Gesundheit

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Googles KI erkennt Symptome

von Carsten Fischer

Ein Augen-Scan reicht: Googles Schwester Verily hat ein superschnelles Verfahren entwickelt, um das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorauszusagen.

Nahaufnahme eines weiblichen Auges
Tiefer Blick: Mit einer Diagnose der Augen erweitert Verily Life Sciences die medizinische Forschung. Foto: CC0: Unsplash/Vanessa Bumbeers

Das erfahren Sie gleich:

  • Welche Fortschritte die medizinische Forschung dank künstlicher Intelligenz macht
  • Wie ein Augen-Scan in Rekordzeit eine Diagnose liefern kann
  • Wann die Augendiagnose erfunden wurde – und welche Theorie der Heilpraktiker dahinter steckt

Diagnose von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Das erst vor zwei Jahren gegründete Unternehmen Verily Life Sciences hat einen Algorithmus entwickelt, der in bisherigen Tests potenzielle Erkrankungen mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit und zudem in Rekordzeit erkennen konnte. Der Deep-Learning-Algorithmus des Google-Schwesterunternehmen wurde mit Bildern und den dazugehörigen gesundheitlichen Informationen trainiert, und schließlich reichte ein kurzer Scan des Auges, um eine Diagnose zu liefern.

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Medizinische Forschung mit KI

Im Augenhintergrund (Fundus) sind viele kleine Blutgefäße, die die aktuelle Gesundheit eines Körpers sozusagen als Zusammenfassung wiedergeben. Der Augen-Scan analysiert die Gefäße und kann basierend darauf Auskunft über Blutdruck, Alter oder den kardiovaskulären Zustand der Person geben.

Radiologische Darstellung (Angiografie) des linken Auges
Voll durchleuchtet: Angiografie des linken Auges. Der kleine grüne Punkt in der Mitte beeinträchtigt den Patienten beim Lesen – und kann durch Stress ausgelöst worden sein. Foto: picture alliance / BSIP

Untersuchungen des Augenhintergrunds sind in der medizinischen Forschung nichts neues, aber die Qualität und Geschwindigkeit der Scans sind neu. Während Ärzte den Fundus mit Mikroskop und Kamera genauestens inspizieren müssen, kann der Algorithmus kleinste verdächtige Signale in den Bildern deuten und dann Alarm schlagen.

Googles künstliche Intelligenz erkannte Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit einer Erfolgsquote von 70 Prozent.

Bisherige Tests mit rund 300.000 Patientendaten brachten positive Ergebnisse: Dabei verglich Verilys Algorithmus über einen Zeitraum von fünf Jahren immer zwei Aufnahmen miteinander und sagte voraus, welcher der beiden Patienten in den kommenden fünf Jahren an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leiden würde. Googles künstliche Intelligenz brachte es dabei auf eine Erfolgsquote von 70 Prozent.

Die Vorteile der neuen Methode liegen auf der Hand: Zum einen ist das Vorgehen nicht invasiv und ist auch nicht auf Blutproben angewiesen, was die Untersuchung angenehmer für den Patienten macht.

Zum anderen ist die künstliche Intelligenz weitaus schneller als jeder Mensch, und sie muss nur einmal „lernen“, ein klarer Vorteil gegenüber etwa jungen Ärzten ohne Erfahrung. Nicht wenige Wissenschaftler glauben daher, dass die Zukunft der Diagnostik von den Einflüssen künstlicher Intelligenz bestimmt wird.

Augendiagnose seit Mitte des 19. Jahrhunderts

Die Augendiagnose ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt. Damals erforschte der ungarische Arzt Ignaz von Pecezely erstmals das Verfahren der Augendiagnostik, heute Iridologie genannt. Seitdem versuchen sich Heilpraktiker und Homöopathen daran, mit ihrer Hilfe potenzielle Krankheiten frühzeitig zu erkennen.

Die Iris spiegelt laut Theorie den Körper mit seinen Organen wider und folgt dabei einer strengen logischen Ordnung. Das bisherige Problem der Heilpraktiker war dabei stets die fehlende wissenschaftliche Grundlage.

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