Leben

Green City Guide: Der perfekte Bio-Urlaub in Kopenhagen

von Ricarda Landgrebe

Kopenhagen gilt als Vorreiter in Sachen Lebensqualität. Doch wie grün ist die dänische Metropole wirklich? Die besten Tipps für Øko-Ferien im Norden.

Green City Guide: Der perfekte Bio-Urlaub in Kopenhagen
Grüner geht's kaum: Das Restaurant ØsterGro baut seine Lebensmittel auf der eigenen Dachfarm an. Foto: Andrea Pontoppidan

Das erfahren Sie gleich:

  • Die besten Biohotels in Kopenhagen
  • Die schönsten nachhaltigen Sehenswürdigkeiten
  • Restaurants mit Bioküche

Hinkommen – smarte und günstige Anreise

Am schönsten, günstigsten und klimafreundlichsten ist es, mit der Fähre ab Puttgarden nach Kopenhagen zu reisen – dort sind bereits Fähren mit Hybridantrieb (Elektromotor und Verbrenner) im Einsatz. Im Bauch des Schiffs finden Autos und der Zug Platz zum Parken. Wenn man sich an Deck den Wind um den Kopf pusten lässt und die Meeresluft des Fehmarnbelt einatmet, kommt Ferienfeeling auf. Am Ende der 45-minütige Überfahrt nach Rødby geben die vielen Windräder einen ersten Eindruck vom umweltbewussten Dänemark.

Wohnen – die besten Biohotels

Crown Plaza Copenhagen Towerrs
Nachhaltigkeit im Wolkenkratzer: Das Crown Plaza in Kopenhagen setzt voll auf Bio und Umweltschutz. Foto: Thomas Rockall Muus

Für jeden Geschmack und jedes Budget bietet Kopenhagen empfehlenswerte Biohotels: Das „Crown Plaza Copenhagen Towers“ (ab ca. 200 Euro pro Nacht) ist weltweit eine der Vorzeigeherbergen in Sachen Nachhaltigkeit: Draußen parken Elektroautos, Essensreste werden in Biogas verwandelt und Zahnbürsten und Shampoo-Fläschchen sind aus biologisch abbaubarer Kartoffelstärke. Lebensmittel lässt das Biohotel übrigens nur dreimal pro Woche liefern, statt wie viele andere Hotels zweimal täglich. Nicht nur optisch beeindruckend ist die Hotelfassade mit Hightech-Solarmodulen: Das futuristische Gebilde ist die größte private Photovoltaikanlage Dänemarks mit einer Produktion von 170.000 Kilowattstunden im Jahr – das entspricht einem Jahresverbrauch von 55 Einfamilienhäusern.
Wer Design liebt, sollte in einem der drei Kopenhagener Ableger der Guldsmeden-Hotels (ab 150 Euro pro Nacht) unterkommen: Im „Axel“, „Bertrams“ und „Carlton“ wird neben stlyischem Interieur stark auf Nachhaltigkeit gesetzt.

Anschauen – ökologische Sehenswürdigkeiten

Zur Sightseeing-Tour heißt es: Ab aufs E-Bike. So fällt man nämlich gar nicht als Tourist auf: Zwei von drei Kopenhagenern radeln täglich zur Arbeit, selbst für Großeinkäufe verzichten sie auf das Auto – dafür gibt es schließlich die im Stadtteil Christiania entwickelten und gleichnamigen Lastenräder. Dass Fahrräder in Kopenhagen Haupttransportmittel sind, wundert nicht: Die Radwege sind mindestens zweieinhalb Meter breit, es gibt eine grüne Welle bei durchschnittlicher Geschwindigkeit. Und wer doch mal warten muss, kann sich bequem an erhöhten Trittleisten abstützen.

E-Bikes in Kopenhagen
Weiße Flotte: Um die Sehenswürdigkeiten Kopenhagens zu besichtigen, eignet sich am besten ein Leih-E-Bike. Foto: Jon Ram Bruun-Pedersen

Für den Tivoli haben die Kopenhagener extra eine Windmühle zur Stromerzeugung errichtet.

Erste Station unserer Öko-Tour: Tivoli am Hauptbahnhof, vermutlich der weltweit einzige Freizeitpark, für den eigens eine Windmühle zur Stromerzeugung der Fahrgeschäfte errichtet wurde. Danach lohnt sich eine Shoppingtour durch die Stadtviertel Nørrebro und Vesterbro, wo es viele nachhaltige Boutiquen und Bistros gibt. Im Sommer lohnt es sich, für die Stadterkundung Badesachen einzupacken: Die Wasserqualität in Kopenhagen ist so gut, dass man in den zahlreichen Hafenbädern bedenkenlos schwimmen kann. Oder man mietet sich bei GoBoats ein Bötchen, das durch Sonnenenergie angetrieben wird, und schippert durch die Kanäle.

Eingang des Tivoli in Kopenhagen
Tradition trifft Nachhaltigkeit: Der Tivoli wurde 1843 eröffnet – und bezieht seinen Strom aus einer eigenen Windmühle. Foto: Lasse Salling

Der beste Grund, um die Innenstadt für einen Tagesausflug zu verlassen, ist das Louisiana Museum. 40 Kilometer von der dänischen Hauptstadt entfernt, fährt man mit der Bummelbahn durch traumhafte Landschaften bis Humlebæk. Hier gibt es eine der bedeutendsten Sammlungen zeitgenössischer Kunst inmitten von unberührter Natur. Highlight: Im Museumsgarten mit Blick aufs Meer ein Smørrebrød essen.

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Essen – Green Kitchen

Kulinarische Vielfalt gibt es in Kopenhagen wirklich überall, Bioangebote gehören zum Standard. Hier aber zwei ganz besondere Foodie-Highlights: Vor einem Shoppingbummel in der Innenstadt empfehlen wir ein Frühstück oder Lunch im 42Raw. Die Küche bleibt hier nahezu kalt, und es gibt ausschließlich vegane Gerichte. Erwärmen die Köche etwas, dann nur schonend und über mehrere Stunden im 42 Grad warmen Dörrofen. Auf der Speisekarte des hippen Rohkost-Bistros stehen neben köstlichen Smoothies und Acai-Bowls auch raffinierte Arrangements, etwa eine Lasagne aus Cashewcreme und Zucchinischeiben.

Restaurant ØsterGro in Kopenhagen
Wer im Glashaus sitzt: Das ØsterGro serviert seine Bio-Gerichte in einem Gewächshaus über den Dächern Kopenhagens. Foto: Andrea Pontoppidan

Ein ganz besonderes Dinner erleben Besucher über den Dächern der Stadt in Østerbr. Auf der Dachfarm ØsterGRO werden ökologische Lebensmittel gezüchtet und im Rooftop-Gewächshaus serviert. Alles, was das Restaurant nicht selbst anbaut, bezieht es aus der Region. Zu den simplen, saisonalen Gerichten gibt es Biowein.

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