Technik

Hybrid-Antrieb: Weniger Stickstoffoxid-Emissionen bei Schiffen

von
Paul Bandelin

Langfristiges Ziel: Zero Emission! Der finnische Technikkonzern Wärtsilä will größere Schiffe zu Hybriden nachrüsten – und damit Stickstoffoxid einsparen.

Ein Eindruck davon, wie die ‚Hagland Captain‘ nach der Nachrüstung einer Wärtsilä-Hybridantriebslösung aussehen wird. Die Umrüstung wird zu Kraftstoffeinsparungen und einem umweltfreundlichen Betrieb führen.
Sparsamer und umweltfreundlicher: So soll die Hagland Captain nach der Umrüstung mit Wärtsilä-Hybridantriebslösung aussehen. Foto: Hagland Shipping AS

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie der finnische Konzern Wärtsilä ein norwegisches Schiff zu einem Hybriden nachrüsten will
  • Wie drastisch sich die Stickstoffoxid-Emissionen damit senken ließen
  • Warum das nur der Anfang ist – und wie die Fjorde dauerhaft zu Zero-Emission-Zonen werden sollen

Die skandinavischen Länder sind schon länger Vorreiter in Sachen Elektromobilität – sei es an Land oder auch zu Wasser. In den norwegischen Fjorden verkehren bereits Elektrofähren und noch 2019 will auch Island eine vorgelagerte Inselgruppe via Elektroantrieb erreichbar machen. Nun mischt auch Finnland im Konzert der Großen mit und kündigt eine Hybrid-Nachrüstungslösung für Schiffe an.

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Erhebliche Reduzierung der Stickstoffoxid-Emissionen

Bei dem ersten Versuchsobjekt des Technologiekonzerns Wärtsilä handelt es sich um das Schiff Hagland Captain der norwegischen Reederei Hagland Shipping. Der Umbau des 90 Meter langen Frachters ist ein Pionierprojekt im Kurzstrecken-Seeverkehr und bringt zahlreiche Vorteile mit sich.

Umweltaspekte werden für Flottenbesitzer auf der ganzen Welt immer wichtiger. Der Bedarf an neusten intelligenten maritimen Technologien ist bereits seit einiger Zeit im Tiefseeverkehr zu erkennen, und dieses Projekt zeigt, dass der Bedarf auch im Kurzstreckenseeverkehr besteht.

Paul Kohle von Wärtsilä

Durch den Einbau der Hybrid-Antriebslösung samt eines NOx-Reduzierers verringert sich beispielsweise der Stickstoffoxid-Ausstoß um 80 bis 90 Prozent. Darüber hinaus sorgt der modifizierte Antrieb für einen reduzierten Kraftstoffverbrauch und weniger Lärm im Hafen. Weitere Komponenten der Nachrüstlösung sind ein Landstromanschluss sowie ein neues Getriebe. Die Hybridlösung von Wärtsilä basiert auf einem einzigartigen Hybridleistungsmodul, das laut Unternehmen das erste seiner Art ist.

In der Pressemitteilung heißt es, dass "die Batteriekapazität ausreicht, um rund 30 Minuten mit elektrischer Energie zu fahren, was den Lärm- und Schadstoffpegel im Hafen erheblich senken würde."

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Das Ziel: Zero Emission auf dem Wasser

Mit der Umrüstung des Schiffs will die Reederei den nächsten Schritt zur Erfüllung der vom Gesetzgeber vorgegebenen Richtlinien zur Nutzung der norwegischen Wasserwege machen. Langfristig ist es das Ziel der Skandinavier, eine Zero-Emission-Zone auf dem Wasser zu errichten.

So hat das Storting – das norwegische Parlament – zunächst einen Beschluss gefasst, der sämtliche Emissionen aus den zum Weltkulturerbe erklärten Fjorden verbannen soll. Und das "so schnell wie technisch möglich, und nicht später als 2026."

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