Leben

Grüne Welle für Radfahrer: Mobilität der Zukunft in Düsseldorf

von Paul Bandelin

Grüne Welle für Radfahrer und kommunizierende Autos: So will Düsseldorf zur Smart City werden – und die Mobilität der Zukunft vorantreiben.

Die Skyline von Düsseldorf, in der Mitte der Rheinturm.
Düsseldorf will zur Smart City werden und gleichzeitig Radfahrer auf den Straßen stärken – mit einer grünen Welle. Foto: picture alliance/dpa

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Teile von Düsseldorf zur Teststrecke der Mobilität der Zukunft werden
  • Wie die Smart City Autos, Busse, Ampeln und Radfahrer vernetzen will
  • Wie die grüne Welle die Stadt fahrradfreundlicher machen soll

"Kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf" (KoMoD) heißt das Stichwort in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Dabei handelt es sich genau genommen um ein Projekt zur Autonomisierung von Fahrzeugen, das sich auf einer etwa 20 Kilometer langen Probestrecke in der Peripherie der Stadt abspielt.

Hendrik Wüst, Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister, Thomas Geisel, Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf und Cornelia Zuschke, Verkehrsdezernentin eröffneten am 24. September 2018 auf dem Betriebshof der Rheinbahn in Heerdt im Nordwesten der Stadt eine Teststrecke für autonom agierende und miteinander vernetzte Autos.

Die gesammelten Daten sollen für die Mobilität der Zukunft genutzt werden. Insgesamt sind 16 Partner in das Großprojekt involviert. Dazu zählen beispielsweise Vodafone, Siemens Mobility, Ford und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

Mobilität der Zukunft: Düsseldorf als Smart City

Umgerüstete und miteinander vernetzte Autos, Busse und Ampeln sollen sich entlang der Teststrecke gegenseitig über die aktuelle Verkehrssituation und potenzielle Gefahren informieren, die für den jeweiligen Fahrer noch nicht sichtbar sind. Im Juni 2017 begann der interne Testbetrieb und seit Ende September läuft das Projekt für die Smart City auch offiziell.

Staus werden kürzer, und die Zahl der Unfälle und Verkehrstoten wird rapide sinken.

Hannes Ametsreiter, CEO Vodafone Deutschland

Die Teststrecke verläuft dabei zwischen den Autobahnkreuzen Düsseldorf-Nord (A57 und A44), Kaarst (A57 und A52) sowie auf einer Route Richtung Innenstadt über die Rheinkniebrücke. Das Gesamtprojektvolumen von KoMoD beträgt 14,8 Millionen Euro, wobei das Land NRW mit einem Fördervolumen von rund neun Millionen Euro beteiligt ist.

Insgesamt umfasst das bis Juni 2019 laufende Projekt acht unterschiedliche Showcases, zu deren Bewältigung die unterschiedlichen Fahrzeuge später in der Lage sein sollen. Bisher sitzen während der Datensammlung aber noch menschliche Fahrer am Steuer. Die Showcases umfassen:

  • Befolgen der wegweisenden Empfehlungen im Parkhaus
  • Zulässige Höchstgeschwindigkeiten bei Sperrungen und in Tunneln einhalten
  • Vermeidung von Halte-, Brems- und Beschleunigungsvorgängen bei Lichtsignalanlagen
  • Integration des ÖPNV in die C2X-Technologie – eine App für sichere Rettungsgassen
  • Identifikation kritischer Verkehrssituationen
  • Grüne Welle für Radfahrer
  • Fahrstreifenwechsel bei eingeschränkter Befahrbarkeit des Streckenabschnitts (Rettungsgasse)
  • Smart Parking – Umsetzung des automatisierten Parkservices

Grüne Welle für Radfahrer

Auch Radfahrer sollen von der Smart City profitieren und schneller von A nach B kommen. Dafür testet die Stadt einen Grüne-Welle-Assistenten für Radfahrer. Er zeigt die richtige Geschwindigkeit an, um mehrere Ampeln in einem Rutsch überfahren zu können. So kann das System das Leben der Radfahrer in der Stadt deutlich erleichtern.

Zudem bekommt der Radler visualisiert – oder via Sprachausgabe – Infos dazu, wann sich die Ampel wieder auf Grün schaltet. So kann er dementsprechend seine Geschwindigkeit anpassen. Insgesamt sind sieben Fahrräder in das Projekt involviert. Die dazu benötigte "Grüne-Welle-App" stellt der Mobilfunkanbieter Vodafone bereit. Ein ähnliches System – jedoch für Autos – testet derzeit die Nordmetropole Hamburg.

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