Elektromobilität

IFA 2018: Apple CarPlay für alle und motorisierte Rollschuhe

von Alexander Kraft

Die IFA im Zeichen der Mobilität: Pioneer bringt Apple CarPlay in jedes Auto, und ein digitaler Beifahrer liest dem Besitzer Wünsche von den Lippen ab.

Chris von German Autolabs soll den Blick nicht von der Straße ablenken. Der digitale Assistent reagiert nur auf Sprache und Gestik.
Ohne Hände: Chris benötigt nur für die Einrichtung eure Hände und das Smartphone. Danach reagiert der Assistent auf Sprache und Gestik. Foto: German Autolabs

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie sich Apple CarPlay ab jetzt in jedem Auto nutzen lässt
  • Wie German Autolabs mit Chris einen digitalen Beifahrer ins Auto bringt
  • Wie IO Hawk mit den NXT Skates den Rollschuhe elektrifiziert

Weil autonomes Fahren und die Elektromobilität ohne Digitalisierung nicht denkbar wären, spielen diese Trends des Mobilitätswandels auch eine immer wichtigere Rolle auf der IFA.

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Die Vernetzung als solche und über alle Bereiche hinweg ist zentrales Leitmotiv der Elektronikmesse, die jährlich Ende August, Anfang September in Berlin stattfindet. Wir stellen drei interessante IFA-Neuheiten vor.

Apple CarPlay zum Nachrüsten

Weil längst nicht jedes Fahrzeug nativ Apple CarPlay unterstützt, bietet Pioneer mit dem AVIC-Z910DAB diese Funktion nun als Autoradio zum Nachrüsten an.

Wenngleich sich das Apple iPhone schon seit längerem per Kabel mit dem Autoradio verbinden und anschließend darüber bedienen lässt, will Pioneer den gleichen Komfort und Bedienumfang erreichen, den Apple CarPlay bietet: das iPhone kabellos mit dem Autoradio zu verbinden.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Bei wireless CarPlay kann das iPhone bequem in der Hosentasche bleiben und trotzdem benutzen werden, etwa um die Navigation aufzurufen, eine Musik-Playlist zu starten oder einen Anruf zu tätigen. Das CarPlay-Radio zum Nachrüsten hat allerdings seinen Preis: Über 1300 Euro ruft Pioneer dafür ab.

Auch andere Anbieter wie Kenwood oder Sony präsentierten auf der Messe CarPlay-unterstützende Radios – allerdings funktionieren diese bislang weiterhin nur mit Kabel.

German Autolabs präsentiert smarten Assistenten fürs Auto

Zu den weiteren IFA-Trends gehört der digitale Assistent Chris, den German Autolabs aus Berlin zukünftig gerne häufiger in Autos sehen würde. Ähnlich einem Navigationsgerät wird das smarte Gerät unterhalb des Rückspiegels an der Windschutzscheibe oder auf dem Armaturenbrett befestigt.

Von dort aus soll Chris den Nutzer navigieren, seine Musikwünsche erfüllen, Nachrichten versenden oder Anrufe entgegennehmen.

Die Entwickler bei German Autolabs legten bei der Konzeption von Chris besonders viel Wert darauf, dass die Augen des Fahrers stets auf der Straße bleiben können – indem sie die Bedienung auf Gesten- und Sprachsteuerung konzentrierten.

Statt auf einem Touch-Display herum zu drücken, soll es bei Chris reichen, die flache Hand vor das Gerät zu halten, um etwa die Musikwiedergabe zu stoppen.

German Autolabs hatte Chris ursprünglich als Kickstarter-Projekt ins Leben gerufen, um die Finanzierung via Crowdfunding zu sichern und zu evaluieren, ob überhaupt ein Interesse an derartiger Technik vorhanden ist. Mit der erfolgreichen Finanzierung von knapp 1500 Unterstützern bringt German Autolabs nun etwas mehr als ein Jahr später den digitalen Beifahrer zeitgleich zur IFA in den Handel.

