Technik

Regierung will Zugang zu smarten Geräten und Autos

von Leonie Butz

Schnüffelt der Staat bald im Smart Home und Smart Car? Bundesinnenminister de Maizière fordert von den Herstellern, Überwachungsmöglichkeiten einzubauen.

Regierung will Zugang zu smarten Geräten und Autos
Mit einer Gesetzesänderung könnte die Regierung Unternehmen zukünftig dazu verpflichten, ein Hintertürchen für die Überwachung smarter Geräte einzubauen. Foto: CC0: Unsplash/Luca Bravo

Das erfahren Sie gleich:

  • Die Regierung will Hersteller von smarten Geräten künftig zur Überwachungskooperation verpflichten
  • Laut Aussage des Innenministeriums ist das Vorhaben rechtlich machbar – ein Zugriff auf die Geräte sei aber oft das Problem
  • Experten befürchten mit der Gesetzesänderung Sicherheitslücken, die auch Hacker und Kriminelle ausnutzen könnten

Regierung fordert Gesetzesänderung

In alten Spionagefilmen nutzen Agenten auf der guten wie auf der bösen Seite Wanzen, mit denen sie den Gegner abhören konnten. Mit dem technischen Fortschritt ist diese Vorstellung reichlich überholt. Also hacken sich in modernen Krimis Kriminelle wie Polizisten in Handys, smarte Haussteuerungen oder das vernetzte Auto. Ein ähnliches Vorgehen sieht auch die deutsche Regierung in der Bekämpfung von Kriminalität vor, berichtet das "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Demnach plant Bundesinnenminister de Maizière, Hersteller von smarten Geräten dazu zu verpflichten, ab Werk eine Überwachungs-Hintertür für die Regierung einzubauen.

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Auf eine Anfrage von dpa sagte ein Ministeriumssprecher, dass die rechtlichen Grundlagen für ein solches Vorgehen durchaus vorhanden seien. Problematisch sei jedoch der tatsächliche technische Zugriff. Aufgrund der Vernetzung sei es etwa fast unmöglich, ein Auto unbemerkt mit entsprechender Überwachungs-Hardware zu spicken. Denn Apps vermeldeten heutzutage automatisch die kleinste Veränderung im smarten Auto. Deshalb will die Regierung offenbar schon bei der Herstellung der Geräte Zugriffsrechte – die Unternehmen sollten ihre Programmierprotokolle offenlegen, um Sicherungssysteme unbemerkt zu umgehen. Die Gesetzesänderung, so das Redaktionsnetzwerk, will de Maizière bereits auf der Innenministerkonferenz am 7. und 8. Dezember vorstellen.

Sicherheitsexperten wie der Chaos Computer Club warnen vor solchen Hintertüren, da sie womöglich Hackern und Kriminellen Zugriff auf die smarten Geräte verschaffen könnten.

Außerdem soll das Gesetz so technikoffen formuliert werden, dass es auch bei zukünftigen Entwicklungen anwendbar sein soll. Eine richterliche Genehmigung sei trotzdem weiterhin notwendig. Dennoch warnen Sicherheitsexperten wie der Chaos Computer Club regelmäßig vor solchen Hintertüren, da sie womöglich Hackern und Kriminellen Zugriff auf die smarten Geräte verschaffen könnten. Außerdem ist es recht unwahrscheinlich, dass die großen Hersteller die Gesetzesänderung ohne Gegenwehr akzeptieren. In den USA etwa haben die Behörden mehrfach versucht, Apple zur Kooperation und somit zur Herausgabe von Gesprächs-Daten zu verpflichten. Erfolglos.

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