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Technik

Glasfasernetz und 5G: Hilft die DB beim Breitbandausbau?

von Paul Bandelin

Die Deutsche Bahn könnte ihr Glasfasernetz für Mobilfunkanbieter bereitstellen – der Breitbandausbau und das 5G-Netz würden davon stark profitieren.

Schienen der Deutschen Bahn, die das Unternehmen zum Teil vermietet. Ähnlich könnte es mit dem Glasfasernetz laufen.
Die Deutsche Bahn verlegt nicht nur Schienen, sondern auch Glasfaser für den Datenverkehr. Foto: Shutterstock / watcher fox

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum das Glasfasernetz der Deutschen Bahn ein entscheidender Faktor beim Breitbandausbau sein könnte
  • Wie sowohl die Bahn als auch ein kooperierendes Telekommunikationsunternehmen davon profitieren könnten
  • Weshalb der Ausbau für das 5G-Mobilfunknetzes entscheidend ist

Der Breitbandausbau kommt in Deutschland bisher nicht so recht in die Gänge. Mithilfe der Deutschen Bahn könnte sich das in naher Zukunft ändern. Der Konzern mit Hauptsitz in Berlin denkt offenbar laut darüber nach, einen Teil seines Glasfasernetzes zu vermarkten und so beim Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes behilflich zu sein.

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Immerhin ist über die Hälfte des 33.000 Kilometer umfassenden Streckennetzes der Deutschen Bahn mit Glasfaser ausgestattet – 18.500 Kilometer sind es insgesamt, die unterirdisch neben den Trassen verlaufen.

Breitbandausbau als Win-Win-Situation?

Bevor die Deutsche Bahn Daten transportiert, braucht sie aber noch einen finanziell potenten Partner in der Telekommunikationsbranche. Die Möglichkeiten des Bahnnetzes dürften in jedem Fall interessant sein.

Schließlich suchen die Mobilfunkbetreiber nach Glasfaserverbindungen im Land, die zum Ausbau in jedem Fall benötigt werden. Mit der vorhandenen Technik könnten sie einen Großteil der Tiefbaukosten für das Verlegen der Leitungen einsparen.

Wir als Bahn könnten also unser Glasfasernetz vermarkten und so Teil der Lösung werden. Und mit diesen zusätzlichen Mitteln könnte man den weiteren Ausbau des Breitbandnetzes mitfinanzieren.

Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender Deutsche Bahn gegenüber der Funke Mediengruppe

Interessant zu wissen ist dabei, dass die Bundesnetzagentur Anfang 2019 die 5G-Frequenzen versteigert. Der Verkauf scheiterte bislang daran, dass der Breitbandausbau nicht vorankam. Gelingt es der Bahn tatsächlich, Interessenten und Investoren zu finden, könnte sie mit dem erwirtschafteten Geld den Ausbau der eigenen Glasfaserkabel entlang ihrer Trassen vorantreiben.

Derzeit befindet sich das Telekommunikationsnetz der Bahn im Besitz der beiden Töchter DB Systel und DB Netz. Gerüchten zufolge hat der Großkonzern bereits die US-amerikanische Bank Morgan Stanley mit der Suche nach Geldgebern beauftragt.

5G-Netz benötigt Breitbandausbau

Deutschland gehört im europaweiten Vergleich noch zu den Nachzüglern, was die flächendeckende Glasfaserversorgung betrifft. Auch deshalb will die Bundesregierung den Breitbandausbau in den kommenden Jahren verstärkt subventionieren.

Bis 2021 sollen allein zehn Milliarden Euro in das Projekt fließen – so sieht es der Koalitionsvertrag vor. Damit sollen auch ländliche Gebiete endlich mit schnellem Internet versorgt werden. Die Deutsche Bahn könnte dabei der entscheidende Faktor sein.

Aktuellen Zahlen zufolge sind derzeit nur rund zwei Prozent der deutschen Haushalte per Glasfaser angeschlossen. Würde eines der Mobilfunkunternehmen – etwa die Telekom – die Leitungen übernehmen, wäre das zweifellos ein Fortschritt; es bestünde aber immer noch das Problem der letzten Meile.

Bis ein landesweit einheitlicher Standard geschaffen wird, dauert es also noch etwas. Experten sehen 5G als Chance für Deutschland, in Sachen digitaler Revolution aufzuholen, nachdem der Start in Richtung schnelles Internet bereits verschlafen wurde.

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