Elektromobilität

Handy am Steuer: Strafe auch fürs Tippen im E-Auto

von Leonie Butz

Wer an der Ampel steht, darf eine Nachricht tippen? Falsch. Auch das Tippen im Ruhemodus eines E-Autos fällt unter das Handyverbot und kostet Strafe.

Rote Ampel
Da sieht der Gesetzgeber rot: Das Handy am Steuer ist auch bei Elektroautos im Ruhemodus verboten und kostet 100 Euro Strafe. Foto: Unsplash/Sean Z

Das erfahren Sie gleich:

  • Handy am Steuer: Das Tippen an der Ampel ist auch mit ausgeschaltetem Motor verboten und kostet Strafe
  • Diese Regelung gilt auch für Elektroautos im Ruhemodus
  • Tablets und Smartwatches fallen inzwischen ebenfalls unter das Verbot

Tippen am Steuer verboten

Die Ampel ist gefühlt schon ewig rot – da wird eine kurze Nachricht an den Kumpel doch noch gestattet sein. Also schnell nach dem Handy fischen und die Nachrichten checken. "Klar bin ich heute bei der Grillparty dabei!" Schnell in die Tasten gehauen, und schon wird auch die Ampel grün. Die ansonsten verlorene Zeit ist somit ideal genutzt.

An der roten Ampel schnell eine WhatsApp tippen kostet auch mit einem Elektroauto im Ruhemodus Strafe.

Aber ist das einfach so möglich? Theoretisch steht mein Auto schließlich an der Ampel – der Straßenverkehr ist also nicht gefährdet. Und der Motor meines Elektroautos geht sogar in den Ruhemodus – der Wagen fährt also definitiv nicht. Das Handy am Steuer muss dann doch okay sein.

Straßenverkehrsordnung bezieht E-Auto ein

Das sieht die Straßenverkehrsordnung aber ganz anders: Denn seit dem vergangenen Jahr hat sie einen neuen Zusatz zur Benutzung smarter Geräte am Steuer und regelt explizit auch die Benutzung am Steuer eines E-Autos. Denn bisher gab es keine Regelung zu quasi ausgeschalteten Autos an der Ampel. Jetzt heißt es: „Das fahrzeugseitige automatische Abschalten des Motors im Verbrennungsbetrieb oder das Ruhen des elektrischen Antriebes ist kein Ausschalten des Motors in diesem Sinne.“ An der roten Ampel schnell eine WhatsApp tippen kostet somit auch mit Start-Stopp-Automatik oder in einem Elektroauto im Ruhemodus eine Strafe. Und Handy am Steuer heißt: 100 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg.

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Handy am Steuer und andere smarte Geräte

Und auch ein anderes Schlupfloch machten sich Fahrer zu Nutze: Bis zur Änderung galt das Verbot ausdrücklich für Mobiltelefone und Autotelefone. Andere smarte Geräte führte die gesetzliche Verordnung nicht auf. Tablets und Smartwatches etwa, die ein ebenso großes Gefährdungspotenzial haben, blieben davon unberührt. In der Umformulierung der Regelung bleibt die Straßenverkehrsordnung deshalb jetzt technikoffen – somit lässt sich das Verbot auch auf Neuentwicklungen anwenden. Explizit heißt es in der StVO: „ein elektronisches Gerät, das der Kommunikation, Information oder Organisation dient“. Das gilt ebenfalls für Navigationssysteme, die der Nutzer weder aufnehmen noch in die Hand nehmen darf.

Verfügt das Gerät über eine Sichtfeldprojektion, darf diese für fahrzeugbezogene, verkehrszeichenbezogene, fahrtbezogene oder fahrtbegleitende Informationen benutzt werden.

Hingegen völlig in Ordnung sind Systeme, die mit Sprach- oder Vorlesefunktion ausgestattet sind und Head-up-Displays, die den Blick nicht vom Fahrgeschehen ablenken. Dies gilt jedoch nur dann uneingeschränkt, wenn es sich um Geräte wie Navigationssysteme handelt, die sich auf die Fahrt beziehen: „Verfügt das Gerät über eine Sichtfeldprojektion, darf diese für fahrzeugbezogene, verkehrszeichenbezogene, fahrtbezogene oder fahrtbegleitende Informationen benutzt werden.“ Erst bei einer vollständigen Abschaltung – etwa auf einem Parkplatz oder einem Rastplatz – ist das Aufnehmen und Tippen auf dem Smartphone problemlos möglich.

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