Elektromobilität

Großbritannien fördert Elektromobilität – aber was kommt nach dem Brexit?

von
Carola Franzke

Aktuell ist Großbritannien dabei, innovative Projekte in Sachen Elektromobilität und autonome Autos zu fördern. Nach dem Brexit könnte alles anders werden.

Die Forth Road Bridge in Schottland.
Ambitioniertes Projekt: Auf der Forth Road Bridge in Schottland sollen ab 2021 fahrerlose, öffentliche Verkehrsmittel Passagiere befördern. Foto: Shutterstock / T.W. van Urk

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Großbritannien Innovationen in Sachen autonome Autos fördert
  • Wie die britische Autoindustrie bisher von den Wünschen der Regierung profitiert
  • Warum Forschungsvorhaben nach dem Brexit ohne EU-Fördermittel wohl schwieriger werden

Großbritannien arbeitet hart daran, der internationalen Konkurrenz in Sachen Autonomie und Elektromobilität keinen großen Vorsprung zu lassen. Ein ambitioniertes Projekt sieht vor, bis 2021 fahrerlose öffentliche Verkehrsmittel zu etablieren. Unter anderem sollen in Schottland autonome Busse und in einigen Londoner Bezirken autonome Taxis verkehren.

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Innovationen im öffentlichen Nahverkehr

In Schottland sollen die autonomen Busse zunächst auf der Forth Road Bridge verkehren. Mit über 2,5 Kilometern Länge war die Mitte der Sechziger Jahre eröffnete Hängebrücke damals die größte Brücke dieser Art in ganz Europa.

Auch heute noch ist die Forth Road Bridge ein beeindruckendes und viel frequentiertes Bauwerk. Die autonomen Busse sollen wöchentlich bis zu zehntausendmal auf der rund 23 Kilometer langen Strecke zwischen Fife und Edinburgh verkehren. Dabei müssen die zwanzigminütigen Touren mit bis zu 42 Passagieren anfangs noch menschliche Sicherheitsfahrer begleiten. Für dieses Vorhaben stellt die britische Regierung umgerechnet rund 4,9 Millionen Euro zur Verfügung.

Weitere Vorhaben betreiben das privatwirtschaftliche Taxiunternehmen Addison Lee in Kooperation mit Oxbotica, einem Spezialisten für autonome Steuerungen, sowie Jaguar Land Rover. Addison Lee plant eine Ausweitung der Tests mit autonomen Taxis in Greenwich auf die gesamte Region bis 2021. Dafür erhält das Unternehmen, welches in direktem Wettbewerb zu Uber steht, Fördergelder der britischen Regierung in unbekannter Höhe.

Jaguar Land Rover dagegen bereitet einen "Premium Mobility Service" vor. Im Londoner Stadtgebiet sollen dafür sechs fahrerlose Land Rover Discovery zum Einsatz kommen. Andere Projekte betreiben die Autobauer Ford und Tata.

Großbritannien fördert Innovationen

Die Forschung und Entwicklung an den genannten Projekten fördert die britische Regierung mit mehr als 28 Millionen Euro. Ein Ziel Großbritanniens dürfte darin liegen, nicht einfach dabei zuzusehen, wie die USA, China und Japan in der Entwicklung autonomer Fahrzeuge uneinholbare Vorsprünge erzielen.

Hohe Summen an Fördergeldern fließen zudem in die Verbreitung von Elektromobilität. Innovationen auf diesem Gebiet fördert die Regierung mit einem Gesamtbudget von umgerechnet etwa 1,2 Milliarden Euro: Großbritannien forciert die Umstellung auf Elektroantriebe mit der "Road to Zero". Ab 2040 dürfen im Inselstaat nur noch Elektro- und Hybridfahrzeuge verkauft werden, Neubauten sollen mit Ladestationen ausgestattet werden – selbst bei Elektroflugzeugen fördert Großbritannien innovative Lösungen.

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Brexit bedeutet Aus für EU-Fördermittel

Wie es nach einem möglichen Brexit mit vielen Forschungsprojekten weitergeht, ist unklar. Denn innerhalb der EU gibt es bislang eine Vielzahl länderübergreifender Projekte, bei denen Universitäten miteinander kooperieren. Viele solcher Projekte erhielten in der Vergangenheit natürlich auch EU-Fördermittel, um die europäische Gemeinschaft als Ganzes im weltweiten Wettbewerb konkurrenzfähig zu halten. Nach einer Übergangsphase für laufende Förderungen lassen sich diese Gelder nicht mehr abrufen.

Inzwischen bereiten sich viele Universitäten auf dem europäischen Festland auf ganz eigene Art auf den möglichen Brexit vor: Es ist schon jetzt abzusehen, dass sich Wissenschaftler und auch Studenten vermehrt nach Wirkungsstätten in anderen Ländern umsehen. Selbst bekannte Eliteuniversitäten wie Cambridge und Oxford könnten darunter leiden, dass mit dem Brexit nicht nur die Kooperationen mit anderen Forschungsstätten schwieriger werden, sondern eben auch die EU-Fördermittel wegfallen.

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