Technik

Mega-Akku: Brite fordert Tesla-CEO Elon Musk heraus

von Paul Bandelin

Der Brite Sanjeev Gupta will Tesla-Chef Elon Musk übertrumpfen. Sein Mega-Akku soll in Australien ein Stahlwerk mit Ökostrom versorgen.

Am Tesla-Hauptsitz ist auf beigen Steinen das rote Tesla-Logo zu erkennen.
Hoch gepokert: Hätte Tesla-Chef Elon Musk seine Wette um den Bau des Akkus verloren, hätte Tesla die Kosten von rund 42 Millionen Euro selber zahlen müssen. Foto: Shutterstock / Katherine Welles

Das erfahren Sie gleich:

  • Was der Akku von Tesla CEO-Elon Musk kann
  • Was Musks Konkurrent Sanjeev Gupta plant
  • Warum Australien den Anteil an erneuerbaren Energien steigern will

Was der Akku von Tesla CEO-Elon Musk kann

Anfangs ging es um eine Wette. Tesla-CEO Elon Musk wettete Anfang November 2017 mit dem australischen Milliardär Mike Cannon-Brookes, dass er es schaffe, innerhalb von 100 Tagen einen Mega-Akku mit 100 MW Leistung zu konstruieren.

63 Tage nach der Vertragsunterzeichnung stand das aus Lithium-Ionen-Zellen hergestellte Konstrukt. Die Eckdaten:

  • Leistung bis zu 100 MW
  • Kapazität bis zu 129 MWh
  • Hersteller der Batteriezellen: Samsung SDI
  • Garantie: 15 Jahre
  • Baukosten: Rund 42 Millionen Euro

Sie merken schon an den Daten: Es geht hier nicht um einen Akku für die Elektromobilität, sondern um einen stationären Stromspeicher. Heute versorgt der Akku rund 30.000 Haushalte mit aus Wind gewonnener Energie. Der Premierminister des Bundesstaates South Australia, Jay Weatherhill, wertete den Schritt als „bedeutenden Moment für die erneuerbare Energie“.

Was Musks Konkurrent Sanjeev Gupta plant

Ein anderer Milliardär, der in Indien geborene Brite Sanjeev Gupta, will noch weiter gehen – mit einer Leistung von 120 Megawatt peilt er einen noch leistungsstärkeren Akku an. Dieser neue Akku soll sich rund 100 Kilometer entfernt von Musks Tesla-Anlage im Bundesstaat South Australia befinden.

Portrait von Sanjeev Gupta, dem CEO von Liberty House.
Der Herausforderer: Sanjeev Gupta ist CEO von Liberty House. Zu seinem Konzern gehört auch die australische Firma Zen Energy, deren Stahlwerk von dem neuen Super-Akku versorgt werden soll. Foto: picture alliance / empics

Die Aufgabe des Akkus steht auch schon fest – er soll einer Solarfarm Unterstützung liefern, die ein nahe gelegenes Stahlwerk in der Stadt Whyalla versorgt. Das wiederum gehört zu Guptas Konzern Liberty House.

Eine finanzielle Unterstützung in Höhe von zehn Millionen Australischen Dollar (etwa 6,32 Millionen Euro) stellt bei dem Vorhaben die australische Regierung. Das Geld kommt aus dem Renewable Technology Fund, der mit einem Jahresbudget von 150 Millionen Australischen Dollar (etwa 93,4 Millionen Euro) gut gefüllt ist.

Warum Australien den Anteil an erneuerbaren Energien steigern will

Die Stromversorgung in South Australia ist teuer und noch dazu unzuverlässig. Immer wieder kommt es in der Region zu teils erheblichen Stromausfällen – 2016 traf es fast alle 1,7 Millionen Einwohner. Manche von ihnen mussten sogar zwei Wochen ohne Strom auskommen.

Solarpanel stehen auf einer grünen Wiese.
Erneuerbare Energien: Der Strom, der in dem neuen Akku gespeichert wird, kommt von einer Solarfarm. Foto: Shutterstock / Praethip Docekalo

Schon seit Jahren sitzt der Fokus der Regierung des Bundesstaates South Australia auf erneuerbaren Energien. Sie will damit die Versorgungsprobleme in den Griff kriegen und die Stromkosten senken.

Wir wissen, dass mehr erneuerbare Energien billigeren Strom bedeuten.

Australiens Premierminister Jay Weatherhill

75 Prozent seines Strom will South Australia bis 2025 aus erneuerbaren Energien gewinnen – bislang sind es ngefähr 50 Prozent. Dafür werden in den nächsten Jahren in jedem Fall noch größere Speicherkapazitäten benötigt. Der Bundesstaat beansprucht für sich die nationale Vorherrschaft auf dem Gebiet des Ökostroms.

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Darüber hinaus hat Tesla im Februar 2018 angekündigt, das größte virtuelle Kraftwerk der Welt in dem Landstrich zu errichten. Rund 50.000 Haushalte sollen dafür mit Solaranlagen und Powerwalls (so nennt Tesla seine Stromspeicher für den Heimbedarf) ausgestattet und zusammengeschaltet werden.

Das virtuelle Kraftwerk soll laut Plan 250 Megawatt Leistung (entspricht ungefähr der Kapazität eines großen Kohlekraftwerks) liefern und in vier Jahren fertiggestellt sein. Wetten?

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