Elektromobilität

Stecker fürs Elektroauto: Mennekes, CCS und CHAdeMo

von Dirk Kunde

Ein Stecker für alle – was zuhause längst Realität ist, liegt bei Elektroautos noch in weiter Ferne. Wir erklären die Unterschiede zwischen den Typen.

Darstellungen der drei Steckertypen Mennekes, CCS und CHAdeMo
Drei auf einen Blick: Die gängigsten Stecker für Elektroautos sehen Sie hier - der wichtigste ist der CCS-Stecker in der Mitte. Foto: aio

Das erfahren Sie gleich:

  • Mennekes-Stecker: Vom Laden zum Schnellladen
  • CHAdeMO-Stecker: Der Standard aus Frankreich und Japan
  • CCS-Stecker: Ein Typ für alle Fälle

Die verschiedenen Steckertypen

Nach Hause kommen, das Elektroauto anschließen, am nächsten Morgen mit einem vollem Akku wieder los fahren: An sich ist das Laden von Elektroautos ziemlich einfach.

Doch wer sich für Elektromobilität interessiert und mit dem Gedanken spielt, sich ein Elektroauto zu kaufen, ist schon beim Thema Stecker irritiert. Neben dem klassischen Schuko-Stecker für die Haushalts-Steckdose gibt es Mennekes-Stecker, CHAdeMo-Stecker und CCS-Stecker. Die Frage ist jetzt: Was unterscheidet diese Stecker fürs Elektroauto voneinander? Wir klären auf.

Mennekes-Stecker: Vom Laden zum Schnellladen

Was Tempo mit dem Taschentuch gelang, hat eine Firma aus Kirchundem im Kleinen mit dem nach ihr benannten Mennekes-Stecker geschafft. Dieser Anschluss mit der Fachbezeichnung Typ-2 lädt bei einphasigem Wechselstrom mit bis zu drei kW – bei drei Phasen mit bis zu 43 kW.

Das ist zwar besser als die Haushalts-Steckdose zu Hause, die im Schnitt mit 3,7 kW lädt, aber immer noch zu wenig, um eine Elektroauto-Batterie wirklich schnell zu füllen.

Trotzdem hat Mennekes großes vollbracht. Denn die meisten öffentlichen Ladesäulen basieren auf Wechselstrom, erst die sogenannten Schnellladesäulen bieten Gleichstrom und damit deutlich kürzere Ladezeiten an. Um aber tatsächlich beide Systeme nutzen zu können, müssen Sie jeweils das passende Kabel inklusive Stecker dabei haben.

Tesla zum Beispiel löst dieses Problem über eine abgewandelte Version des Mennekes-Steckers, mit dem sowohl das firmeneigene Superchargernetzwerk als auch die Destination-Charger genutzt werden können. Letztere sind Wandboxen, die auf Wechselstrom basieren und an öffentlich zugänglich Orten installiert sind.

CHAdeMO-Stecker: Der Standard aus Frankreich und Japan

Eine weitere Möglichkeit des Schnellladens bietet das CHAdeMo-System, ein 2010 von entwickelter Standard, der das Schnellladen für die Marken Nissan, Mitsubishi, Kia, Citroen und Peugeot ermöglicht.

Der etwas kryptische Name steht für CHArge de MOve – hier wird der französische Touch von Renault-Nissan spürbar. Der Name soll aber auch eine Ableitung des japanischen "Wie wäre es mit einer Tasse Tee?" sein – weil die Reise nach einer Tasse Tee schon wieder fortgesetzt werden könne.

Der Stecker bietet eine Gleichstromladung von bis zu 50 kW, eine Erweiterung auf bis zu 150 kW ist vorgesehen. So schnell diese Systeme auch sein mögen, sie teilen ein Problem. Es handelt sich um proprietäre Lösungen, sie sind also nicht für jeden nutzbar. Doch wie könnte eine Lösung aussehen?

CCS-Stecker: Ein Typ für alle Fälle

Einen wichtigen Schritt in diese Richtung macht CCS. CCS steht für "Combined Charging System" und bündelt das Aufladen per Wechsel- und Gleichstrom in einem Stecker.

Nach der Vorstellung 2011 haben unter anderem alle Volkswagen-Marken, Mercedes, BMW, Ford, Chrysler und General Motors angekündigt, in ihren Elektrofahrzeugen auf diesen Standard zu setzen.

Technisch handelt es sich – wie könnte es anders sein – ebenfalls um eine Abwandlung des Mennekes-Steckers, ergänzt um zwei zusätzliche Kontakte für die Schnellladung per Gleichstrom.

Das funktioniert aktuell mit bis zu 50 Kilowatt (kW) und soll bis auf 350 kW Leistung erweitert werden. Mehrere deutsche Autohersteller haben den Aufbau eines eigenen Ladenetzes mit 400 Schnellladesäulen beschlossen.

Und es kommt noch besser, denn laut deutscher Ladesäulenverordnung muss jede öffentlich zugängliche Ladestation einen Typ-2-Stecker für Wechselstrom und einen CCS-Stecker für Gleichstrom-Ladung anbieten.

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Fazit: Es ist noch ein weiter Weg bis zum weltweiten Stecker

Der CCS-Stecker macht vieles besser als andere und ist im Moment für die meisten Fälle die beste Lösung, um ein Elektroauto zu laden. Bis zum weltweit einheitlichen Stecker für alle ist allerdings noch ein weiter Weg.

In der Zwischenzeit arbeiten die Autohersteller und Stromkonzerne an einer deutlich bequemeren Alternative – dem kabellosen Aufladen.

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