Technik

Gesichtserkennung und Drohnen sichern Olympische Winterspiele

von Marten Zabel

Mit Hightech hat sich Südkorea gegen Terroranschläge bei den Olympischen Winterspielen 2018 gesichert. Einen Virenangriff gab es aber schon.

Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 2018
Flagge zeigen: Über den Sportstätten der Olympischen Winterspiele 2018 sind Flugverbotszonen für Drohnen eingerichtet. Foto: picture alliance / CITYPRESS 24

Das erfahren Sie gleich:

  • Die Olympischen Winterspiele 2018 sind ein gigantisches Sicherheitsprojekt
  • Sicherheitsdrohnen bringen andere Drohnen mit Netzen zum Absturz
  • Hochauflösende Kameras in einem Flugzeug füttern Gesichtserkennungs-Software

Olympische Winterspiele 2018 in Südkorea

Die Olympischen Spiele 2018 in Südkorea sind ein Mega-Projekt in Sachen Sicherheit. Schon im Vorweg gab es ausgedehnte Diskussionen um die Sicherheit der Sportler und der Zuschauer, vor allem aus Furcht vor einem militärischen Konflikt in der Region. Frankreichs Sportministerin Flessel hatte sogar erwogen, die Teilnahme aus Sicherheitsbedenken abzusagen. Und auch in Österreich gab es eine öffentliche Debatte dazu, wie man mit andauernden gegenseitigen Provokationen zwischen Nordkoreas Präsident Kim Jong-un und US-Präsident Donald Trump hätte umgehen wollen.

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Flugverbotszonen für Drohnen

Tatsächlich rüsteten sich die Organisatoren der Olympischen Winterspiele 2018 aber vor allem gegen Terroranschläge. Zu den zahlreichen Sicherheitsvorkehrungen gehören Flugverbotszonen über und um die Austragungsstätten. Die Sicherheitsbehörden setzen in diesen Zonen eigene Drohnen ein. Sie sollen etwaige unberechtigte Flugobjekte nicht etwa verjagen, sondern mithilfe von ausgeworfenen Netzen zum Absturz bringen. Das Sicherheitsteam in Pyeongchang hat sogar den Abschuss von Drohnen trainiert, sollte es nicht gelingen, fremde Drohnen in der Flugverbotszone per Netzabwurf vom Himmel zu holen.

Selbst kleine Drohnen könnten mit geringer Last einen großen Schaden anrichten.

Die Organisatoren und Sicherheitsbeauftragten treibt dabei vor allem die Furcht vor Terroranschlägen an: Eine Drohne könnte leicht eine Bombe einschleusen. Selbst kleine Drohnen könnten mit geringer Last einen großen Schaden anrichten. Denn Panik in einer Menschenmenge kann schließlich auch tödliche Folgen haben – man muss sich nur an die Katastrophe bei der Love Parade in Duisburg erinnern.

Drohne im Flug
Flugverkehr: Terroristen könnten schon mit kleinen Drohnen großen Schaden anrichten. Deshalb sind die Olympischen Winterspiele 2018 gegen Drohnen-Angriffe gesichert. Foto: Unsplash/Clem Onojeghuo

Gesichtserkennungs-Software überprüft alle

Die Sicherheitskräfte haben bei den Olympischen Winterspielen 2018 noch andere Unterstützung aus der Luft. Nicht nur die offiziellen Drohnen sorgen für Sicherheit von oben, es gibt auch noch ein taktisches Militärflugzeug. Auf der Suche nach verdächtigen Ereignissen und möglichen Bedrohungen fotografiert es die Veranstaltungen mit hochauflösenden Kameras. Eine Gesichtserkennungs-Software prüft die Bilder, um bekannte Terrorverdächtige aufzuspüren. Schlägt diese Gesichtserkennungs-Software Alarm, könnte das Sicherheitspersonal am Boden sofort eingreifen.

Flächendeckende Video-Überwachung und mobile Röntgengeräte, mit denen Fahrzeuge nach versteckten Waffen und Menschen durchleuchtet werden können, runden die Überwachungsmaßnahmen ab.

Virenalarm ohne große Folgen

Weder Drohnen noch Flugzeuge und Gesichtserkennungs-Software schützen allerdings gegen andere Arten von Bedrohung: Während der Eröffnungszeremonie zu den olympischen Winterspielen gab es eine Virus-Attacke auf die Computer der Veranstaltung. Zu diesem Schluss kamen die drei IT-Sicherheitsunternehmen Cisco Systems, CrowdStrike und FireEye unabhängig voneinander.

Der Virus „Olympic Destroyer“ hatte glücklicherweise überschaubare Auswirkungen, so war die Olympia-Webseite einige Stunden nicht im Netz, und das WLAN für die Berichterstatter vor Ort fiel während der Eröffnungszeremonie aus. Eine ursprünglich geplante Lichtshow von Drohnen war abgesagt worden, weil zu viele Menschen unter dem Flugbereich gestanden hatten. Unklar ist, ob der „Olympic Destroyer“ auch das Drohnen-Lichtballett zum Ziel gehabt hätte.

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