Leben

Umweltfreundliche Kreuzfahrt: Hurtigruten nutzt Biogas aus Fischabfällen

von
Paul Bandelin

So werden selbst Kreuzfahrtschiffe umweltfreundlich: Die Hurtigruten-Reederei nutzt Biogas aus Fischabfällen und Hybridantriebe für ihre Schiffe.

Ein Fisch vor hellblauem Grund.
Fischabfälle hat Norwegen mehr als genug – jetzt soll daraus Biogas für saubere Kreuzfahrtschiffe entstehen. Foto: shutterstock/azure1

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie neues Biogas aus Fisch- und Forstabfällen Hurtigruten-Kreuzfahrtschiffe in Zukunft Richtung Arktis bringt
  • Wie ein Gas- und Batterie-Hybridantrieb innerhalb der nächsten sechs Monate alte Kreuzfahrtschiffe umweltfreundlichen machen soll
  • Weshalb Kreuzfahrten bisher sehr schlecht für die Umwelt sind

Hurtigruten: Eine Traditionsreederei als Vorreiter bei umweltfreundlichen, alternativen Antrieben. Derzeit ist die Reederei im Begriff, ihre Schiffe auf die Verwendung von Biogas aus Fischabfällen umzurüsten – ein Novum.

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So soll die Verbindung der norwegischen Westküste noch nachhaltiger und besonders das Leben der Küstenbewohner sauberer werden.

Hybridantrieb und Biogas aus Fischabfällen

Die Hurtigruten tauchen nach dem Verlassen der norwegischen Hoheitsgewässer erst ins Europäische Nordmeer ein und finden dann über die Ostküste Grönlands ihren Weg in die Arktis. Die Besatzungen der Schiffe sind in den vergangenen Jahrzehnten live Zeuge des Klimawandels und der zunehmenden Vermüllung geworden, und nahmen mit eigenen Augen wahr, wie einst mächtige Gletscher immer mehr an Volumen verloren und traumhafte Eiswelten von Unmengen Plastik ruiniert wurden.

Unsere Schiffscrews haben Gletscher abschmelzen und Plastikmüll an den Stränden gesehen.

CEO Daniel Skjeldam

Auch deshalb steht ein umweltfreundlicherer Antrieb ganz oben auf der Agenda der Reederei. Von den derzeit 17 in Betrieb befindlichen Schiffen sollen sechs der älteren Modelle deshalb binnen der kommenden sechs Monate auf einen Hybridantrieb mit Gas und Batterien umgestellt werden. Der besondere Clou: Das Biogas LBG wird aus Fischresten oder Forstabfällen – und nicht aus fossilen Quellen – produziert. Bislang wurden diese in rauen Mengen verbrannt.

In direkter Küstennähe und einigen anderen Abschnitten sollen die Akkus zudem in Zukunft einen reinen Elektroantrieb garantieren. „Was andere als Problem sehen, ist für uns Ressource und Lösung. Mit der Einführung von Biogas als Treibstoff wird Hurtigruten das erste Kreuzfahrtunternehmen sein, das Schiffe mit fossilfreiem Treibstoff antriebt – einer absolut sauberen Energiequelle“, so Skjeldam.

Umwelt leidet unter Kreuzfahrtschiffen

Auch die weltweit steigende Beliebtheit von Kreuzfahrten kann nicht über die Luftverschmutzung hinwegtäuschen, die tagtäglich von den Ozeanriesen ausgeht. Die großen Kreuzfahrtschiffe verbrauchen ähnlich viel Energie wie eine Kleinstadt und stoßen zudem schmutzige Abgase aus.

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Feinstaub, Ruß, Stickoxide und Schwefeloxide gefährden nicht nur die Gesundheit der Menschen. Auch das Klima und die Biodiversität der Ozeane sind die Leidtragenden.

Die Hurtigruten versuchen dem mit ihren modernen Antrieben und immer mehr Elektromobilität entgegenzuwirken. „Unser oberstes Ziel ist es, unsere Schiffe emissionsfrei zu betreiben. Während die Wettbewerber mit billigem, umweltschädlichem Schweröl fahren, werden unsere Schiffe buchstäblich von der Natur angetrieben. Biogas ist ein großer Fortschritt für den Schutz der Umwelt. Wir würden uns freuen, wenn andere Kreuzfahrtunternehmen unserem Beispiel folgen würden“, heißt es in einem weiteren Statement von Daniel Skjeldam.

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