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Technik

Gegen Klimawandel: Start-up filtert Kohlendioxid aus der Luft

von Paul Bandelin

Maßnahmen gegen den Klimawandel sind teuer. Ein Unternehmen aus Kanada hat eine Anlage entwickelt, die die Kosten drastisch reduzieren könnte.

Eine einzelne Wolke am blauen Himmel.
Kampf gegen den Klimawandel: Ein kanadisches Start-up will Kohlendioxid vermarkten. Foto: Unspalsh/Samuel Zeller

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie ein Start-up aus Kanada aktiv gegen den Klimawandel kämpft
  • Wie sich Kohlendioxid als Rohstoff vermerkten ließe
  • Wie die Elektromobilität davon profitieren könnte

Karten auf den Tisch: Die Ziele der Pariser Klimakonferenz von 2015 sind derzeit unerreichbar – sie sind zu ambitioniert und die Kosten zu hoch.

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Carbon Engineering, ein Start-up aus dem Westen Kanadas, arbeitet seit 2015 unter Hochdruck an einem Projekt: Eine Industrieanlage, die Kohlendioxid direkt aus der Luft saugt. Die Technik klingt revolutionär und so, als könne sie dem Klimawandel entgegentreten – dem ist auch so. Jedenfalls dann, wenn die Umsetzung zeitnah auf den Weg gebracht wird.

Start-up kämpft aktiv gegen den Klimawandel

Das Problem sind die dabei anfallenden Kosten. Niemand will allein aus Umweltschutzgründen dafür zahlen, Kohlendioxid aus der Luft zu saugen, wenn er keinen finanziellen Mehrwert davon hat. Forscher errechneten, dass die Bindung einer Tonne Kohlendioxid Kosten in Höhe von etwa 1000 US-Dollar (rund 850 Euro) verursacht. Doch zum Glück bleibt die Entwicklung nicht stehen.

Eine Anfang Juni in dem Wissenschaftsmagazin Joule veröffentlichte Studie zu dem Thema stellte heraus, dass dieser Vorgang mittlerweile weitaus günstiger vonstatten gehen kann. Forscher, Ingenieure und Mathematiker kamen zu dem Schluss, dass aktuell eher ein Preis zwischen 94 und 232 Dollar pro Tonne Kohlendioxid realistisch ist.

Ich bin begeistert von der direkten Luftfilterung. Es könnte eine wirklich wichtige Technologie für das Umweltschutz-Portfolio werden.

Noah Deich, Center for Carbon Removal

Kohlendioxid als Rohstoff vermarkten

Die Idee von Carbon Engineering und anderen Unternehmen ist, das Kohlendioxid als Rohstoff zu vermarkten, der nützlich zur Energiegewinnung ist. Gegenwärtig planen sie den eingefangenen Kohlenstoff für die Synthese neuer kohlenstoffneutraler Kraftstoffe zu verwenden – für die Produktion eines umweltfreundlichen Flüssigbrennstoffs reicht es bereits.

Trotzdem ist es gegenwärtig günstiger, fossile Brennstoffe zu nutzen. Das umweltfreundliche Brennmaterial bräuchte also staatlichen Anschub – etwa durch Subventionen. Darüber hinaus ist es nicht genug, nur CO2 einzusparen, es muss auch in der Atmosphäre reduziert werden.

Die Wissenschaftler sind immer mehr davon überzeugt, dass wir solche Entfernungssysteme im großen Maßstab brauchen, um den Klimawandel zu bekämpfen.

Noah Deich, Center for Carbon Removal

Carbon Engineerings Business Development Manager Geoff Holmes erklärte der Presse: „Billige Solar- und Windenergien sind zwar großartig zur Verringerung der Emissionen aus der Stromerzeugung. Um den Klimawandel aktiv aufzuhalten, ist es aber nicht genug. Allein die Einsparung von CO2 reicht nicht aus – es muss aktiv aus der Luft entfernt werden.“

Elektromobilität würde profitieren

Sollte es Carbon Engineering gelingen, die breite Masse der Industrie von dem Projekt zu überzeugen, stünde einer klimafreundlicheren Energieerzeugung nichts mehr im Wege. Diese ließe sich beispielsweise in der Elektromobilität einsetzen und würde so seinen Teil zur Verkehrswende beitragen.

Auch die Abhängigkeit von derzeit noch günstigeren fossilen Brennstoffen könnte bei einer erfolgreichen Implementierung entsprechend zurückgehen. Bis die Technologie reif für die Industrie und auch bezahlbar ist, gibt es allerdings noch viele Hürden zu überwinden.

Der Mehrwert ist zweifellos vorhanden, jedoch schrecken die Kosten mögliche Abnehmer noch zu sehr ab. Für Unternehmen wie Carbon Engineering gilt es jetzt zu beweisen, dass es einen Markt für CO2-neutralen Kraftstoff zu vertretbaren Preisen gibt. Nur dann haben solche Umweltschutz-Projekte eine Zukunft.

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