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Elektromobilität

Gigafactory und Umweltbonus: Politik entdeckt E-Mobility

von Leonie Butz

IAA: Symbolfoto zum Thema Elektromobilität, E-Batterie
Mit dem Umweltbonus und der Gigafactory zum E-Auto-Marktführer? In Deutschland steht die Politik in den Startlöchern zur Elektromobilität – und die Bundesregierung fährt voraus. Foto: picture alliance / Ulrich Baumga

Das erfahren Sie gleich:

  • Könnte ein verdoppelter Umweltbonus der Startschuss für die Elektromobilität in Deutschland sein?
  • Um in Europa fertigen zu können, braucht Europa mehr als eine Gigafactory – so die EU-Kommission
  • Die Bundesregierung fährt elektrisch voran – zumindest klingen die Zahlen auf den ersten Blick gut

Gigafactory, Umweltbonus erhöhen oder mit gutem Beispiel voranfahren: Die Politik springt auf den Zug der E-Mobilität auf – in Europa und in Deutschland.

Höherer Umweltbonus in Deutschland?

Einen brummenden Absatz wie in Norwegen, das wünschen sich Unterstützer der Elektromobilität in ganz Europa. Dass das Auto umweltfreundlicher ist, hat kürzlich eine Untersuchung nachgewiesen. Aber trotzdem scheint Norwegen bisher eine der wenigen Oasen für die Elektromobilität in Europa zu sein. Die anderen Länder sind zwar auch auf diesem Weg, hinken aber ein wenig hinterher. In Europa und besonders in Deutschland diskutiert die Politik deshalb, wie die E-Wende anzuschieben ist.

In Deutschland die Kaufprämie für E-Autos erhöhen, die einen Anreiz für den Kauf eines Elektroautos vorantreiben soll – das schlug jüngst die SPD vor. Mit 8000 Euro wäre der Umweltbonus dann doppelt so hoch gewesen, allerdings nur für Taxis und leichte Nutzfahrzeuge. Den Vorschlag lehnte die CDU/CSU ab. Seit Ende des vergangenen Jahres ist jedoch bekannt, dass die 1,2 Milliarden, die für den Umweltbonus eingeplant sind, bis zum Ende der Förderung im Juni 2019 nicht ausgeschöpft sein werden.

Mehr als eine Gigafactory für die EU

Die EU-Kommission hingegen will die Produktion von Batterien für Elektroautos in Gang bringen. Bei einem Batterie-Gipfel in Brüssel in der zweiten Februarwoche trafen sich deshalb Vertreter aus Industrie und Politik. Um mit der Konkurrenz, die vor allem in Asien bedrohlich groß ist, mithalten zu können, müsste Europa mehr als zehn Riesen-Batteriefabriken bauen, so EU-Energiekommissar Maros Sefcovic nach dem Treffen. Bis Mitte 2019 müsse die EU 100 Gigawattstunden Produktionskapazität bereitstellen. Nur so könne die Produktion für den erwarteten E-Auto-Boom gewährleistet werden. Außerdem könne so die Präsenz Europas auf diesem profitablen Markt stärken und wettbewerbsfähig sein. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine.

Eine Gigafactory in Deutschland, das betont die Industrie, ist vor 2025-2030 nicht realisierbar.

Die Industrie hingegen steht der Gigafactory skeptisch gegenüber: Bei einer Veranstaltung des Zentralverbandes Elektrotechnik und Elektronikindustrie (ZVEI) zeigten Vertreter der Branche deutlich, dass die Autoindustrie erst Standards festlegen müsse, bevor sich die Elektro-Branche in dem Batterie-Markt auf ein solches Großprojekt einließe. Bei geschätzten Investitionen von 1,5 Milliarden Euro pro Fabrik seien die Hersteller eher zurückhaltend. Eine Gigafactory in Deutschland, das betonen sie, sei vor 2025-2030 nicht realisierbar.

Die Bundesregierung fährt elektrisch?

Nichtsdestotrotz fährt die Bundesregierung mit gutem Beispiel voran: Offenbar ist mittlerweile jedes zweite Auto des offiziellen Regierungs-Fuhrparks ein Elektroauto. Das berichtet Focus Online. Ganz vorne liegt bei der Auswertung des Bundesverkehrsministeriums das Umweltministerium. Der Anteil von Elektroautos liegt dort bei über 86 Prozent, dicht gefolgt vom Bundesverkehrsministerium – mit über 74 Prozent – und dem Auswärtigen Amt (71,4 Prozent).

Das Verteidigungsministerium, das fast ausschließlich mit Verbrennern fährt, verfügt über 7250 Wagen.

Blickt man hingegen auf die realen Zahlen, sieht das Bild nicht ganz so grün aus: Denn nicht berücksichtigt ist bei dieser Betrachtung die Flotte des Bundesverteidigungsministeriums. Die Wagen der Bundeswehr fahren noch zum größten Teil mit Verbrennungsmotor. Die drei Vorzeige-Ministerien verfügen insgesamt über 77 Autos. Das Verteidigungsministerium, das fast ausschließlich mit Verbrennern fährt, verfügt über 7250 Wagen – 1,9 Prozent davon (141) sind elektrisch. Auch in der Bundesregierung liegt also noch ein weiter Weg vor der E-Wende.

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