Leben

Mit diesen Gadgets hat jeder seinen eigenen Bodyguard

von Leonie Butz

Gadgets bieten nicht nur Spaß und Unterhaltung, sie können auch den Partyabend oder den Weg nach Hause sicherer machen - mit Tracking, Notruffunktion und Drogen-Erkennung.

Gadgets werden zum Bodyguard
Smarter Schutz auf dem Heimweg: Gadgets können ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. Foto: Unsplash/dizzyd718

Das erfahren Sie gleich:

  • GPS-Tracking und Notrufe: Smarter Schutz für unterwegs
  • Ein smarter Alarm soll vor sexuellen Übergriffen schützen
  • Auch vor Drogen im Drink bieten Gadgets Schutz

Alarm und Tracking: Gadgets bieten Schutz

Der Abend im Büro war sehr viel länger als gewöhnlich. Seit Stunden ist es dunkel draußen, die Straßen sind wie ausgestorben. Der nächste Bus fährt erst in einer halben Stunde, also lieber ein Stück zu Fuß laufen, als ewig in der Kälte zu warten. Wenn die Wege doch nur besser beleuchtet wären. Plötzlich ein eiskalter Schauer im Nacken. Da sind noch andere Schritte. Also etwas schneller gehen. Werden die Schritte hinter mir auch schneller? Kommen sie näher? Ein Griff in die Tasche, um einen unauffälligen Blick nach hinten zu werfen: Da geht jemand, kommt näher.

Gänsehautmomente wie diese gehen in den meisten Fällen gut aus – unsere eigene Angst spielt uns schlimmer mit, als es uns lieb ist und projiziert uns die schlimmsten Szenarien in den Kopf. Besonders Frauen wappnen sich für solche Situationen mit Selbstverteidigungskursen oder anderen Mitteln, um sich zur Wehr zu setzen. Auch in der modernen Technik ist das Thema bereits angekommen: Mit Panik-Knöpfen, Überwachungssystemen für den Nachhauseweg und smarter Kleidung, die Frauen vor Übergriffen Schutz bieten soll.

Wer sich auf dem langen dunklen Nachhauseweg unsicher fühlt, der kann über Apps wie Glympse oder Pathshare seine GPS-Daten mit Freunden oder der Familie teilen. Sie können den Weg dann live tracken und so den Nutzer immer im Blick haben. Da heute fast jeder über ein Smartphone verfügt, ist das die einfachste und günstigste Variante, auf dem Weg digital nicht alleine zu sein. Und Familie, Freunde oder der Partner können so nachverfolgen, ob der Nutzer gut zuhause ankommt.

Smarter Schutz in kleinen Gadgets

Wem die reine Tracking-Funktion zu wenig ist, der kann sich auch eine Art Panik-Knopf zulegen, der durch simples Drücken einen Alarm an Familie oder Freunde sendet. Nicht größer als ein Autoschlüssel ist Revolar. Der Knopf lässt sich via Smartphone programmieren und bietet drei Funktionen: Klickt der Nutzer einmal, signalisiert er dem vorprogrammierten Notfallkontakt, dass er gut zuhause angekommen ist, klickt er ein zweites Mal, ist der gelbe Alarm aktiv. Damit signalisiert der Nutzer, dass er sich unsicher fühlt. Mit einem dritten Knopfdruck aktiviert er den roten Alarm. Das System sendet dann sofort den GPS-Standort des Nutzers an den Notfallkontakt und bittet ihn, die Polizei zu alarmieren.

Eine ähnliche Funktion hat Intrepid. Der smarte Sticker dienst als Teil der Kleidung ebenfalls als eine Art Panik-Knopf. Im BH verbaut, kann der smarte Bodyguard aber noch mehr: Er verfügt über einen selbstauslösenden Alarm, den ein gewaltsames Entfernen der Kleidung aktiviert. So kann das System auch einen Notruf senden, wenn die Trägerin dazu nicht mehr in der Lage ist – etwa durch verabreichte Drogen. Löst der Alarm aus, sendet das System eine Nachricht an das eigene Smartphone und gibt so die Möglichkeit, einen Fehlalarm zu stoppen. Ansonsten sendet das System einen Notruf an die Notfall-Kontaktpersonen und zeichnet das Geschehen als Beweismaterial auf.

Gadgets testen Drinks auf Drogen

In solchen Situationen kann es aber auch bereits zu spät sein. Um sich bereits vorher vor der Hilflosigkeit solcher Situationen zu schützen, arbeiten einige Entwickler an Möglichkeiten, gängige Party-Drogen wie Liquid Extasy (GHB), Ketamin oder Rohypnol (Roofies) in Getränken zu erkennen. So etwa ein smarter Bierdeckel "DrinkSafe", der GHB und Ketamin im Getränk erkennen kann – ein paar Tropfen auf den Deckel genügen. Auch smarter Nagellack und ein smarter Strohhalm sollen das Getränk zukünftig auf die gängige "Vergewaltigungsdrogen" prüfen.

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Die "Smart Straws" färben sich blau, wenn sie mit GHB oder Ketamin in Berührung kommen.

Gadgets testen Drinks auf Drogen
Vom vernetzten Bierdeckel bis zum smarten Strohhalm: In der Bar können Gadgets Schutz vor Drogen im Drink bieten. Foto: Unsplash/Michael Discenza

"Undercover Colors" heißt der Nagellack, der Liquid Extasy (GHB) und Ketamin im Getränk erkennen soll. Einfach den lackierten Finger in das Glas tauchen, und eine Verfärbung des Lacks zeigt die Drogen an. Das Problem bei dem System: die Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde der Vereinigten Staaten hat noch kein grünes Licht gegeben, da die chemischen Substanzen mit der Haut und dem Getränk in Berührung kommen. Mit einer Finanzierung von jüngst 5,5 Millionen US-Dollar und einem Award für ihre innovative Idee will das Start-up aber weitermachen und noch dieses Jahr ihr Produkt auf den Markt bringen.

Ein weiteres Gadget ist ein smarter Strohhalm, den Schülerinnen an der Gulliver Preparatory School in Florida entwickelten. Die "Smart Straws" färben sich blau, wenn sie mit GHB oder Ketamin in Berührung kommen. Bisher handelt es sich zwar nur um ein Schülerprojekt, die drei Entwicklerinnen wollen ihren Strohhalm aber patentieren lassen. Mit der Erfindung stehen sie jedoch nicht alleine da, denn bereits 2011 entwickelte ein Professor aus Israel einen Strohhalm, der Drogen erkennt, und auch in den USA gab es 2012 eine ähnliche Erfindung. Die älteren Produkte kamen aber nie auf den Markt – vielleicht sind ja die "Smart Straws" erfolgreicher.

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