Technik

Haliade-X: Weltgrößte Windkraftanlage soll 2021 Strom liefern

von Paul Bandelin

Die größte und effizienteste Windkraftanlage bisher befindet sich derzeit in der Entwicklung – 16.000 Haushalte soll Haliade-X mit Strom versorgen können.

Haliade-X-Windräder im Meer - auf einer Konzeptzeichnung.
So soll der Windpark der Haliade-X-Windräder einmal aussehen. Foto: GE

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie die größte Windkraftanlage der Welt entsteht
  • Wie Haliade-X die Stromkosten enorm verringern kann
  • Warum die Speicherung des Stroms noch eine Herausforderung ist

Größte Windkraftanlage der Welt: Erste Tests ab 2019

Ein Windrad mit einem Radius von mehr als 100 Metern? Klingt nach einer futuristischen Computeranimation, und das ist es auch – noch. Haliade-X heißt das Vorhaben des US-amerikanischen Mischkonzerns General Electrics und soll in naher Zukunft die größte Offshore-Windturbine der Welt werden.

Die im März 2018 vorgestellte Anlage wäre bei einer Leistung von zwölf Megawatt nicht nur das größte, sondern gleichzeitig auch das effizienteste Windrad der Welt: 16.000 Haushalte soll es mit Strom versorgen. Schon 2019 wird laut Plan der erste Prototyp getestet und nur zwei Jahre später soll die Technik in Serie gehen. Derzeit steckt es aber noch in der Entwicklung.

Das Windrad der Superlative kann mit beeindruckenden Zahlen aufwarten. 200 Meter thront allein das Maschinenhaus über dem Meeresspiegel. Die Flügel messen jeweils 107 Meter – immerhin 20 Meter mehr als der derzeitige Rekordhalter. Auch bei der Stromproduktion muss sich Haliade-X nicht verstecken.

Windkraftanlage Haliade-X reduziert Stromkosten enorm

Mit einer maximalen Leistung von zwölf Megawatt überragt Haliade-X die bislang stärkste Turbine um mehr als das Doppelte, was Experten zufolge auch aus ökonomischer Sicht absolut sinnvoll ist. Denn: Wenige große Anlagen produzieren den Strom bedeutend günstiger als viele kleinere.

Überhaupt gab es in der jüngsten Zeit drastische Preisstürze im Bereich der Windenergie. Kostete eine Kilowattstunde Strom vor einigen Jahren noch rund 18 Cent, ist der Wert mittlerweile auf unter zehn Cent gefallen – ein Ende ist vorerst nicht in Sicht.

Wir haben in den letzten Jahren spektakuläre Kostenreduktionen gesehen.

Giles Dickson, Vorstand des europäischen Windindustrieverbandes Wind Europe

Energiekonzerne halten es für möglich, Offshore-Strom in einer Größenordnung von unter vier Cent für die Kilowattstunde zu produzieren. Ab 2020 sollen zudem die ersten Windparks gebaut werden, die zu einhundert Prozent ohne Subventionen auskommen.

Größenvergleich zwischen Haliade-X, dem Eiffelturm und dem Chrysler Building.
Größenvergleiche mit dem Eiffelturm und dem Chrysler Building muss das Haliade-X nicht scheuen. Foto: GE

Warum größere Windturbinen der günstigere Weg in die Zukunft sind, liegt auf der Hand. Lediglich ein großes Windrad und nicht mehrere kleine bauen zu müssen, erleichtert die Logistik enorm. Zum einen benötigen sie nur ein Fundament und zum anderen bedarf es weniger Installationsschiffe. Weniger Verkabelung zieht weniger Umspannstationen nach sich, und auch die Wartung gestaltet sich einfacher.

Speicherung des Stroms als Herausforderung

Bei den voraussichtlich in Frankreich gefertigten Windkraftanlagen gibt es nur ein kleines Problem – die Speicherung des Stroms. Um dem Herr zu werden, existieren bereits eine Reihe interessanter Ideen.

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So kommt aus den USA beispielsweise der Gedanke, die markanten gelben Schulbussen zu Elektrobussen umzurüsten, um sich dann die Tatsache zunutze zu machen, dass sie den größten Teil des Tages nicht aktiv zum Einsatz kommen. Während der Standzeiten können sie als Pufferspeicher für das amerikanische Stromnetz dienen. Energieforscher und Start-ups haben sich des Themas bereits angenommen.

Eine weitere Idee steckt in den Akkus der Elektroautos. Im Laufe der Zeit sinkt ihre Kapazität, so dass auch die Reichweite kleiner wird – die Akkus funktionieren jedoch weiterhin. Da das Recycling aufwendig und teuer ist, wäre eine weitere Verwendung in stationären Anlagen denkbar. Im so genannten "Second Life" könnten sie in großen Batteriefarmen Energie speichern und bei Schwankungen in der Versorgung zum Tragen kommen.

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