmodell AVIC-Z610BT für 799 Euro an.

Updates

Bleiben Sie zum Thema Technik immer informiert.

Fazit: Apple macht es Autofahrern leichter

Gut, dass Apple über seinen Schatten gesprungen ist. Es ist zwar verständlich, dass die Kalifornier ihren eigenen Routenplaner Apple Karten pushen wollen, doch mit der Öffnung von CarPlay für andere Navigations-Anbieter wie Google Maps oder Waze stellt Apple den Nutzen für die Anwender vor die eigenen Interessen.

Damit sind Apple-Nutzer endlich nicht mehr zwingend darauf angewiesen, sich von Apples Kartendienst lotsen zu lassen, wenn sich unterwegs die Frage stellt: “Siri, wo ist die nächste Ladestation für Elektroautos?”

aio PLUS — diese Auszeichnung tragen nur unsere Premium-Artikel. Ausgewählt von der Redaktion. Und kostenlos für Sie.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen