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Hackerangriffe: So werden moderne Autos geschützt

von Paul Bandelin

Nahaufnahme der linken Beifahrertür eines schwarzen Autos. Durch die linke Seitenscheibe ist das Cockpit zu erkennen.
Ihr kommt hier nicht rein: Mit neuen Methoden sichern Autohersteller ihre vernetzten Fahrzeuge gegen Cyberattacken. Foto: Shutterstock / Room 76

Das erfahren Sie gleich:

  • Welchen Schaden Hackerangriffe bei Autos anrichten können
  • Weshalb Porsche gegen Cyberattacken auf die Blockchain setzt
  • Wie ein Start-up aus Israel Autos mit einer Firewall vor Hackerangriffen schützt

Die Autokonzerne arbeiten daran, ihre vernetzten Autos besser vor Cyberattacken zu schützen. Ein Hersteller kooperiert dazu sogar mit Hackern.

Welchen Schaden Hackerangriffe bei Autos anrichten können

Die Vorteile von vernetzten Autos sind groß: Das eingebaute Navi kann mit Echtzeitdaten die Route um den Stau herum planen, das Head-up-Display zeigt eine Gefahrenstelle hinter der nächsten Kurve an, und die Audioanlage spielt die Playlisten vom Smartphone des Benutzers ab.

Der große Nachteil der Vernetzung: Das Auto mit seiner modernen Technik wird als Ziel von Hackerangriffen attraktiv. Hacker können zum Beispiel Bremsen außer Kraft setzen, den Motor stoppen oder persönliche Daten stehlen.

Warum General Motors zum Auto Hacken einlädt

Der Autokonzern General Motors (GM) startete 2016 ein „Vulnerability Disclosure Program“ (ein Programm zur Offenlegung von Sicherheitslücken) auf HackerOne. Das ist eine Plattform, die Unternehmen mit Hackern zusammenbringt, um sie auf mögliche Angriffsflächen in ihren digitalen Produkten aufmerksam zu machen. Über 500 Forschende nahmen bislang an dem Programm teil und fanden über 700 wunde Punkte bei GMs Fabrikaten.

Der Sicherheitsforscher Samy Kamkar fand sogar einen Weg, in den WiFi-Hotspot des OnStar-Systems einzudringen, das GM in vielen Autos verbaut hat. Die Aktion zeigte GM einen Mangel, den sie in der Form nicht erwartet hatten.

Kevin Thierney, Manager für Produktsicherheit bei GM: „Das ist etwas, das wir so sicherlich nicht gesehen oder getestet hätten. Gut, dass die Sicherheitslücke gefunden wurde.“

Weshalb Porsche gegen Cyberattacken auf die Blockchain setzt

Mit Blick auf die drohenden Gefahren einer Cyberattacke setzen sich die Autobauer weltweit intensiv mit dem Thema auseinander. Eine erste Idee kommt dabei aus Deutschland: Porsche will eine Blockchain in Autos einbauen, um sie gegen Hacker zu schützen. Darunter versteht man eine dezentrale, chronologisch aktualisierte Datenbank, die im Netzwerk auf einer Vielzahl von Rechnern gespiegelt vorliegt.

Der Stuttgarter Autobauer befindet sich derzeit im Prozess der digitalen Transformation und kooperiert seit 2017 mit dem Berliner Start-up Xain, das auf Blockchains spezialisiert ist. Die dezentrale Architektur macht die „Ketten“ sicher gegen Hacker und garantiert dem Eigentümer zudem die Hoheit über seine Daten.

Mit dem „Private Key“ ausgestattet, kann nur er auf seine Daten zugreifen. Das sich noch in der Prototyp-Phase befindliche System soll ab 2021 serienmäßig in den Autos verbaut werden.

Wie ein Start-up aus Israel Autos mit einer Firewall vor Hackerangriffen schützt

Auch andernorts befasst man sich intensiv mit dem Thema der Cybersicherheit für Autos. Das in Tel Aviv ansässige Start-up Argus Cyber Security wurde 2013 von Absolventen der israelischen Armee gegründet. Es gilt weltweit als eines der führenden Unternehmen in Sachen Netz-Sicherheit und wurde 2017 vom deutschen Automobilzulieferer Continental gekauft. Argus bietet undurchdringliche und für jedes Auto individuell erstellte Firewalls, die Manipulationen restlos ausschließen können.

Fazit: Viele Autohersteller haben erkannt, dass sie etwas gegen die Gefahr von Cyberattacken auf Autos tun müssen – und kooperieren dafür sogar teilweise mit Hackern. Übrigens: Auch Anbieter von Anti-Viren-Software wie Kaspersky arbeiten inzwischen an der Datensicherheit im Auto.

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