Elektromobilität

Gut geplant: Den Akku von E-Bikes auch unterwegs sicher laden

von
Hannes Rügheimer

Das E-Bike ideal laden – auch unterwegs: Diese Lade-Tipps helfen, das Optimum aus dem Akku herauszuholen und ihn dabei trotzdem zu schonen.

Das eingesteckte Ladekabel eines E-Bike-Akkus.
Besonders unterwegs muss es mit dem Nachladen des E-Bikes oft schnell gehen. Foto: picture alliance / dpa Themendienst

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Sie beim Kauf eines E-Bike-Akkus mit Markenqualität am besten fahren
  • Wie Sie den Lithium-Ionen-Akku richtig laden
  • Warum auch unterwegs die richtige Ladeausrüstung sinnvoll ist

Ein wichtiger Tipp gilt schon vor dem Einsatz des E-Bike-Akkus: nämlich beim Kauf. Lassen Sie sich nicht von vermeintlichen Schnäppchen blenden und kaufen Sie grundsätzlich Original-Akkus, auch wenn sie vergleichsweise teuer sind.

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audi.de/DAT-Hinweis

Billige Nachbauten enthalten nicht nur minderwertige Akkuzellen, die früher als Qualitätsware ihre Kapazität verlieren werden – nicht selten sind sie mangels ausreichender Schutzvorrichtungen schlichtweg gefährlich. Einen brennenden Akku möchte kein E-Bike-Fahrer erleben. Neben dem Stromspeicher gilt auch für die Ladegeräte (im E-Bike-Slang: „Charger"): Unbedingt Originalware statt Nachbauten aus obskurer Quelle verwenden!

Bei Markenakkus und Marken-Chargern brauchen sich E-Biker hingegen um Überladung, Überhitzung, Kurzschlüsse oder ähnliche Probleme keine Sorgen zu machen. Ihre Ladeelektronik sorgt dafür, dass die empfindlichen Stromspeicherzellen immer schonend behandelt werden. Dennoch gibt es ein paar Tricks, mit denen regelmäßige E-Bike-Nutzer die Lebensdauer ihrer Akkus günstig beeinflussen können.

Mit Lithium-Ionen-Akkus richtig umgehen

Vergessen Sie insbesondere Akku-Mythen wie den „Memory-Effekt" oder „Neukonditionierung". Moderne Lithium-Ionen-Akkus müssen nicht vollständig entladen werden, bevor man sie wieder ans Ladegerät hängt. Tatsächlich bemisst sich ihre Lebensdauer nach der Anzahl vollständiger Lade/Entlade-Zyklen. Zweimal nur halb entladen und anschließend wieder auf annähernd 100 Prozent aufladen gilt bei dieser Zählung nur als ein einziger Ladezyklus.

Das bedeutet in der Praxis: Laden Sie Lithium-Ionen-Akkus immer dann auf, wenn es für Ihre Touren sinnvoll ist. Teilentladungen sind für diesen Akkutyp eher positiv als schädlich. Und den Stromspeicher ohne praktischen Nutzen komplett zu entleeren, bringt keinen Vorteil, sondern bucht lediglich einen weiteren Entlade- und Ladevorgang auf sein Lebens-Konto.

Lediglich wenn die Ladestands-Anzeige am Akku beziehungsweise am Bordcomputer des Bikes offensichtlich falsche Werte anzeigt, kann so ein absichtlicher Entlade-/Lade-Zyklus sinnvoll sein, da er die Akku-Elektronik neu kalibriert.

Das E-Bike unterwegs laden

Wenn es möglich ist, den Akku während einer längeren Tour unterwegs wieder aufzuladen, sollten Sie den Charger auf jeden Fall im Gepäck haben. So lässt sich das E-Bike zum Beispiel an der Steckdose eines Gasthauses oder bei mehrtägigen Reisen während der Übernachtung laden.

Wenn die Zwischenstationen ihrer Tour im Vorhinein feststehen, fragen Sie dort doch schon mal vorab an, welche Möglichkeiten zum Laden es dort gibt. Manche auf Tourenfahrer spezialisierte Unterkunft hält regelrechte E-Bike-Ladestationen für ihre Gäste bereit. Bei ganz modernen Angeboten können Sie den Ladeplatz sogar vorab per App reservieren. Was Sie bei Ausflügen mit E-Bike und Wohnmobil beachten sollte, haben wir in einem eigenen Beitrag zusammengestellt.

Der Akku eines E-Bikes in Nahaufnahme.
Planen Sie am besten schon vor Ihrer Tour sinnvolle Pausen ein, um den Akku zwischendurch zu laden. Foto: Shutterstock / moreimages

Spezialisten je nach Bedarf: Von Reise-Ladegerät bis Schnelllader

Da es bei E-Bike-Touren auf jedes Gramm ankommt, sind an dieser Stelle die von manchen Herstellern angebotenen Reise-Ladegeräte eine Überlegung Wert. Sie sind kompakter und leichter als die Standard-Ausführung. Allerdings liefern sie in der Regel auch weniger Ladestrom, sodass das Vollladen deutlich länger dauern kann – je nach Ampèrezahl sogar bis zur doppelten Zeit.

Während es nachts egal sein mag, ob der Stromspeicher drei oder sechs Stunden zum Volladen benötigt, macht es bei einer ein- oder zweistündigen Tour-Pause einen Riesenunterschied, ob in dieser Zeit die Hälfte oder nur ein Viertel der Akkukapazität wieder aufgefüllt wird.

Vergleichsweise neu am Markt sind Schnelllader, die dank höherer Stromstärke das Auftanken des Akkus deutlich beschleunigen. Beim Marktführer Bosch lädt diese Ladegerät-Variante beispielsweise mit bis zu 6 Ampère statt den beim Standardmodell üblichen 4 Ampère.

Allerdings muss zu diesem Zweck auch die Batterie selbst mitspielen. Dabei kommt es möglicherweise auf das Herstellungsdatum an, ob die Ladeelektronik im Stromspeicher bereits für Schnellladegeräte ausgelegt ist. Klären Sie dies vor einem entsprechenden Kauf bei Ihrem Fahrrad-Händler ab.

Adapter helfen beim Teilen von Ladegeräten

Wenn mehrere Pedelec-Fahrer gemeinsame Touren unternehmen, können sie sich möglicherweise Ladegeräte teilen – vorausgesetzt, es lässt sich organisieren, dass jeder Stromspeicher die erforderliche Anzahl an Stunden an der Ladestation hängt. Unterschiedliche Generationen von Akkus und E-Bike-Antrieben haben dabei bisweilen unterschiedliche Stecker.

Tipp: Teilweise lassen sich diese unterschiedlichen Ausführungen mit speziellen Adaptern überbrücken, die dann im Reisegepäck nicht fehlen sollten.

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Und auch wenn der Stromspeicher des Pedelecs nicht im Einsatz ist, können E-Biker einiges für sein Wohlbefinden tun: E-Bike-Batterien sollten bei einer Raumtemperatur zwischen 15 und 20 Grad Celsius, geschützt vor Sonneneinstrahlung und in trockener Umgebung gelagert werden.

Ist, beispielsweise vor einer Winterpause abzusehen, dass der Akku über mehrere Monate nicht benutzt wird, empfiehlt es sich, ihn zwischen 30 und 60 Prozent geladen zu lagern. In diesem Zustand fühlen sich die Stromspeicherzellen am wohlsten. Die Energiezellen werden es Ihnen durch lange Lebensdauer und langen Kapazitätserhalt danken.

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