Elektromobilität

Hybridautos: Kommt in Städten der erzwungene E-Modus?

von
Marten Zabel

Hybridautos gelten als Übergangslösung bei der Elektrifizierung. Ein neuer Vorschlag könnte dafür sorgen, dass sie innerstädtisch reine Elektroautos werden.

Die Anzeige beim Hybrid.
Hybridautos können mittlerweile einige Kilometer elektrisch zurücklegen – vielleicht müssen sie das in deutschen Städten bald. Foto: Shutterstock / dreamnikon

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Hybridautos auch bei totalem Verbrennerverbot in Innenstädte fahren könnten
  • Wie es mit der Reichweite bei aktuellen Plug-in-Hybriden aussieht
  • Wie BMW Hybride in bestimmten Gebieten zur Elektrofahrt zwingen könnte

Plug-in-Hybride verfügen über einen Verbrennungsmotor für die Reichweite und über einen Elektroantrieb zum Benzinsparen. Das ist zwar für die Straßen der Zukunft nur ein Kompromiss, hat aber gegenüber Verbrennern ebenso Vorteile, wie gegenüber aktuellen Stromern.

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Jetzt gibt es Überlegungen, die Funktion dieser Fahrzeuge smart an ihre Umgebung anzupassen: In Abgas-belasteten Städten könnten sie automatisch zu reinen Elektroautos werden, währen sie auf Überlandstrecken dann den Verbrennungsmotor nutzen, um mit Benzin die gewohnten Fahreigenschaften und eine Menge Reichweite zu haben.

Hybridautos: Alternative für Fahrverbotszonen

Die ersten Generationen von Hybridfahrzeugen nutzten den Elektromotor noch fast ausschließlich zur Unterstützung des Benziners beim Beschleunigen und dann zur Energierückgewinnung beim Abbremsen. Entsprechend waren die Batterien klein und die Reichweite nur mit elektrischem Antrieb fiel kaum ins Gewicht. Die ersten Generationen des Toyota Prius etwa, dem ersten massenmarktkompatiblen Hybridauto, fährt auf Akku gerade einmal zwei Kilometer weit – und das nicht schneller als 45 Kilometer pro Stunde.

Neuere Generationen von Hybridfahrzeugen setzen nicht nur auf den Verbrenner als Stromgenerator, sondern werden als Plug-in-Hybride auch an der Steckdose aufgeladen. Mit entsprechend größeren Akkus können sie auch Wegstrecken innerhalb der Stadt mit der Geschwindigkeit klassischer Benziner zurücklegen – ohne dabei Emissionen viele freizusetzen.

Das ist für viele Städte interessant, die sich inzwischen von der EU gezwungen sehen, Standards zur Luftqualität umzusetzen und über Fahrverbotszonen nachdenken. Diese sollen die bisherigen Umwelt- und Fahrverbotszonen um eine weitere Kategorie erweitern: In bestimmten Arealen würden dann nur noch Elektrofahrzeuge fahren dürfen.

BMWs Vorschlag: Hybride mit Geofencing

Als erster Hersteller hat BMW vorgeschlagen, per Ortungsdaten seine Hybride in bestimmten Regionen dazu zu zwingen, als reine Elektroautos zu fungieren. Das Geofencing wäre eine Möglichkeit, die Schadstoffkonzentration in problematischen Ballungszentren zu senken, ohne die Autobesitzer zu zwingen, ein elektrisches Zweitfahrzeug zu kaufen oder sich für Fahrten aufs Land einzuschränken.

Technisch ist das bereits jetzt machbar. Eine ganze Reihe bereits existierender Fahrzeuge wäre damit relativ unproblematisch per Software-Update auf neue Regeln anpassbar – und somit weiterhin für ihre Besitzer voll nutzbar.

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Der Plug-in-Hybrid als Zwischenstufe

Hybridfahrzeuge werden damit als Übergangslösung vor der vollständigen Elektrifizierung des Straßenverkehrs noch wertvoller. Nicht nur können sie die bestehende Infrastruktur aus Tankstellen nutzen und bringen eine große Reichweite mit. Sie dürften mit entsprechender Programmierung auch in jede innerstädtische Umweltzone rollen und machen dabei auch noch wenig Lärm.

Aktuell werden die nötigen Technologien den Behörden demonstriert. Funktionieren sie, dann dürften Hybridfahrzeuge in den kommenden Jahren noch einen großen Marktanteil haben – zumindest, bis die reinen Elektroautos genügend Ladestationen vorfinden und ausreichend Reichweite haben, um die Verbrenner gänzlich abzulösen.

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