Leben

Für angenehmere Langstreckenflüge: Design gaukelt mehr Platz vor

von Marten Zabel

Eine Sitzreihe in einem Flugzeug.
Arm- und Beinfreiheit im Flugzeug: Für Passagiere eine Frage des Komforts, für Fluggesellschaften eine Frage der Kosteneffizienz. Foto: CC0: Unsplash/Clique Images

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum die besten Plätze im Flugzeug noch immer diejenigen am Fenster sind
  • Mit welchen Tricks Airlines die Luftfahrt angenehmer gestalten wollen
  • Welche Herausforderungen besonders Langstreckenflüge mit sich bringen

Mit kleinen Kniffen wollen Airlines und Flugzeugbauer dem Langstreckenflug seinen Schrecken nehmen. Und das, ohne wertvollen Platz zu verlieren.

Die besten Plätze im Flugzeug sind am Fenster

Wie schaffen es Airlines, Passagieren das Leben auf Langstreckenflügen zu versüßen, ohne an Wirtschaftlichkeit zu verlieren? An diesem Problem arbeiten viele Fluggesellschaften.

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Ein entscheidender Faktor beim Fliegen ist der Platz: Die Fluggäste sollen mehr Platz spüren, ihn jedoch nicht wirklich bekommen. Denn das würde weniger Menschen an Bord und somit weniger Gewinn bedeuten.

Neue Designkniffe nutzt unter anderem Airbus bei den Fensterplätzen. Der Rahmen des Fensters wurde für die neueren A320 so angepasst, dass die Schultern der daneben sitzenden Fluggäste etwa zweieinhalb Zentimeter mehr Platz bekommen.

Was zunächst nach wenig klingt, kann auf einem langen Flug durchaus einen großen Unterschied ausmachen. Vor allem, wenn sich dieser Faktor mit der erhöhten Beinfreiheit eines Notausgangsplatzes kombiniert.

Eine Frau auf einem Fensterplatz im Flugzeug, die durch das Fenster nach draußen schaut.
Die besten Plätze im Flugzeug sind Fensterplätze: Das ist im neuen Airbus A320 nicht nur gefühlt so – denn der Platz am Fenster bietet hier zwei Zentimeter mehr Armfreiheit. Foto: CC0: Unsplash/fatman Wong

Tricks, um die Luftfahrt angenehmer zu gestalten

Damit sich Passagiere wohlfühlen, spielt aber auch die psychologische Komponente mit. Neben modernen Entertainment-Systemen, die Fluggäste ablenken und die Zeit vertreiben sollen, haben die Airlines und Flugzeughersteller inzwischen einige kleine Kniffe parat, die künftig für mehr Entspannung sorgen sollen.

Für mehr Platz im Flugzeug

Ein simpler Trick, der keine teuren Zentimeter an Raum kostet, ist eine Anpassung der Deckenfarbe. Autohersteller haben schon länger erkannt, dass sich kleine Fahrzeuge wie Pkw aber auch Reisebusse größer anfühlen, wenn die Decke in dunklen Farben gestaltet ist. So nimmt der Fluggast diese aus dem Augenwinkel nicht als scharfe Abgrenzung wahr und fühlt sich weniger eingeengt.

Für den allgemeinen Wohlfühlfaktor

In die Decke eingelassene LEDs sorgen für eine variable Beleuchtung. Wie inzwischen selbst die Hersteller von Smartphones entdeckt haben, ist die Farbe des Umgebungslichts für den Biorhythmus von Menschen äußerst wichtig. Blautöne im Licht etwa verhindern auch abends im Bett das Einschlafen. Im Flugzeug lässt sich diese Erkenntnis nutzen, um den Jetlag zu bekämpfen.

Seit den frühen 2000ern wissen Ingenieure außerdem, welcher Luftdruck für Reisende ideal ist. Forscher aus den USA stellten in einer langen Testreihe fest den idealen Kabinendruck fest. Er entspricht dem Luftdruck bei 1829 Metern über dem Meeresspiegel. Mehr Druck sorgt laut den Forschern für mehr Jetlag, während weniger zu Symptomen von Höhenkrankheit führen kann.

Weniger Design, mehr Wohlfühlfaktor: Das Essen. Immer mehr Airlines erarbeiten mit Hilfe von riesigen Datenmengen perfekt abgestimmte Speisen und Getränke, um Flüge so angenehm wie möglich zu gestalten.

Der Blick in den Gang eines Flugzeuges; fast alle Plätze sind besetzt, an den Rückenlehnen der Sitze sind Bildschirme.
Ein Trick in der Luftfahrt: Besonders auf Langstreckenflügen ist ein breites Entertainment-Angebot ein guter Zeitvertreib für Fluggäste. Foto: CC0: Unsplash/Suhyeon Choi

Herausforderung Langstreckenflug meistern

Aber warum machen sich Airlines diese Mühe? Weil der menschliche Körper nicht für das Flugzeug gemacht ist: Wenig Platz, recycelte Luft, wechselnder Luftdruck – das drückt auf die Stimmung der Passagiere.

Die Sitze sind im Verlauf der Jahre immer enger aneinander gerückt, um die Wirtschaftlichkeit von Flügen zu erhöhen – zum Nachteil des Komforts. Deshalb arbeiten so viele Fluggesellschaften daran Raum zu schaffen, der eigentlich nicht vorhanden ist.

Zusätzliche Komponenten für den Frachtraum – variable Liege- Arbeits-, oder Aufenthaltsräume etwa –, die individuell in im Flugzeug ein- und ausbaubar sind, sollen Langstreckenflüge zusätzlich angenehmer machen.

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