Elektromobilität

Für Subventionen: Fahren in China Elektrobusse leer herum?

von Leonie Butz

In China setzt die Regierung seine Elektrovision durch. Ein Reiseunternehmen wird jetzt beschuldigt, nur für den Schein E-Busse zu nutzen.

Für Subventionen: Fahren in China Elektrobusse leer herum?
In China fährt bald alles elektrisch? Gut möglich. Doch einige Reiseunternehmen kassieren Subventionen für Leerfahrten von Elektrobussen. Foto: Unsplash/Vivian Chen

Das erfahren Sie gleich:

  • In China fördert die Regierung Reiseunternehmen, die Teile ihrer Flotten elektrisch betreiben
  • Offenbar nutzen Unternehmen E-Busse nur vorgeblich. In Wahrheit soll es nur darum gehen, Subventionen einzustreichen
  • Ein Unternehmen sieht sich jetzt einer Untersuchung durch die Regierung gegenüber

Subventionen für Elektrobusse

In einem kleinen Städtchen in China, mit nur rund 4,13 Millionen Einwohnern, hat die Elektromobilität Einzug gehalten. Hundert Elektrobusse sind seit Oktober 2017 auf den Straßen von Linfen in der Provinz Shanxi unterwegs. Betreiber der Busse ist das Reiseunternehmen Linfen Xinyu. Von 8 Uhr morgens bis 17:30 Uhr befahren sie die Straßen der Millionenstadt. Nur offenbar sitzen keine Fahrgäste in den E-Bussen. Das liegt aber scheinbar weniger an mangelndem Interesse, sondern vielmehr daran, dass die Busse nicht für den Fahrgastbetrieb im Einsatz sind. Deshalb sieht sich das Unternehmen jetzt einer Klage wegen Subventionsbetrug gegenüber.

In China sollen bis 2020 5 Millionen elektrische Fahrzeuge im Öffentlichen Verkehr unterwegs sein.

Ursprung dieses möglichen Betrugs ist eine Richtlinie der chinesischen Regierung, die die Elektromobilität im Öffentlichen Verkehr regeln soll. Bis 2020 sollen demnach fünf Millionen elektrische Fahrzeuge im Öffentlichen Verkehr unterwegs sein. Ein ambitioniertes Ziel, denn Ende 2016 waren laut offiziellen Angaben erst rund 500.000 Fahrzeuge auf den Straßen. Deshalb zahlt die Regierung Boni an Unternehmen, die einen Teil ihrer Flotte bereits elektrisch oder teilelektrisch fahren lassen. Um das Geld zu erhalten, müssen Unternehmen die Fahrzeuge nicht nur anschaffen, sondern auch fahren. Wer etwa mit einem Elektrobus mindestens 30.000 Kilometer im Jahr absolviert, der kann umgerechnet bis zu 64.000 Euro pro Bus erhalten.

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Nicht das erste Reiseunternehmen …

Gegenüber der Chinesischen Times dementierte der Geschäftsführer des Unternehmens die Betrugsvorwürfe. Man müsse bei kalten Temperaturen die Elektrobusse dauerhaft in Betrieb halten, um die Leistung der Batterie zu erhalten. Der Fall wird derzeit untersucht – offenbar haben die Verkehrsbehörden der Region jedoch bereits bestätigt, dass die E-Busse über entsprechende Lizenzen verfügen und nicht illegal betrieben werden. Trotzdem wird die Regierung diese Vorwürfe sicherlich streng prüfen. Denn im Laufe des Jahres deckten Medien und Behörden einige Betrugsversuche von Reiseunternehmen auf. Im vergangenen Jahr wurden fünf Unternehmen verurteilt, die die Regierung um umgerechnet rund 128 Millionen Euro an fälschlicherweise ausgezahlten Subventionen brachte.

China ist momentan im Elektromobilitäts-Fieber wie kaum ein anderes Land. Neben den Öffentlichen Verkehrsmitteln plant die Regierung unter anderem einen Hyperloop im Land oder macht es Autokäufern mit Regulierungen schwer, sich einen Verbrenner anzuschaffen. So soll auch im privaten Bereich die E-Mobilität vorangetrieben werden.

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