Elektromobilität

Geldwerter Vorteil: Versteuerung von E-Dienstwagen niedriger

von
Carola Franzke

Elektroautos als Dienstwagen sind besonders attraktiv: Der zu versteuernde geldwerte Vorteil ist seit Januar 2019 halbiert. Das soll noch lange so bleiben.

Drei Elektro-Dienstwagen an Ladepunkten.
Ab 2019 könnten immer mehr Elektroautos als Dienstwagen zum Einsatz kommen – denn die steuerlichen Vorteile werden noch größer. Foto: Shutterstock / HelloRF Zcool

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie der geldwerte Vorteil bei Elektroautos als Dienstwagen interessanter wird
  • Warum das auch dem E-Gebrauchtwagenmarkt auf die Sprünge helfen könnte
  • Wie Arbeitnehmer beim Elektroauto-Dienstwagen und der Ladeinfrastruktur sparen können

Wieder schaffte die Bundesregierung einen kleinen Anreiz zum Umstieg auf Elektromobilität. Nutzer eines über den Arbeitgeber geleasten E-Bikes bekommen seit Anfang 2019 eine steuerliche Entlastung. Statt der Besteuerung des geldwerten Vorteils in Höhe von einem Prozent, fällt sie ab diesem Zeitpunkt komplett weg. Ganz so weit ist es bei Dienstfahrzeugen zwar noch nicht, dafür sind auch sie jetzt günstiger.

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Bis Ende 2018 war auch hier bei privater Nutzung eine Besteuerung von einem Prozent des Bruttoneupreises vorgeschrieben. Seit dem 1. Januar 2019 müssen die Arbeitnehmer für Hybrid- und Elektroautos nur noch 0,5 Prozent versteuern. Damit lässt sich zum Teil viel Geld sparen. Bei einem Fahrzeug mit einem Neupreis von 60.000 Euro versteuert der Arbeitnehmer etwa nicht 600 Euro monatlich, sondern 300 Euro als geldwerten Vorteil.

Dienstwagen: Steuerliche Förderung über 2021 hinaus

Noch ist ein Ende dieser Förderung von elektrischen Dienstwagen zum 31. Dezember 2021 geplant. Doch Bundesfinanzminister Olaf Scholz will die steuerlichen Vorteile verlängern. Im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) sagte der SPD-Politiker: “Ich habe mich dazu entschlossen, dass wir die steuerliche Förderung von Elektroautos und Plug-in-Hybriden als Dienstwagen nicht 2021 enden lassen, sondern vielleicht über das ganze nächste Jahrzehnt ausdehnen.”

Tatsächlich könnte die verlängerte Förderung der Elektromobilität einen wichtigen Anstoß geben. Laut Scholz machen Dienstwagen die Hälfte aller Autoverkäufe in Deutschland aus. Im Falle der Plug-in-Hybriden solle ein steuerlicher Vorteil aber nur dann gewährt sein, wenn die Fahrzeuge mehr elektrische Reichweite schaffen. Als Beispiel nennt Scholz rund 80 Kilometer pro Aufladung.

Elektroautos für den Gebrauchtwagenmarkt

Die Anschaffung von Dienstwagen kurbelt nicht nur den Neuwagen-Verkauf kräftig an – immerhin machen Geschäftsfahrzeuge etwa 20 bis 30 Prozent des Neuwagenmarktes aus. Nach einer Nutzungsdauer von durchschnittlich zwei bis drei Jahren werden die Autos wieder abgegeben und gegen neue Modelle getauscht. Während die durchschnittliche Nutzung ansonsten bei rund sieben Jahren liegt.

Der Markt an Geschäftsfahrzeugen ist also bestens geeignet, um neue Modelle und Technologien durchzusetzen, denn sie kommen nach zwei bis drei Jahren im Gebrauchtwagenmarkt an. Falls sich die Steuervergünstigungen also im Dienstwagensektor bemerkbar machen, kommt in wenigen Jahren eine Welle von gebrauchten Elektroautos und Hybridfahrzeugen auf den Markt.

Ein E-Auto wird aufgeladen: Ein weiterer Vorteil von E-Autos als Dienstwagen: Der Strom ist oft günstiger als Benzin oder sogar kostenfrei.
Ein E-Auto als Dienstwagen hat nicht nur steuerliche Vorteile, auch das Laden ist oft günstiger als Tanken – oder sogar kostenfrei. Foto: Shutterstock / Bjoern Wylezich

Vorteil Elektroauto: Bei Dienstwagen und Ladeinfrastruktur

Auch die Lademöglichkeiten von E-Autos unterstützt der Staat – mit Steuervergünstigungen und Befreiungen von den Sozialabgaben. Nichtsdestotrotz sind E-Autos auch mit all den Steuervorteilen noch immer teurer als Dienstwagen mit Verbrennungsmotor. Es gilt also erst einmal herauszufinden, ob das Elektroauto überhaupt das richtige Gefährt für den Mitarbeiter ist.

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In ländlichen Regionen ohne entsprechende Ladeinfrastruktur werden Elektroautos keine Option sein.

Marcus Schulz, Deutschlandchef des Leasing-Dienstleisters Arval gegenüber Spiegel Online

Zusätzlich gilt gerade bei Dienstwagen zu bedenken, dass sie oft weite Strecken zurücklegen. Da die Ladeinfrastruktur in Deutschland aber immer besser wird, sollte das mittlerweile kein Ausschlusskriterium mehr sein.

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