Elektromobilität

Hyperloop: Jetzt springen Indien und China auf

von Leonie Butz

Hyperloop: Jetzt springen Indien und China auf
Vollgestopfte Straßen, unbefahrbare Wege: Der Hyperloop soll in Indien die Verkehrs-Erlösung bringen. Foto: Unsplash/Igor Ovsyannykov

Das erfahren Sie gleich:

  • In Indien soll der Hyperloop die Tech-Evolution bringen
  • China will Rekordgeschwindigkeiten erreichen
  • Ob der Hyperloop überhaupt realisierbar ist, ist aber noch unklar

China hat bereits Pläne, Indien geht mit: Im Hyperloop findet für viele der Verkehr der Zukunft statt. Und schon beginnt das Wettrüsten.

Die Welt ist im Hyperloop-Fieber

Elon Musk hat die Welt mit seinem Hyperloop-Fieber angesteckt. Wer kann es ihnen verübeln: Kapseln, die mit Unterdruck unglaubliche Geschwindigkeiten in den Beförderungsröhren erreichen – und irgendwann einmal Menschen oder Güter transportieren sollen. Das klingt wirklich cool und futuristisch. Bei Musks Wettbewerb um die schnellste Kapsel gingen im Sommer 2017 gleich 24 Teams aus der ganzen Welt in der Wüste Nevadas an den Start – Sieger wurde ein 30-köpfiges Hochschulteam der TU München.

Neu angetrieben

Nachhaltigkeit bei Audi.

Mehr erfahren

Dank Solaranlage auf den Röhren soll die Bahn in China emissionsfrei unterwegs sein.

Aber nicht nur in den USA will ein Visionär mit der Hochgeschwindigkeitsbahn der Zukunft den Verkehr revolutionieren. Denn schon sind China und Indien dem Wunderkind Musk auf den Fersen. Sie wollen einen eigenen Hyperloop entwickeln.

China im Geschwindigkeitsrausch

In China ist das Unternehmen China Aerospace Science and Industry Corporation für die Entwicklung des Musk-Konkurrenten verantwortlich. Nach eigenen Angaben habe man dafür bereits über 200 Patente eingereicht. Besonders bemerkenswert: Dank Solaranlage auf den Röhren (aber auch mit Unterstützung durch Atomkraftwerke) soll die Bahn emissionsfrei unterwegs sein. Die Pläne sind jedoch sehr ambitioniert: Denn auf langen Strecken soll der Hyperloop der Chinesen bis zu 4000 Kilometer pro Stunde erreichen. Die bisherige Spitzengeschwindigkeit liegt bei 324 Kilometern pro Stunde und ist der Maximalwert bei Musks Wettbewerb in Nevada.

In Indien soll bereits im Oktober 2017 ein Test starten, um herauszufinden, ob das Projekt realisierbar ist.

Teststrecke von Virgin Hyperloop One
Mission Schallgeschwindigkeit: 310 km/h hat Virgin Hyperloop One im Test bereits erreicht. Foto: OMEGABYTE / 3D

Indien: Wettrüsten um den Verkehr der Zukunft

Auch Indien hat große Pläne mit dem Hyperloop: Zwischen den knapp 40 Kilometer entfernten Städten Amaravati und Vijaywada soll eine Hochgeschwindigkeitsröhre entstehen. Bisher ist das Straßennetz so schlecht, dass eine Fahrt von einer Stadt zur anderen fast eineinhalb Stunden dauert. Mit dem Hyperloop erhofft sich der Bundesstaat Andha Pradesh, das Gebiet technologisch zu erschließen – denn die Strecke wäre dann in weniger als zehn Minuten zu schaffen. Um Indien – und spezielle diese Region – als Hyperloop-Standort buhlen derzeit gleich zwei amerikanische Unternehmen.

Auf der einen Seite steht das amerikanische Unternehmen Hyperloop Transportation Technologies. Noch 2017 will das Unternehmen einen Test starten, ob das Projekt realisierbar ist. Dann soll der Bau beginnen – ein eher unrealistischer Zeitplan. Auf der anderen Seite steigt jetzt auch Virgin Hyperloop One mit ein. Auch sie sehen Amaravati als geeigneten Ausgangspunkt. Das Unternehmen denkt aber bereits größer. Die Strecke von Mumbai über Bangalore, Chennai und Visakhapatnam bis nach Amaravati könnte der Hyperloop in knapp zwei Stunden schaffen, so heißt es vom leitenden Vizepräsidenten, Nick Earle. Egal, wer den Zuschlag für den bau erhält, insgesamt soll das Projekt rund 2500 Arbeitsplätze in der Region schaffen. Finanzieren will die Regierung das Projekt durch private Investoren.

Alle drei Projekte sind ambitioniert: Während China von unglaublichen Geschwindigkeiten träumt, will Indien so schnell wie möglich einen Hyperloop bauen. Dass die Technologie noch nicht so weit ist, um als sicheres Transportmittel zu dienen, könnte die Ideen aber ausbremsen. Im Hyperloop mag sich der Verkehr der Zukunft abspielen, aber bis dahin werden sicherlich noch einige Jahrzehnte vergehen.

Updates

Bleiben Sie zum Thema Elektromobilität immer informiert.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.