Leben

Ihre Mode leuchtet: Lisa Lang kombiniert Fashion und Tech

von Stefan Adrian

Lisa Lang will die Modebranche revolutionieren. An Ideen mangelt es der Gründerin von ElektroCouture nicht: Sie bezieht sogar Marlene Dietrich ein.

Das Kleid MarleneGlow von ElektroCouture.
Eine Erinnerung an Marlene Dietrich: Das Kleid MarleneGlow von ElektroCouture. Foto: Andreas Waldschütz

Das erfahren Sie gleich:

  • In Berlin gestaltet Lisa Lang Mode mit LEDs und Kristallen
  • Ihr Label ElektroCouture bringt Kleidung zum Leuchten
  • Das Kleid "MarleneGlows" ist von Marlene Dietrich inspiriert

Lisa Lang und Marlene Dietrich

Das Leben geht oft sonderbare Wege. Manchmal trennt es Menschen, die für einander bestimmt sind, und manchmal führt es Personen zusammen, die davon selbst überrascht sind. So hätte auch Lisa Lang, als sie in Australien studierte, bestimmt nicht gedacht, einmal in einem Atemzug mit Marlene Dietrich genannt zu werden. Oder monatelang an einem Traum zu arbeiten, den die deutsch-amerikanische Film-Diva im Jahre 1958 gehegt hatte: ein Kleid zu tragen, das leuchtet.

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Doch das ist genau das, was Lisa Lang macht: Kleidung zum Leuchten zu bringen. Und so fanden die Geschichten von Lisa Lang und Marlene Dietrich 2017 für das Kleid MarleneGlows zusammen.

Ich wollte Schönheit und Technologie kombinieren, aber das gab es in dieser Form einfach nicht.

Seit 2014 mischt Lang mit ihrem Start-up ElektroCouture die Modeindustrie auf. "Ich wollte Schönheit und Technologie kombinieren, aber das gab es in dieser Form einfach nicht", erklärt sie die Gründung ihres Labels gegenüber dem Magazin "How to make it in Berlin". Also habe sie die Dinge einfach selbst in die Hand genommen. "Wir sind sowohl Technologie-Unternehmen als auch Fashion-Label. Wir kooperieren sowohl mit Designern als auch Entwicklern, um die beiden Industrien zusammenzubringen."

Lisa Lang: Von Down-Under zu Disruption

Vorgesehen war dieser Weg in das Mode-trifft-Tech-Abenteuer jedenfalls nicht. Sie sei in einer Familie aufgewachsen, die eine sehr traditionelle Vorstellung von Arbeit gehabt hätte, erzählt Lisa Lang häufig, soll heißen: Man blieb am besten bis zur Rente an einem Arbeitsplatz. Dass dieses Sicherheitsdenken nichts für das quirlige Energiebündel sein konnte, erkennt jeder auf den ersten Blick, der Lisa Lang reden, denken und gestikulieren hört und sieht.

Sie ging sie zum Studium nach Australien, wo ein anderer Teil ihrer Familie wohnte, dem Selbständigkeit wesentlich geläufiger war. Dort begann sie, auch in der Tech- und Start-up-Industrie zu arbeiten. 2011 kam sie zurück nach Deutschland und gründete 2014 ElektroCouture. Das erste Projekt ihres Labels war ein leuchtendes Halsband, inspiriert von einer Cartier-Kollektion aus den 1920er Jahren. Im Gegensatz zu dem Hommage-Kleid für Marlene Dietrich nahezu ein Kinderspiel: Für letzteres hat sie 151 LEDs und 2371 Spezialkristalle von Swarovski verarbeitet.

Detailansicht des Kleides MarleneGlow
Voller Glanz: Für das Kleid MarleneGlow hat Lisa Lang 151 LEDs und 2371 Swarovski-Kristalle verwendet. Foto: Anna Catalá

Fashion und Tech finden zusammen

Fashion und Technologie sind ja zwei Partner, die immer ein wenig umeinander herumtänzeln: Man beäugt sich, findet manchmal zusammen, geht letztlich aber doch meistens getrennte Wege. Lisa Lang ist überzeugt, dass das in Zukunft nicht mehr so sein wird und sie am Beginn einer langen, interessanten Reise steht. FashionTech ist schließlich ein weites Feld, das längst nicht bei blinkenden Kleidern endet. So forscht ihr Atelier an einem künstlichen Leder, kooperiert sowohl mit Mode- als auch anderen Industrien.

"Wer Menschen sieht, die ihre Kleidung an den Laptop stöpseln und es aufladen, sollte nicht erschrecken", sagt sie jedenfalls selbstbewusst. "Das ist nur die Zukunft. Das sind nur wir."

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Ein Satz wie von Marlene Dietrich

Die Anfragen stapeln sich auf dem Tisch des Start-ups in Berlin, das mittlerweile ThePowerHouse heißt. Wer die Überzeugung sieht, mit der Lisa Lang von ihrer Vision und der Zukunft spricht, ist davon alles andere als überrascht. "Ich bin in eine Industrie gegangen, für die ich weder ausgebildet noch vorbereitet war. Mein Vorteil darin, Mode zu machen, ist, dass ich nicht aus der Mode komme", erklärt sie in dem Videoformat "I am Developer". "Es ist eigentlich einfach – man muss nur die Regeln ignorieren."

Ein Satz wiederum, wie aus dem Tagebuch von Marlene Dietrich.

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