Elektromobilität

Hamburg: Diesel-Fahrverbot bisher ohne Wirkung

von
Thomas Pitscheneder

Die Stadt Hamburg musste deutschlandweit als erste Großstadt ein Fahrverbot für Diesel einführen. Doch bisher hat das offenbar wenig gebracht.

Autos im Stau auf einer städtischen Straße
Verstopfte Straßen gibt es in Hamburg auch trotz Diesel-Fahrverbot. Eine Veränderung des Stickoxid-Gehalts in der Luft hat das Aussperren der alten Diesel auch nicht erwirkt. Foto: Getty Images/Tetra Images

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum das Diesel-Fahrverbot bisher nicht den gewünschten Erfolg brachte
  • Wie sich die Werte an den betroffenen Straßen veränderten
  • Was der BUND nun als Gegenmaßnahmen fordert

Hamburg war die erste deutsche Stadt, die ein Diesel-Fahrverbot einführen musste. Erwirkt hatte das die Deutsche Umwelthilfe durch eine Klage. Seit dem 31. Mai 2018 dürfen ältere Dieselfahrzeuge nicht mehr durch Teile der Stresemannstraße und Max-Brauer-Allee fahren. Damit sollten die erhöhten Schadstoffwerte an diesen Stellen sinken.

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Bereits im Vorfeld bezweifelten Kritiker, dass diese Maßnahme eine positive Auswirkung auf die Stickoxid-Belastung hat. Laut NDR hat der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) festgestellt, dass das auch wirklich der Fall ist.

Hamburg: Nahezu unveränderte Schadstoffwerte

Dafür wertete die Organisation vier Messstellen im direkten Umfeld der Straßen aus. Das Ergebnis ist ernüchternd: Die Stationen an der Kieler Straße und Stresemannstraße zeigten unveränderte Schadstoffwerte an.

In der Max-Brauer-Allee stieg die Belastung sogar von 46 auf 47 Mikrogramm pro Kubikmeter an. Nur in der Habichtstraße war ein positiver Effekt festzustellen. Hier sank das gemessene Stickoxid von 58 auf 55 Mikrogramm. Dennoch liegen alle Messstellen weiter über der erlaubten Grenze von 40 Mikrogramm.

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Stickoxide: Wieso gibt es keine Verbesserung?

Die städtische Behörde für Umwelt und Energie hat jedoch eine Erklärung für die unveränderten Werte. Demnach seien Sondereinflüsse für die weiter hohe Konzentration der Stickoxide verantwortlich. Lange Sperrungen der Fahrverbots-Straßen, etwa aufgrund eines Rohrbruchs, im Jahr 2017 hätten für veränderte Messwerte gesorgt. Deshalb sei ein Jahr später keine signifikante Besserung zu sehen.

Für den BUND ist hingegen klar, dass Hamburg dringend weitere Fahrverbote braucht. Nur so ließen sich die Werte nachhaltig verbessern. So sollen etwa auch Fahrzeuge mit Euro 6 nicht länger durch die betroffenen Straßen fahren dürfen. Außerdem könnten schärfere Kontrollen und die Idee einer Stadtbahn die Probleme lösen.

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