Anders als Apple CarPlay funktioniert Chris problemlos in jedem Fahrzeug und sowohl mit iPhones als auch mit Android-Smartphones, die gleichermaßen via Bluetooth kabellos mit dem Gerät verbunden werden. Die restliche Bedienung läuft anschließend über Sprachsteuerung und Handbewegung – ähnlich wie bei Alexa von Amazon. Darüber hinaus soll Chris auch dann weiterhin zuverlässig funktionieren, wenn das verbundene Smartphone gerade keine Internetverbindung hat und keine GPS-Daten empfangen kann, in einem Tunnel zum Beispiel.

Neben dem sprachgesteuerten Telefonieren lässt sich Chris Nachrichten diktieren, um sie anschließend als SMS oder per WhatsApp zu verschicken. Weitere Diensten unterstützt das Gerät zum Start nicht, allerdings will German Autolabs regelmäßig neue Updates kostenlos zur Verfügung stellen.

Neben weiteren Sprachen (aktuell spricht und versteht Chris nur Deutsch und Englisch) wären also auch weitere Applikationen denkbar. Während Chris zwar kabellos mit dem Smartphone kommuniziert, benötigt das Gerät selbst aber weiterhin eins: Denn ohne Strom bleibt der digitale Beifahrer stumm.

Chris von German Autolabs ist ab sofort für 299,99 Euro erhältlich.

E-Mobility im Kleinen: IO Hawk präsentiert den elektrischen Rollschuh

Lässig zur Arbeit skaten – ohne zu schwitzen. Mit den IO Hawk NXT Skates rückt das Hoverboard aus dem Film "Zurück in die Zukunft 2" ein Stück näher an die Realität. Wenngleich die IO Hawk Skates freilich nicht schweben können, dürften die mit einer Motorleistung von je 250 Watt ausgestatteten Cruiser dennoch für staunende Blick sorgen – vor allem, weil sie in Deutschland bis auf Weiteres nicht zugelassen sind.

Bis zu zwölf Kilometer pro Stunde fahren die elektrischen Rollschuhe schnell und sollen mittel 54-Wh-Akkus bis zu acht Kilometer weiter kommen. Wer sich auf Inline-Skates oder Rollschuhen unsicher fühlt, das neue "eMobility-Konzept" aber dennoch genießen will, kann die zwei einzelnen Skates per Verbindungsstange auch zu einem Hoverboard umbauen.

Das ändert zwar nichts an der fehlenden Zulassung, sorgt aber wenigstens dafür, dass der linke Fuß nicht in eine andere Richtung fährt als der rechte. Zu haben sind die IO Hawk NXT Skates für 349 Euro.

IFA widmet dem Auto eine eigene Fachtagung

Inzwischen ist das Thema "Mobilität" selbst so groß, dass die IFA Berlin gemeinsam mit der Geneva International Motor Show den automobilen Technologien eine eigene Fachtagung widmet. Die halbjährlich stattfindende Shift Automotive soll erforschen, "wie neue Technologien die Art und Weise verändern, wie wir denken, leben und Auto fahren" – so der eigene Anspruch.

Derzeit weiß niemand, wie wir in Zukunft Auto fahren werden – fest steht nur, dass der Unterschied zu unserer heutigen Erfahrung gewaltig sein wird.

Maurice Turrettini, Präsident der Geneva International Motor Show

Erstmals abgehalten wird die zweitägige Fachtagung am 4. und 5. September 2018 im Rahmen der IFA; im März 2019 findet parallel zur Geneva International Motor Show in Genf dann die zweite statt.

In Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshop wollen die Veranstalter eruieren, welche Herausforderungen durch die "Mobilitätsrevolution entstehen, sowie Zukunftsideen für das Automobil konzipieren und zelebrieren".

Updates

Bleiben Sie zum Thema Elektromobilität immer informiert.

Die Teilnehmer soll Antworten auf Fragen finden, die folgendermaßen lauten könnten: "Wann werden die Verbraucher bereit sein, selbstfahrenden Fahrzeugen zu vertrauen? Wie steht es um die Cybersicherheit in Autos? Wie wird das Internet der Dinge das Fahrerlebnis verändern? Und wie wird die Mobilitätsrevolution die Beförderung von Menschen wie auch die Gesellschaft als Ganzes zum Besseren wenden?"

Die Digitalisierung der Mobilität wird uns alle also noch stark beschäftigen – und die nächsten IFA auch...

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