Technik

Indien setzt bei der Energiewende auf Sonnenenergie

von Marten Zabel

Indien will seine Umweltprobleme mit Sonnenenergie bekämpfen und eine Energiewende einleiten – bisher hinkt das Land aber seinen Zielen hinterher.

Eine Solaranlage in Nahaufnahme.
Für die Energiewende setzt Indien auf Sonnenenergie und Photovoltaik. Foto: Shutterstock / LSaloni

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Sonnenenergie Indiens Energiewende voranbringen soll
  • Wie der Masterplan der Regierung tatsächlich aufgehen könnte
  • Wie die sinkenden Kosten für Photovoltaik dem Projekt in die Hände spielen

Indien hat ein Problem mit übervölkerten Städten und Luftverschmutzung. Gleichzeitig verbraucht eine wachsende Bevölkerung mit steigender Technisierung immer mehr Energie. Um beide Probleme zu lösen und dabei vielleicht sogar noch den Verkehr mit Strom zu versorgen, setzt das Land jetzt auf einen Plan zum Ausbau von Sonnenenergie aus Photovoltaik.

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Große Ziele in Sachen Solarausbau hat Energieminister R.K. Singh jetzt vorgestellt. Die sind kaum einzuhalten – aber schon der Versuch dürfte dem Land Entlastung bringen. Und mit überraschenden technischen Erfolgen kennt sich die Nation aus, die vor wenigen Jahren sogar einen Satelliten zum Mars geschickt hat.

Sonnenenergie für Indiens Energiewende

Singhs aktueller Vorschlag sieht vor, das Land solle 100 Gigawatt in Solarenergie fördern, vor allem durch den Ausbau von Solarzellenfabriken. Die geschätzten 100 Milliarden Dollar dafür will die Regierung bis spätestens 2035 investieren. Das passt zu den indischen Plänen, bis 2022 insgesamt 100 Gigawatt Leistung in Photovoltaikanlagen am nationalen Netz zu haben.

Beim Gesamtziel von 175 Gigawatt aus regenerativen Quellen wäre die Sonne damit künftig wichtigster und vor allem sauberer Stromlieferant für das Land. Laut Singh ist erneuerbare Energie für Indien trotz aller Kosten ein dringendes Projekt – 20 der Städte des Landes gehören zu den verschmutztesten Ballungsräumen der Welt.

Aktuell steht Indien in Sachen Solarstrom bei einer Kapazität von insgesamt 24,4 Gigawatt. Im Vergleich zu Ländern wie den USA mit 55,9 Gigawatt oder auch Deutschland mit 43 Gigawatt im Jahr 2017 klingt das zunächst nach nicht besonders viel. Dennoch könnte Indiens Masterplan aufgehen. Das Wachstum der Solaranlagenkapazität im Hausgebrauch ist im Vorjahr um ganze 72 Prozent gewachsen, dank immer mehr Solarzellen auf den Dächern privater Häuser.

Die Kosten der Photovoltaik werden konkurrenzfähig

Um den Solarstrom nicht nur lokalen Verbrauchern zur Verfügung zu stellen, bedarf es zusätzlich zu Solarpaneelen auf Hausdächern und in Kraftwerken auch eines Netzausbaus. So ließen sich die Energie transportieren und Schwankungen ausgleichen. Daran arbeitet Indien, das seit einigen Jahren das Inter-State Transmission System mit verbesserten Stromtrassen ausbaut.

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Solarstrom wird mit günstigeren Paneelen immer konkurrenzfähiger. Die Schwäche, dass Strom nur dann produziert wird, wenn die Sonne scheint, wird mit anderen aufkommenden Technologien ausgleichbar. In Deutschland macht Solarstrom bereits 7,2 Prozent des Netto-Stromverbrauchs aus und die Kosten für Photovoltaik sinken weiter. In gegenseitiger Abhängigkeit macht die Elektromobilität Solarenergie hierzulande noch attraktiver.

Am Äquator gelegene Länder haben da noch deutlich größeres Potenzial. Will Indien seine Luftqualität in ähnlichem Maße verbessern, wie es China aktuell tut, muss es den Sonnenschein dafür nutzen. Wie das funktionieren kann, zeigen Projekte wie die Stiftung „Akon Lighting Africa“ im äquatorialen Afrika.

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