Elektromobilität

Günstige Elektroautos: E-Mobilität für unter 30.000 Euro

von
Arne Schätzle

Ein Elektroauto muss nicht teuer sein. Wir haben die günstigsten Modelle unter 30.000 Euro zusammengestellt und verraten, was Sie für Ihr Geld bekommen.

Ein Mann lädt ein Elektroauto vom Typ Tazzari Zero auf.
Kleine Elektroautos gibt es vergleichsweise günstig zu kaufen. Foto: Getty Images/Cultura RF

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie groß das Angebot an günstigen Elektroautos ist
  • Was die E-Autos in dieser Kategorie bieten
  • Welche Abstriche bei billigen E-Autos gemacht werden müssen

Es ist schon paradox: Zwar gibt es Studien, die schwarz auf weiß belegen, dass Elektroautos auf Dauer günstiger sind als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Aber der hohe Anschaffungspreis lässt viele potentielle Interessierte vor dem Einstieg in die E-Mobilität erst einmal zurückschrecken - das elektrische Auto ist vielen Einsteigern schlichtweg zu teuer.

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Die Anfangsinvestition amortisiert sich allerdings aufgrund der niedrigeren Folgekosten, wie beispielsweise für Wartung und die niedrigeren Ausgaben für Strom im Vergleich zu herkömmlichen Kraftstoffen.

Billige Elektroautos: Klein , wendig - und günstig

Aber es muss ja nicht zwangsläufig das Elektroauto für 70.000 Euro sein, zum Einstieg tut es vielleicht auch ein preiswertes E-Auto: Schon ein Budget von gut 20.000 Euro reicht aus, um elektrisch unterwegs zu sein. Tatsächlich sind manche Elektroautos am Markt heute schon günstiger als vergleichbare Autos mit Verbrenner.

Und wer sich für ein staatlich gefördertes Elektroauto entscheidet, bekommt sogar 4000 Euro Umweltbonus gutgeschrieben. Da wir für unseren E-Auto-Überblick die Obergrenze bei 30.000 Euro angesetzt haben und Prämien nicht einrechnen, bleibt beispielsweise der beliebte Nissan Leaf mit einem Preis von rund 32.000 Euro (ohne Prämie) außen vor.

Wer sich für ein Elektroauto entscheidet, das vor allem günstig sein soll, sollte einige Dinge beachten. Zunächst einmal sind die kleinen Elektroautos keine Reichweitenchampions. Der Peugeot iON und der baugleiche Citroën C-Zero (der ebenfalls baugleiche i-MiEV von Mitsubishi wird mittlerweile nicht mehr hergestellt) schaffen mit einer Akkuladung ungefähr 100 Kilometer, rund 160 Kilometer sind es beim Smart EQ fortwo.

Viele der günstigen E-Autos am Markt eignen sich vor allem für kurze Strecken, den Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen. Es gibt auch E-Autos, die mit einer Batterieladung mehr Strecke machen, wie der Kia Soul EV mit immerhin 250 Kilometern oder der Renault Zoe Life R90 und der der Renault Kangoo Z.E. mit ähnlicher Reichweite.

Günstige Elektroautos

  • Fahrzeugklasse
  • Modell
  • Sitze
  • Steckertyp
  • Leistung in kW und PS
  • Kombinierte Reichweite (laut Hersteller)
  • Verbrauch in kWh/ 100 km (laut Hersteller)
  • Höchstgeschwindigkeit (laut Hersteller)
  • Mindestpreis
  • Leichtkraftfahrzeug
  • Renault Twizy
  • 2
  • Schuko
  • 4 kW/ 5,5 PS
  • 120 km (ECE-15)
  • 5,8 kWh/ 100 km
  • 45 km/h
  • ab 6.950 Euro, exkl. zusätzlicher Batteriemiete
  • Leichtkraftfahrzeug
  • Microlino
  • 2
  • Typ 2
  • 8 kW/ 11 PS
  • 125 km (ECE-15)
  • 90 km/h
  • 12.000 Euro
  • Kleinstwagen
  • e.GO Life
  • 4
  • Typ 2
  • 20 kW/ 27 PS
  • 121 km (NEFZ)
  • 9,9 kWh/ 100 km
  • 116 km/h
  • 15.900 Euro
  • Kleinstwagen
  • Citroën C-Zero
  • 4
  • Typ 1/ CHAdeMO
  • 49 kW/ 67 PS
  • 100 km (WLTP)
  • 17,0 kWh/ 100 km
  • 130 km/h
  • ab 21.800 Euro
  • Kleinstwagen
  • Peugeot iON
  • 4
  • Typ 1/ CHAdeMO
  • 49 kW/ 67 PS
  • 100 km (WLTP)
  • 17,0 kWh/ 100 km
  • 130 km/h
  • ab 21.800 Euro
  • Kleinstwagen
  • Smart EQ Fortwo
  • 2
  • Typ 2
  • 60 kW/ 82 PS
  • 157 km (WLTP)
  • 14,2 kWh/ 100 km
  • 130 km/h
  • ab 21.940 Euro
  • Kleinstwagen
  • VW e-Up
  • 4
  • Typ 2/ CCS
  • 60 kW/ 82 PS
  • 134 km (WLTP)
  • 14,3 kWh/ 100 km
  • 130 km/h
  • ab 22.975 Euro
  • Kleinwagen
  • Renault Zoe Life R90 (41 kWh)
  • 5
  • Typ 2
  • 43 kW/ 59 PS
  • 175 km (WLTP)
  • 16,8 kWh/ 100 km
  • 135 km/h
  • ab 24.990 Euro, exkl. zusätzlicher Batteriemiete
  • Kleinwagen
  • Smart EQ Forfour
  • 4
  • Typ 2
  • 60 kW/ 82 PS
  • 132 km (WLTP)
  • 16,6 kWh/ 100 km
  • 130 km/h
  • ab 22.600 Euro
  • Kompaktklasse
  • Citroën E-Mehari (Hardtop)
  • 4
  • Typ 1/ CHAdeMO
  • 50 kW/ 68 PS
  • 195 km (NEFZ)
  • 20 kWh/ 100 km
  • 110 km/h
  • ab 26.470 Euro
  • Kompaktklasse
  • Kia Soul EV
  • 5
  • Typ 1/ CHAdeMO
  • 81 kW/ 110 PS
  • 250 km (NEFZ)
  • 14,7 kWh/ 100 km
  • 145 km/h
  • ab 29.490 Euro
  • Kompaktklasse
  • Sono Motors Sion*
  • 5
  • Typ 2/ CCS
  • 80 kW/ 109 PS
  • 255 km (WLTP)
  • 14 kWh/ 100 km
  • 140 km/h
  • ab 16.000 Euro. exkl. Batteriekauf oder -miete
  • Transporter
  • Renault Kangoo Z.E.
  • 2-5
  • Typ 2
  • 44 kW/ 60 PS
  • 200 km (WLTP)
  • 15,2 kWh/ 100 km
  • 130 km/h
  • ab 20.820 Euro, exkl. zusätzlicher Batteriemiete

Elektroauto günstig kaufen: Was ist mit der Batterie?

Die Batterie ist das teuerste Einzelteil am Elektroauto, sie allein kann bereits mit rund 10.000 Euro zu Buche schlagen. Um die Fahrzeug-Angebote möglichst günstig zu gestalten, ist bei einigen E-Autos die Batterie nicht im Preis inbegriffen, sondern muss monatlich gemietet werden. So kann Renault den Zoe und den Kangoo Z.E. bereits für jeweils rund 21.000 Euro anbieten.

Die Höhe dieser monatlichen Rate ist selbst bei ein und demselben Modell unterschiedlich, da sie sich anhand mehrerer Faktoren berechnet, wie beispielsweise Laufleistung und Mietdauer. Beim Renault Zoe liegt sie beispielsweise zwischen 79 und 119 Euro.

Der Vorteil: Macht der Akku des Fahrzeugs irgendwann einmal Probleme, erhält man innerhalb der Mietlaufzeit kostenlos Ersatz. Bei Preisen von mehreren tausend Euro für einen Akku ein durchaus beruhigender Faktor.

