Elektromobilität

Hersteller Ambulanz Mobile: Elektrofahrzeuge als Krankenwagen

von Paul Bandelin

Moderne Neuauflage für den historischen Elektrokrankenwagen: Ein Elektrofahrzeug soll in Zukunft für Krankentransporte eingesetzt werden.

Ein Blaulicht vor blauem Grund.
Bald könnten Krankenwagen mit Hybridantrieb oder als Elektrofahrzeuge auf den Straßen unterwegs sein. Foto: Shutterstock/homydesign, aio

Das erfahren Sie gleich:

  • Wieso Elektrofahrzeuge als Krankenwagen eine lange Tradition haben
  • Was für ein spezieller Krankenwagen auf der Messe ReTTmobil vorgestellt wurde
  • Welche Fahrten Anbieter Ambulanz Mobile für den Serieneinsatz vorsieht

Krankenwagen mit Elektroantrieb – das klingt erst mal nach einer total verrückten neuen Idee. Zukunftsforscher kommen auf sowas, denkt man, und vielleicht Designstudenten. Doch die Wahrheit ist: Die Geschichte des Krankenwagens beginnt mit der Elektromobilität. Und jetzt kehrt sie möglicherweise wieder an diesen Punkt zurück.

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Zuerst ein Blick zurück: Schwere Unfälle und plötzliche Erkrankungen waren gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine weitaus größere Bedrohung für das Leben der betroffenen Menschen, als es heute der Fall ist. Professionelle Hilfe bei Problemen mit der Gesundheit war nur selten in Reichweite.

Historie: Elektrofahrzeuge als Krankenwagen

Ein Eisenbahnunfall 1886 zeigte dem Berliner Arzt Dr. George Meyer, dass es keine geordneten Hilfsstrukturen gab – so entschloss er sich, Abhilfe für dieses Problem zu schaffen. In der Spreemetropole etablierte er in den Folgejahren die ersten Hauptrettungswachen.

1905 fand der erste automobile Krankentransport statt. Kurze Zeit später, 1908, kam der erste elektrische Krankenwagen zum Einsatz, zwei Jahre später das erste benzinbetriebene Modell.

Der große Vorteil elektrisch betriebener Modelle war damals, dass sie sich schneller in Bewegung setzen konnten als beispielsweise dampfbetriebene Fahrzeuge. Lediglich die damals verwendeten Batterien waren für einen breiten Einsatz zu schwer, machten das Auto zu langsam und bedeuteten so vorerst das Ende der Elektrofahrzeuge.

Per Hybridantrieb auf 90 km/h

Zurück ins Heute: In Zeiten des Klimawandels ist jedes elektrisch betriebene Fahrzeug mehr als willkommen – so soll auch emissionsfreien Krankentransporten die Zukunft gehören. Ingenieure der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wollen in Kooperation mit dem Schönebecker Unternehmen Ambulanz Mobile den Elektrokrankenwagen wieder aufleben lassen.

Auf der Europäischen Leitmesse für Rettung und Mobilität (ReTTmobil) in Fulda präsentierten die Macher Mitte Mai 2018 einen Prototyp des ersten Krankenwagens mit Hybridantrieb, der im Rahmen des Verbundprojektes „COMO – Competence in Mobility“ entstanden ist.

COMO – Competence in Mobility: Prototyp des ersten Krankenwagens mit Hybridantrieb.
Dieser Konzeptwagen von hat einen Hybridantrieb und entstand im Rahmen des Projektes COMO – Competence in Mobility. Foto: Ambulanz Mobile

Die Besonderheit des umgebauten Ford Transit ist der achsverzweigte Hybridantrieb, da diese Art des Antriebs noch sehr selten ist. Im Frontbereich befindet sich ein Dieselmotor, während die hintere Achse von einem Elektromotor mit einem 24-Kilowattstunden-Akku in Gang gebracht wird.

Somit ist eine Nutzung auf rein elektrischer Basis ebenso möglich wie mit dem herkömmlichen Antrieb. Bei einer Leistung von 60 Kilowatt liegt die Höchstgeschwindigkeit des Krankenwagens bei 90 Kilometer pro Stunde.

Ambulanz Mobile plant bereits die Zukunft

Ambulanz Mobile bemüht sich nach der Vorstellung des Hybrid-Prototypen um eine Serienzulassung. „Bisher gibt es seitens der Hersteller von Basisfahrzeugen im Bereich Krankentransportwagen noch keine Hybridfahrzeuge“, sagt Geschäftsführer Hans-Jürgen Schwarz.

Unsere Kunden sollen im Klinikbereich wie auch auf längeren Krankentransporten emissionsfrei unterwegs sein können.

Hans-Jürgen-Schwarz, Geschäftsführer Ambulanz Mobile

Updates

Bleiben Sie zum Thema Elektromobilität immer informiert.

Bereits heute sind kleinere Modelle elektrisch betriebener Rettungsfahrzeuge europaweit im Einsatz. Die für zwei Pflegekräfte ausgelegten Fahrzeuge sieht man häufig bei Fußballspielen in europäischen Stadien, auf Industrieanlagen oder auch bei Messen.

Bei diesen Modellen lässt sich der für Krankenwagen übliche kastenförmige Aufsatz leicht entfernen, und es gibt keine Abgase - beides unverzichtbare Vorteile für solche Einsatzbereiche.

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