Elektromobilität

Intel und Mobileye: Jerusalem fordert selbstfahrende Autos heraus

von Marten Zabel

Mobileye baut Sensoren für selbstfahrende Autos und testet diese direkt vor der eigenen Haustür: Der Verkehr von Jerusalem ist berüchtigt und chaotisch.

Eine Luftaufnahme von Jerusalem.
Jerusalem ist eine Stadt zwischen Moderne und Antike. Foto: Shutterstock / Naeblys

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie selbstfahrende Autos sich auch in chaotischen Situationen zurechtfinden sollen
  • Warum Intel mit seinem Partner Mobileye in Jerusalem auf Testfahrten gehen will
  • Wie die Unternehmen eine Milliarde Stunden unfallfrei fahren wollen

Selbstfahrende Autos erobern Jerusalem

Intel und sein Tochterunternehmen Mobileye wollen selbstfahrende Autos für den Markt in Europa fit machen. Dazu gehen sie direkt vor die eigene Haustür und schicken Testfahrzeuge in den aggressiven Verkehr Jerusalems. Die Fahrer dort sind laut CEO Amnon Shashua nicht zu unterschätzen.

Das Ziel: Ein Fahrzeug so zu bauen, dass es nicht nur autonom fährt, sondern dies auch noch praktisch unfallfrei schafft. Und zwar für eine sehr lange Zeit. So soll die Elektromobilität – und ganz besonders das autonome Fahren – einen Aufschwung erleben.

Die Computer der meisten autonomen Fahrzeuge üben das Fahren derzeit unter relativ einfachen Bedingungen. Trockene, stets sonnige Wüstenstädte in den USA, mit breiten Straßen und klar gekennzeichneten Fußgängerüberwegen dienen als Testgelände. In Kalifornien etwa dürfen autonome Autos zwar auch für Tests auf die Straße, mit dem Verkehr in vielen anderen Teilen der Welt hat das aber nicht viel zu tun. Zumindest, was die anderen Verkehrsteilnehmer angeht, hat die Intel-Tochter Mobileye in Jerusalem härtere Voraussetzungen.

Mobileye und Intel schaffen ein Gesamtpaket

In Jerusalem muss ein Computer, genau wie ein menschlicher Fahrer, ständig schnelle Entscheidungen treffen und notfalls improvisieren. Plötzlich die Straße überquerende Fußgänger, Autofahrer, die den Weg abschneiden und Zweiräder, die sich durch den Verkehr fädeln sind da nur einige Beispiele.

Die dafür notwendigen Sensoren in Form von Radar- und Lidarsystemen entwickelt Mobileye schon länger. Gemeinsam mit Intel, das im vergangenen Jahr das Unternehmen aufgekauft hat, soll die Sache jetzt zu einem Gesamtpaket weiterentwickelt werden, das menschliche Fahrer in puncto Reaktionsfähigkeit und Sicherheit übertrifft. Denn bisher sind viele Menschen dem autonomen Auto gegenüber noch recht skeptisch.

Menschen auf einer Kreuzung in Jerusalem.
Jerusalem hat rund 882.000 Einwohner und recht chaotische Straßenverhältnisse. Foto: Shutterstock / Daniel Reiner

Eine Milliarde Stunden unfallfrei?

Mobileye und Intel haben sich ein hohes Ziel gesetzt. Eine Milliarde Stunden sollen zwischen zwei tödlichen Unfällen mit ihrem System liegen. Das wäre dann die durchschnittliche Zeit, die eines ihrer Fahrzeuge auf der Straße verbringt, bevor ein Sensorfehler den Tod eines Verkehrsteilnehmers verursacht.

Ganz so lange müssen die Entwickler nach eigenen Angaben allerdings keine Tests durchführen. Dank redundanter Systeme schätzen sie die notwendige Zeit für die Datenerhebung auf etwa 30.000 Stunden ein. Das ist grob die Quadratwurzel von einer Milliarde.

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Um selbstfahrende Autos wirklich zu etablieren, müssen diese mehr Sicherheit bieten, als menschliche Fahrer. Zweifel daran hatten Mobileye bereits einen wichtigen Auftrag gekostet. Nachdem der Autopilot eines Tesla einen weißen Lkw vor dem Himmel übersehen hatte, kündigte der Autohersteller den Liefervertrag mit dem israelischen Unternehmen.

Danach wurde dieses von Intel übernommen. Nun scheint es beweisen zu wollen, dass die eigene Technologie funktioniert. Das auch unter erschwerten Umständen – wie chaotischen Städten oder Berichten über Unternehmen, die bei der Technik an der falschen Stelle sparen.

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