Dann wären da noch die quantitativen Ausstattungsmerkmale der elektrischen Fahrzeuge. Da die günstigen Stromer meistens relativ klein sind, ist bei vielen Modellen im Innenraum wenig Platz. Fünf Sitzplätze leisten sich in dieser Preisklasse nur die wenigsten Modelle, in der Regel muss der Käufer mit zwei oder vier Sitzen im E-Auto Vorlieb nehmen.

Welches Elektroauto ist wirklich günstig?

Im Wettbewerb um den Titel "günstigstes Elektroauto" sind derweil auch einige Autos im Rennen, deren Marktstart noch bevor steht. Zum einen der e.GO Life, ein Elektroauto des Aachener Startups e.GO Mobile AG. Dieses ist eine Ausgründung der RWTH Aachen, die bereits den Streetscooter entwickelt hat, einen Transporter, mit dem die Deutsche Post inzwischen bundesweit Pakete ausliefert.

In der kleinsten Variante als viersitziger Kleinstwagen mit 27 PS verspricht der Hersteller 116 km/h und bietet den e.GO Life für 15.900 Euro an. Und auch bei den Materialien dieses neuen Elektroautos haben sich die Hersteller etwas einfallen lassen: So ist die Karosserie aus Thermoplaste gefertigt, einem leichten Kunststoff, aus dem auch Legosteine hergestellt werden.

Etwas größer fällt der Sono Sion des deutschen Start-ups Sonos Motors aus. Auch dieser Fünfsitzer soll im Frühjahr vom Band rollen, verspricht eine Reichweite von 250 Kilometern und soll ohne Akku ebenfalls 16.000 Euro kosten.

Die Besonderheit ist die Karosserie: Das Mini-Auto ist auf Dach, Heck und an den Seiten mit Solarzellen ausgestattet, die die Batterie im Stand und während der Fahrt zusätzlich aufladen. Auch ohne zusätzliche Solarenergie im Tank schafft das Auto 250 Kilometer, durch die Solarpanel sollen täglich 30 Kilometer hinzukommen bei einer Spitzengeschwindigkeit von 140 km/h.

Elektromobilität richtig günstig: Renault Twizy und Microlino

Der Renault Twizy hingegen zählt streng genommen nicht zur Gattung der Elektromobile beziehungsweise Autos. Vielmehr handelt es sich um ein sogenanntes Leichtkraftfahrzeug, einen Quad, den Renault um eine Fahrerkabine aufgerüstet hat.

Als Zweisitzer hat der Twizy gerade mal 18 PS, fährt maximal 80 km/h und schafft 120 Kilometer mit einer Ladung – mit rund 7000 Euro das günstigste Angebot in unserem Vergleich.

Mit einem ähnlichen Setup geht ein weiterer Mitbewerber an den Start, der Microlino aus der Schweiz, der ein wenig an den 1950er-Jahre Kabinenroller Isetta erinnert. Hersteller ist das Startup Micro Mobility Systems, das einen Marktstart im Frühjahr verspricht.

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Barcelona Brown you rock🤟🏼 #microlino #barcelonabrown

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Der Zweisitzer kommt mit einer 8 kWh- oder einer 14,4 kWh-Batterie und entsprechenden 120 oder 215 Kilometern Reichweite, bei einer Maximalgeschwindigkeit von 90km/h. Der Preis soll bei ungefähr 12.000 Euro liegen.

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Fazit: Auch im niedrigen Preissegment bis 30.000 Euro stehen interessierten Autokäufern einige Elektrofahrzeuge zur Auswahl, die sich in ihren Features durchaus unterscheiden. Seien es die unterschiedlichen Kapazitäten der Batterien, Reichweiten oder die Ausstattungsmerkmale der Fahrzeuge, wie beispielsweise die Anzahl der verfügbaren Sitze.

Das Auto und seine Features sollten daher bedacht ausgesucht und den eigenen Bedürfnissen entsprechend gewählt werden, dann steht dem dem günstigen Start in die E-Mobilität nichts mehr im Wege.

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