Elektromobilität

Intermodaler Verkehr: Straße, Schiene, Wasser und Luft in Kombination

von
Thomas Pitscheneder

Intermodalen Verkehr nutzen heute bereits viele Menschen. Doch kaum jemand kennt den Begriff, der bereits seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle spielt.

Blick vom U-Bahnhof auf die Hamburger Landungsbrücken.
Intermodaler Verkehr: Verschiedene Verkehrsmittel greifen ineinander – wie hier an den Hamburger Landungsbrücken. Foto: Shutterstock / martindeja

Das erfahren Sie gleich:

  • Was intermodaler Verkehr bedeutet und wo sein Ursprung liegt
  • Wie kombinierter Verkehr das Reisen verändert hat
  • Welchen Unterschied es zwischen Intermodalität und Multimodalität gibt

Im Verkehr gibt es an vielen Stellen eine deutliche Abgrenzung. Das hilft bei der Planung im Städtebau und ermöglicht detaillierte Statistiken. So gibt es etwa den öffentlichen Verkehr, den Individualverkehr, den Durchgangsverkehr und vieles mehr. Für die Nutzer wichtiger ist die Unterteilung in einzelne Verkehrssysteme: Straßenverkehr, Schienenverkehr, Schiffsverkehr und Luftverkehr. Dort verkehren Verkehrsmittel wie Flugzeuge, Schiffe, Lkw und Pkw.

Vollelektrischer Fahrspaß

Jetzt für Audi e-tron News registrieren

Jetzt kostenlos anmelden

audi.de/DAT-Hinweis

Eine strikte Trennung ist zwischen ihnen und den jeweiligen Unterkategorien kaum noch möglich. Beim modernen Reisen und in der Logistik kommt es zunehmen zu einer Vermischung. Dieser kombinierte Verkehr taucht oft als "Intermodaler Verkehr" auf. Doch was steckt eigentlich hinter dieser Bezeichnung?

Kombinierter Verkehr: Die Idee kommt aus der Logistik

Der Begriff der Intermodalität hat seinen Ursprung im Güterverkehr. Erstmals kam er in den 1960er Jahren in den USA auf. Zu dieser Zeit gab es erste standardisierte Container für den Transport von Waren. Diese ließen sich auf Schiffe, Lkw und Bahnen verladen. Das eröffnete der Logistik des Landes völlig neue Möglichkeiten. Große Lieferungen kamen so in einem Stück von A nach B.

Intermodal ist ein Transport also, wenn eine Ware als gesamte Lieferung mindestens zwei verschiedene Verkehrssysteme nutzt. Heute ist das ganz normal. Der Hersteller verpackt Waren und belädt damit einen Container. Ein Lkw bringt den zum Hafen, wo ein Containerschiff wartet. Das fährt die Produkte zum Bestimmungsort, wo wiederum ein Lkw wartet und den Container auf dem Land transportiert. Der Umschlag erfolgt meist an Terminals. Solche Transportketten spielen heute eine wichtige Rolle.

Intermodal ist heute auch der Personenverkehr

Doch nicht nur in der globalen Logistik ist der Begriff Intermodal anzutreffen, auch in Verbindung mit dem persönlichen Transport taucht diese Art des kombinierten Verkehrs immer häufiger auf. Das liegt an der modernen Art der Fortbewegung, die in erster Linie in großen Städten zu erkennen ist. Menschen nutzen nicht mehr ein, sondern gleich mehrere Transportmittel am Tag – also den kombinierten Verkehr

Besonders häufig ist die Kombination aus Schiene und Straße. Viele Menschen fahren etwa mit dem Fahrrad zur nahegelegenen Bahnstation, steigen dort in den Zug und legen die letzten Meter zum Ziel dann mit dem Bus zurück. Auch die bald erlaubten E-Scooter dürften den intermodalen Verkehr weiter stärken. Sie lassen sich etwa im Kofferraum des Autos verstauen. Nutzer können sich also entspannt einen Parkplatz suchen. Der muss nicht nahe am Ziel sein, denn die Distanz lässt sich per Scooter überbrücken.

Auch Carsharing-Dienste trugen zu dieser Veränderung bei. Immer öfter Fahren Nutzer damit etwa zum Flughafen. Das Parken gelingt kostenlos in der Nähe des Terminals. Die Überbrückung der langen Reisestrecke erfolgt durch die Luft. Vor Ort sind dann wieder Bus, Bahn und Carsharing die Verkehrsmittel der Wahl. Das Angebot an Fahrzeugen übersteigt heute also das klassische System "Schiene-Straße".

Dem sind sich auch viele Verkehrsträger bewusst, weshalb sie Dienstleistungen oft miteinander verbinden. Die Bahn hat etwa ihren eigenen Carsharing-Dienst "Flinkster" und MyTaxi plant den Verleih von E-Scootern.

Unterschied: Intermodaler und multimodaler Verkehr

Die Vorstufe zum kombinierten Verkehr der Intermodalität ist ein multimodaler. Die Multimodalität beschreibt die Nutzung wechselnder Verkehrsmittel. In der Logistik würde das bedeuten, dass ein Unternehmen für den Transport der Waren täglich zwischen Schiff, Güterzug und Lkw wechselt – je nach Bedarf.

Beim persönlichen Transport kommt diese Art der Fortbewegung jedoch öfter zum Tragen. So fährt eine Person beispielsweise zwei Tage in der Woche mit dem Auto in die Arbeit. Einen Tag nutzt sie dafür das Fahrrad, an zwei weiteren Tagen fährt sie mit der Bahn. So lässt sich die Nutzung des multimodalen Verkehrs gut verstehen. Ein wirklich kombinierter Verkehr ist das allerdings nicht.

Updates

Bleiben Sie zum Thema Elektromobilität immer informiert.

Auswirkung des kombinierten Verkehrs auf die Umwelt

Intermodaler Verkehr und Multimodaler Verkehr können einen positiven Einfluss auf die Umwelt haben. Wer etwa nicht immer nur mit dem Auto fährt, sondern auch das Fahrrad nutzt, verringert den Schadstoffausstoß deutlich. Deshalb ist bereits die Multimodalität ein grüneres Mittel der Fortbewegung.

Beim kombinierten Verkehr liegt der Fokus hingegen noch stärker auf der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Bahnen – und mancherorts auch Busse – sind mit elektrischen Antrieben unterwegs. Außerdem transportieren die Verkehrsträger große Massen von Menschen mit nur einer Fahrt. Beides kann zu einer Verbesserung der Schadstoffbilanz von Großstädten führen. Intermodal muss aber natürlich nicht zwingend für nachhaltiges Reisen sprechen. Wer etwa mit einem Verbrenner zum Flughafen fährt und dann in einen Langstreckenflieger steigt, ist zwar total intermodal unterwegs – aber nicht besonders umweltfreundlich.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen