Technik

Humanoide Roboter: So weit ist Boston Dynamics heute

von Marten Zabel

Die humanoiden Roboter von Boston Dynamics haben weitere Fortschritte gemacht. Der Vierbeiner SpotMini soll sogar demnächst vermarktet werden.

SpotMini von Boston Dynamics.
SpotMini: Der Hundeartige Roboter von Boston Dynamics bei einer Vorführung in einem Hotel in Tokyo. Foto: picture alliance/AP Photo

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie sich die humanoiden und vierbeinigen Roboter von Boston Dynamics konstant weiterentwickeln
  • Welche Hürden die sensorischen Fähigkeiten der Roboter bereits meistern können
  • Warum der Vierbeiner SpotMini noch in diesem Jahr wirtschaftlich werden soll

Humanoide Roboter kommen voran

Die Entwickler von Boston Dynamics zeigen in unregelmäßigen Abständen die Fortschritte ihrer Maschinen. Ob der humanoide Roboter Atlas oder die vierbeinige Spot-Serie – die etwas unheimlich anmutenden Gerätschaften haben in den vergangenen Jahren viele neue Fähigkeiten erhalten.

Im neuesten Einblick bewegen sie sich frei und orientieren sich dabei offenbar hauptsächlich mithilfe ihrer sensorischen Fähigkeiten – ein riesiger Sprung für die Technik. Und noch in diesem Jahr soll von der Firma nun endlich auch ein kommerzielles Modell auf den Markt kommen.

Die Roboter-Entwicklung von Atlas geht ins Freie

Boston Dynamics‘ humanoider Roboter Atlas ist schon seit Jahren in der Entwicklung. Ursprünglich an Kabeln herumgeführt, läuft er inzwischen frei herum – ob im Labor oder in der Außenwelt. Dabei hilft ihm die künstliche Intelligenz immer menschlicher zu werden.

Zuletzt hatte er mit Videos überrascht, die erste Anwendungsmöglichkeiten im richtigen Leben zeigen könnten. Er stapelte darin Kartons und trug sie von A nach B, selbst wenn Mitarbeiter von Boston Dynamics ihn zwischendurch mit einem Hockeyschläger daran zu hindern versuchten. Die Beweglichkeit des Androiden nimmt immer weiter zu. Vor einigen Wochen zeigten seine Macher, dass Atlas springen und sogar Salti schlagen kann.

Im neuesten Video bewegt sich der Roboter im Laufschritt über eine Wiese und macht einen Schlusssprung über einen Baumstamm. Das ist vor allem deshalb interessant, weil der Boden im Gegensatz zum älteren Parcours-Video hier weich und uneben ist, was für die Maschine offenbar kein Problem darstellt.

SpotMini: Sensorische Fähigkeiten zur Orientierung

Die Entwicklung der humanoiden Roboter von Boston Dynamics kommt also immer weiter voran. Aber bei den Vierbeinern macht das Unternehmen fast noch größere Fortschritte. SpotMini, der kleinere der beiden hundeartigen Roboter, war zuletzt dabei zu sehen, wie er mittels eines angebauten Arms Türen öffnet und sich mit seinem Sensorenende in die Kamera bückt. Jetzt zeigten seine Macher, was der Roboter inzwischen kann: Sich frei bewegen und auch in der dritten Dimension orientieren.

Im aktuellsten Video orientiert sich SpotMini mit seinen Bordsensoren nicht nur auf den Gängen im Labor, sondern auch zwischen Büromöbeln, in der Kantine, in einem Außengelände und sogar auf Treppen. Dabei bewegt er sich problemlos bergauf und bergab, vorwärts und rückwärts, ohne dabei allzu langsam zu werden. Der Roboter kann sich somit praktisch überall dort bewegen, wo es Menschen auch können.

Eine kommerzielle Anwendungsmöglichkeit muss her

Eben die Fähigkeit, Treppen zu steigen und mit einem Greifarm auch Türen zu öffnen, eignet SpotMini für eine erste kommerzielle Auskopplung. Boston Dynamics hat bereits angekündigt, noch in diesem Jahr eine erste Serienfertigung im niedrigen dreistelligen Bereich durchzuführen. Als Einsatzgebiet sind Sicherheitsbegehungen angedacht.

Eine Gruppe der Bots könnte etwa nur von einem einzelnen Sicherheitsmann überwacht eine Großbaustelle patrouillieren. Oder sie könnten zum Beispiel Sicherheitsbegehungen in den Treppenhäusern von Wolkenkratzern automatisieren.

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Boston Dynamics Ankündigung, nach mehreren Jahrzehnten einen Roboter für den zivilen Markt herauszubringen, könnte an den neuen Eigentümern liegen. Nach einigen Jahren unter dem Google-Mutterkonzern Alphabet wurde das Unternehmen erst kürzlich an die japanische Softbank-Gruppe verkauft.

Diese könnte nun wirtschaftliche Resultate sehen wollen, nicht bloß vereinzelt veröffentlichte Videos von unheimlichen Laufmaschinen. Wie sehr Roboter bereits im japanischen Alltag angekommen sind, zeigen schließlich auch künstliche Hunde oder Enten für die Pflege.

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