Technik

In Bayern entsteht eine Magnetschwebebahn für den Nahverkehr

von Carola Franzke

Klingt wie der Transrapid, ist aber ganz anders: Ein Unternehmen aus Bayern baut eine Magnetschwebebahn für den Nahverkehr – ohne Hochgeschwindigkeitszug.

Die Magnetschwebebahn von Max Bögl verzichtet auf Hochgeschwindigkeitszüge und falsche Versprechungen.
Auch wenn das Bild Erinnerungen an den Transrapid hervorruft: Diese moderne Magnetschwebebahn hat nichts damit gemein. Foto: Firmengruppe Max Bögl

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie in Bayern eine Magnetschwebebahn für den Nahverkehr entsteht
  • Warum das System keine Hochgeschwindigkeitszüge benötigt
  • Weshalb Asien ein spannender Markt für die Technik ist

Das bayerische Bauunternehmen Max Bögl hat eine eigene Magnetschwebebahn gebaut: Auf einer 820 Meter langen Teststrecke in Sengenthal fährt das "Transport System Bögl", kurz TSB. Auf dem Rundkurs zwischen Baggersee und Bundesstraße hat das leise und wartungsarme TSB schon gut 65.000 Kilometer absolviert.

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Mit der Magnetschwebebahn TSB möchte die Firmengruppe Max Bögl aus Neumarkt in der Oberpfalz eine Alternative im öffentlichen Nahverkehr schaffen. Die Technik soll Rad-Schienen-Systeme wie Straßenbahnen sowie S- und U-Bahnen ergänzen.

Magnetschwebebahn – aber kein Hochgeschwindigkeitszug

Der Gedanke an ein anderes deutsches Projekt in Sachen Magnetschwebebahn liegt nahe: Das TSB wird sofort mit dem Transrapid in Verbindung gebracht. Tatsächlich war das Unternehmen Max Bögl am Bau von Transrapid-Trassen beteiligt und hat in diesem Zusammenhang einiges an Wissen gewonnen.

Basierend darauf, wollen sie das System immer weiter verbessern – und für den Nahverkehr einsetzen. Denn TSB ist keinesfalls ein Hochgeschwindigkeitszug. Während der Transrapid auf Höchstgeschwindigkeiten von 500 Km/h ausgelegt ist, soll die Bahn in Bayern maximal 150 km/h fahren. Und auch die Anstände zwischen Haltestellen will das Unternehmen von 200 auf 0,5 bis 5 Kilometer verringern.

Ein Wagen des Prototyps ist zwölf Meter lang und fast drei Meter breit. Ein Zug aus sechs dieser Wagen soll etwa 750 Personen befördern können. Er schwebt mit Elektromagneten in sieben Millimetern Abstand über der Schiene und wird von insgesamt zehn Linearmotoren angetrieben. Durch den fehlenden Kontakt zur Schiene ist der Zug sehr leise. Bekommt der Hyperloop im Stadtverkehr dadurch Konkurrenz?

Magnetschwebebahn: Nahverkehr oder Transrapid?

In Shanghai verkehrt ein Transrapid unter dem Namen Maglev – kurz für "magnetic levitation", also magnetisches Schweben – zwischen dem Flughafen Pudong und dem Messegelände. Auch Japan setzt auf Hochgeschwindigkeit: Dort soll ein Hochgeschwindigkeitszug mit Magnetschwebetechnik die Industriestadt Nagoya mit Tokio verbinden.

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Aber auch im Nahverkehr kommt die Technik bereits zum Einsatz: etwa in Changsha und Peking – oder als niedliche hängende Schwebebahn in Panda-Optik in der Sichuan-Provinz. Am Flughafen Seoul Incheon verkehrt die südkoreanische Eigenentwicklung "Ecobee". Auffällig daran: Vor allem der asiatische Markt nutzt die Technik.

Kein Wunder also, dass das bayerische Unternehmen dort auf Unterstützer hofft. Eine weitere Teststrecke soll also, kaum verwunderlich, ebenfalls in der südwestchinesischen Provinz Sichuan entstehen. 3,5 Kilometer soll sie lang sein – und somit mehr als viermal so groß wie die erste Streck in Deutschland.

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