Leben

Ikea-Hack 2.0: Möbelhaus wirbt mit Schwangerschaftstest

von Leonie Butz

Ein Ikea-Hack ist meist praktisch – in diesem Fall aber eher kurios. Denn das Möbelhaus fordert seine Kunden auf, auf ihre Anzeige zu urinieren.

Ikea-Hack 2.0: Möbelhaus wirbt mit Schwangerschaftstest
Schwangerschaftstest in einer Zeitschrift: In seinem Heimatland erregt das Möbelhaus Ikea gerade mit einer speziellen Werbung Aufsehen. Foto: Inter IKEA Systems B.V.

Das erfahren Sie gleich:

  • Ikea fordert Leser auf, auf ihre Print-Anzeige zu urinieren
  • Ikea-Hack 2.0: Schwangerschaftstest als geschickte Werbekampagne
  • Wie wahrscheinlich ist es, dass das Möbelhaus bald auch als Apotheke fungiert?

Schwangerschaftstest: Ikea-Hack mal anders

Ein Lattenrost als Wandaufhängung, ein liegendes Regal als Bank oder Bücherregale als Kücheninsel – Ikea-Hacks sind vielseitig im Netz zu finden. Liebevoll machen sich Hobby-Designer ans Werk, bauen, lackieren oder dekorieren Ikea-Klassiker um. So wird aus Massenware individueller Schick.

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Auf diese Anzeige zu pinkeln, könnte Ihr Leben verändern.

Dieses Mal kommt der Ikea-Hack aber nicht von passionierten Stylisten, sondern vom Möbelhaus selbst: Denn in Schweden gibt es in einer Frauenzeitschrift eine ganz besondere Anzeige. Auf den ersten Blick sieht die Seite völlig normal aus. Sie zeigt ein Babybett und einen Preis für das Möbelstück. In dem Text darüber fordert das Möbelhaus Kunden aber zu einer ungewöhnlichen Tat auf: „Auf diese Anzeige zu pinkeln, könnte Ihr Leben verändern“, steht dort. Der Ikea-Hack klingt erst einmal eklig und völlig absurd. Dahinter steckt aber eine geniale Werbeaktion: Unterhalb der Anzeige befindet sich eine Fläche, die wie ein Schwangerschaftstest funktioniert. Kommt sie mit dem Urin Schwangerer in Berührung, bringt sie einen neuen, sehr viel günstigeren Preis zum Vorschein.

Ikea: Möbelhaus oder Apotheke?

Ein Schwangerschaftstest in einer Werbeanzeige, das gab es bisher wirklich noch nicht – die Aktion erregte sogar in Australien Aufmerksamkeit. Und dazu handelt es sich hierbei tatsächlich um einen echten Test, der mit einem medizinischen Labor in Schweden zusammen entwickelt wurde. Das Labor Mercene Labs bestätigt die Zusammenarbeit: „Wir haben einen sehr großen Schwangerschaftstest entwickelt, den wir für Ikea in eine gedruckte Anzeige integriert haben.“ Ikea liefert ja mittlerweile so einiges: Von smarter Technik über Gewächshäuser bis hin zu kompletten Smart-Home-Vernetzungen – Ikea ist längst mehr als nur ein Möbelhaus. Aber könnte bald auch der Apotheken-Service des schwedischen Giganten an den Start gehen? In einer Zeit, in der IT-Unternehmen Autos bauen, Tierärzte Fitnesstracker für Hunde und Pferde mitentwickeln und soziale Netzwerke als Fahrschulen dienen, ist diese Vorstellung nicht so abwegig.

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Der technische Fortschritt aus dieser Arbeit könnte medizinische Diagnosen nachhaltig verändern.

Hierzulande könnte Ikea es damit aber schwer haben. Denn aufgrund des Arzneimittelgesetzes in Deutschland dürfen nur Apotheken Arzneimittel verkaufen. Was passiert, wenn Unternehmen das nicht beachten, zeigt der Fall DocMorris. Die Online-Versand-Apotheke hatte im vergangenen Jahr einen Apotheken-Automaten in einem kleinen Städtchen in Baden-Württemberg aufgestellt. Kaum eröffnet, untersagte das Regierungspräsidium des Landes die Abgabe verschreibungspflichtiger Medikamente über die Automaten. Im Juni gab es dann erste einstweilige Verfügungen gegen das Unternehmen – seitdem ist der Automat außer Betrieb. Und auch weitere Verfahren gegen das Unternehmen laufen noch. Aber ob Ikea tatsächlich einen solchen Service anbieten will, das ist eher unwahrscheinlich – aber nicht ausgeschlossen.

Bisher ist der Schwangerschaftstest aber lediglich eine sehr aufwändige Werbe-Kampagne, wie die Agentur hinter der Anzeige, Åkestam Holst, erklärt. „Der Schwangerschaftstest funktioniert mit Antikörpern, die das Schwangerschaftshormon hCG binden und einen Farbwechsel verursachen. Das war aber nur der Anfang. Denn das Labor musste auch ein Format finden, das in einer gedruckten Anzeige funktioniert. Der technische Fortschritt aus dieser Arbeit könnte medizinische Diagnosen nachhaltig verändern“, so die Agentur gegenüber der Marketing-Plattform Adweek. Das klingt tatsächlich nach größeren Plänen als nur einer einfachen Werbung.

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