Technik

GoFly: Boeings Innovationswettbewerb für individuelle Fluggeräte

von
Carola Franzke

Der GoFly-Wettbewerb von Boeing sucht innovative Forscher, die Personen-Fluggeräte entwickeln sollen – ob sie jemals markttauglich werden, bleibt fraglich.

Drei Flugzeuge, die am Himmel einen Kondensstreifen hinter sich bilden.
Statt dem Flugzeug könnten zukünftig individuelle Fluggeräte den Luftraum übernehmen. Foto: Shutterstock / Nasrul Ma Arif

Das erfahren Sie gleich:

  • Was der GoFly-Wettbewerb von Boeing ist
  • Welche Fluggeräte es in die zweite Runde des Wettbewerbs geschafft haben
  • Ob der Wettbewerb wirklich Innovationen schafft

Der Flugzeugbauer Boeing hat den Erfinderwettbewerb „GoFly“ ins Leben gerufen, bei dem es um Fluggeräte für den Individualverkehr geht. Die Grundanforderung: Eine Person rund 30 Kilometer weit durch die Luft zu transportieren. Insgesamt winkt ein Preisgeld von zwei Millionen US-Dollar – für das Team, das es durch alle drei Phasen des Wettbewerbs schafft.

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Die erste Wettbewerbsphase endete am 30. April 2018: Bis zu diesem Tag konnten Technik-Konzeptentwürfe für GoFly eingereicht werden. Eine Expertenjury entschied inzwischen, welche zehn Teams von den insgesamt mehr als 600 Teilnehmern in die zweite Phase kommen.

Die Teams erhielten ein Budget von je 20.000 US-Dollar. Von den Mitte Juni 2018 bekanntgegebenen Gewinnern stammen sechs Teams aus den USA, eines aus Japan und drei aus verschiedenen europäischen Ländern.

GoFly: Individuelle Fluggeräte für den Arbeitsweg?

Die zehn Teams, die in der zweiten Runde um die vier Plätze für die dritte Phase kämpfen, haben recht unterschiedliche Entwürfe eingereicht.

  • Das lettische Team stellt sich mit seinem „Era Aviabike“ eine Art Motorrad mit schwenkbaren Rotor-Anordnungen vor: Vier mal vier Rotoren, die beim Start und während des Fluges unterschiedlich ausgerichtet werden sollen
  • Beim Entwurf „Hummingbuzz“ vom Team der Georgia Tech soll der Fahrer auf etwas sitzen, was wie ein riesiger, nach unten gerichteter Doppelventilator aussieht
  • Der Entwurf „Harmony“ eines texanischen Teams erinnert an einen Pürierstab

Eines haben die Entwürfe bisher fast alle gemeinsam: Auf einem normalen Pkw-Stellplatz würden sich diese Fluggeräte eher nicht abstellen lassen, denn sie wirken recht wuchtig.

Schafft der Wettbewerb Innovation?

An den meist recht beengten Bedingungen des Individualverkehr werden die schicken Flitzer sicher nichts ändern. Denn egal welche Konzepte am Ende gewinnen, die GoFly-Fluggeräte wären eher für den Arbeitsweg oder als Ersatz für eine Motorrad-Spritztour gedacht. Doch ist das wirklich das Ziel? Von GoFly heißt es:

Wir wissen, dass der Weg zu persönlichen Fluggeräten lang und schwer ist. Aber wir sind unglaublich ermutigt von den starken Projekten, die bei uns eingegangen sind.

Gwen Lighter, CEO bei GoFly

Technik

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In den Statuten von GoFly ist die Rede davon, die Faszination des Fliegens neu zu beleben und zu zeigen, dass es weiterhin innovative Ideen für die Luftfahrt gibt. Zwar wird es am Ende das saftige Preisgeld und ein „Fly-off“, also ein Flugrennen, der vier finalen Teams geben. Doch wichtiger ist wohl insgesamt der gezeigte Erfindergeist sowie die innovativen Konstruktionen, die verwendeten Materialien, und so weiter.

Sicher will sich das Unternehmen damit auch als innovativer und offener Arbeitgeber positionieren. Eine Form der Public Relations, die im „War for Talents“ immer wichtiger wird. Für den technikbegeisterten Betrachter lohnt es sich dennoch, dem Wettbewerb zu folgen: Vielleicht springt ja doch ein vermarktbares Flugbike oder die Personendrohne von morgen dabei heraus.

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