Technik

iOS 12: Google Maps und Co. endlich mit Apple CarPlay nutzen

von Alexander Cohrs

Auf der Entwicklerkonferenz WWDC kam heraus: Apple CarPlay funktioniert künftig auch mit Google Maps und anderen Routenplanern von Fremdanbietern.

Nahaufnahme eines Smartphones im Auto mit Apple-CarPlay
Über Apple CarPlay können iOS-Apps komfortabel im Auto genutzt werden. Foto: Shutterstock / parlanteste

Das erfahren Sie gleich:

  • Welche Verbesserungen das kommende iOS 12 für Autofahrer bietet
  • Was Apple CarPlay ist und wie es ins Auto kommt
  • Mit welchen Geräten iOS 12 funktioniert

Schnellere Bedienung, Facetime für Gruppen mit zu 32 Teilnehmern, mehr Datenschutz und Sicherheit: Die Features des neuen Apple-Betriebssystems iOS 12 haben die Worldwide Developers Conference 2018 geprägt.

Doch was in der Berichterstattung über die WWDC ein bisschen unterging, ist die größte Erleichterung für Autofahrer: Apple CarPlay wird endlich auch Navigations-Apps von Drittherstellern bzw. Fremdanbietern unterstützen – zum Beispiel Google Maps oder Waze.

"CarPlay fügt Unterstützung für Navigationsanwendungen von Drittanbietern hinzu, die direkt auf dem Armaturenbrett des Fahrzeugs angezeigt werden", so vermeldet Apple die technische Neuerung selbst relativ nüchtern.

Für viele Autofahrer, die ihr iPhone im Fahrzeug über Apple CarPlay nutzen, dürfte es hingegen eine wichtige Nachricht sein. Bisher konnten sie als Routenplaner über CarPlay nämlich nur Apple Karten verwenden – obwohl andere Routenplaner-Apps wie Google Maps, Here WeGo oder Waze deutlich beliebter sind und teilweise mehr Funktionen bieten (wie zum Beispiel die Stau- oder andere Verkehrsmeldungen aus der Community bei Waze).

Die Navigationssoftware von Navigon bleibt hingegen außen vor, da der Dienst Mitte Mai eingestellt worden ist. Eine Unterstützung mit CarPlay wird es folglich nicht geben. Auch noch nicht bestätigt ist, ob der niederländische Spezialist für Navigationssysteme TomTom von Apples Angebot Gebrauch machen wird, um seinen Service via CarPlay anzubieten.

Erste Alternative: Sygic GPS-Navigation

Als erster externer Anbieter hat der slowakische Softwarehersteller Sygic angekündigt, seine Navigationsapp über Apple Carplay ins Auto zu bringen. Wie "Heise Online" berichtet, soll die App "Sygic GPS-Navigation und Karten" sofort über Carplay funktionieren, sobald iOS 12 im Herbst erscheint.

Gegenüber Apple Maps hat die Sygic-App den Vorteil, dass die Nutzer das Kartenmaterial auch herunterladen und danach offline verwenden können.

Das ist Apple CarPlay

Apple CarPlay ist, wie der Konkurrent Android Auto für Android-Geräte, die Schnittstelle zwischen Telefon oder Tablet zum Auto. Das iOS-Gerät kann hier entweder über Lightning-Kabel oder – bei Apples Wireless CarPlay – auch drahtlos mit dem Infotainment-System des Autos verbunden werden.

Der Vorteil: Autofahrer können die anwenderfreundlichen Apps des iPhone oder iPad auch im Auto verwenden. Und zwar nicht, indem sie während der Fahrt auf dem Smartphone herumtippen, sondern mit den großen und im Blickfeld angebrachten Bildschirmen der Fahrzeuge und auch über deren Bedienelemente.

Während Apple zuvor schon andere Fremdanwendungen wie WhatsApp für Apple CarPlay zugelassen hat, waren die Kalifornier bei Routenplanern bisher restriktiver.

Gerade während der Fahrt erscheint es aber sinnvoll, dass die Autofahrer ihre vertrauten Apps wie Google Maps oder Waze zur Navigation nutzen und nicht im Verkehr durch die ungewohnte Bedienung von Apple Maps abgelenkt werden.

Über Apple CarPlay kommt übrigens auch Apples Sprachassistentin Siri ins Auto. Auch hier gibt es mit iOS 12 eine wichtige Verbesserung: Bisher konnte Siri nur mit wenigen Apps interagieren. Über die neue Funktion "Siri Shortcuts" sollen Fremd-Entwickler ab iOS 12 mehr Möglichkeiten der Siri-Integration haben.

So kommt Apple CarPlay ins Auto

Apple CarPlay kommt in vielen Neuwagen entweder direkt ab Werk, kann über nachrüstbare Infotainment-Systeme aber auch nachträglich ins Auto geholt werden – entsprechende Media-Receiver wie beispielsweise das Sony XAV-AX100 kosten um die 260 Euro. Auch Wireless CarPlay kann inzwischen nachgerüstet werden – Pioneer bietet hier zum Beispiel das Einstiegsmodell AVIC-Z610BT für 799 Euro an.

Auf diesen Geräten läuft iOS 12

Entwickler können sich bereits eine Vorschau-Version von iOS 12 herunterladen, das öffentliche Beta-Programm läuft seit Juni 2018. Ende Juli erschien die Public Beta bereits in der vierten Iteration und bringt vor allem kleinere Korrekturen im Hintergrund mit sich. Für die Teilnahme an der Public Beta kann sich jeder interessierte iPhone-Nutzer anmelden, anders als an der Entwickler-Version.

Allerdings gilt zu beachten, dass es bei der Nutzung der Beta zu Problemen kommen kann, die erst mit der finalen Veröffentlichung von iOS 12 im Herbst ausgemerzt werden.

So berichtet etwa Gadgethacks, dass es während der Nutzung von CarPlay passieren kann, dass Siri auf Zuruf keine Apps mehr öffnet – und somit eine vor allem im Straßenverkehr zentrale Bedienelemente von CarPlay teilweise nur eingeschränkt funktioniert.

Für normale Kunden kommt iOS 12 im Herbst als kostenloses Update, parallel zur Vorstellung der neuen Generation iPhones.

iOS 12 funktioniert mit folgenden Geräten:

Lesen Sie auch

Ladestation

aio-Empfehlung

Unter Strom! Mobilität wird elektrisch

  • iPhone 5s und neuer
  • alle iPad-Air-und iPad-Pro-Modelle
  • iPad 5. Generation
  • iPad 6. Generation
  • iPad mini 2 und neuer
  • iPod touch 6. Generation

Fazit: Apple macht es Autofahrern leichter

Gut, dass Apple über seinen Schatten gesprungen ist. Es war zwar verständlich, dass die Kalifornier ihren eigenen Routenplaner Apple Karten pushen wollten, doch mit der Öffnung von CarPlay für andere Navigations-Anbieter wie Google Maps oder Waze stellt Apple den Usernutzen vor die eigenen Interessen.

Ab Herbst sind Apple-Nutzer dann nicht mehr zwingend darauf angewiesen, sich von Apples Kartendienst lotsen zu lassen, wenn sich unterwegs die Frage stellt: “Siri, wo ist die nächste Ladestation für Elektroautos?”

Updates

Bleiben Sie zum Thema Technik immer informiert.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen