Elektromobilität

Frankfurter Müllabfuhr: Elektro-Müllauto besteht Härtetest

von
Paul Bandelin

Geht die Müllabfuhr in Frankfurt in Zukunft komplett elektrisch vonstatten? Ein erster Test mit dem Elektro-Müllauto Futuricum Collect 26E verlief positiv.

Arbeiter laden Müll in den Futuricum Collect 26E.
Der 680 PS starke Futuricum Collect 26E, hier im Einsatz für die Stadt Thun. Foto: picture alliance/KEYSTONE

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie die Frankfurter Müllabfuhr das elektrische Müllauto getestet hat
  • Welche positiven Aspekte der Futuricum Collect 26E hat
  • Welchen Nachteil das elektrische Müllauto noch hat

Ein Müllauto, das elektrisch fährt, dabei keinen Lärm erzeugt und keine Abgase ausstößt – die Frankfurt Müllabfuhr hat so ein Fahrzeug jetzt getestet. Politik und Umweltschützer hoffen bereits auf viele Nachahmer. Doch ganz so einfach ist das nicht...

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Futuricum Collect 26E heißt das elektrisch betriebene Müllfahrzeug, das Mitte Februar 2019 drei Tage lang in der hessischen Metropole von der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) getestet wurde. Vier Elektromotoren bringen es auf eine Leistung von insgesamt 680 PS – fast wie die herkömmlichen Modelle mit Verbrennungsmotor.

Einer der Schweizer Entwickler, Tobias Wülser, spricht von „einem Versprechen auf eine wesentlich leisere und nahezu schadstofffreie Entsorgung“. Je nach Anforderung werden Lithium-Ionen-Akkus mit einer Kapazität von 170 oder 340 Kilowattstunden eingesetzt. Die Reichweite beträgt bis zu 340 Kilometer.

Vorteil des Elektro-Müllautos: Kein Lärm

Das Fahrzeug basiert auf einem Chassis von Volvo und kommt ebenso wie andere Müllentsorgungsfahrzeuge auf eine Nutzlast von elf Tonnen. Der gravierende Unterschied ist allerdings die Geräuscharmut.

Ludger Beukmann, Logistik-Chef beim FES, schwärmte ob der nicht vorhandenen Geräuschkulisse: „Unglaublich, wie groß der Unterschied zu unseren eigenen ist – Sie hören nichts.“

In dem Test sollte unter anderem untersucht werden, wie sich das für Großstädte typische Stop-and-Go auf das Fahrzeug auswirkt. Eine Restmüllsammeltour dauert in der Stadt rund 8,5 Stunden und umfasst zwischen 800 und 900 Abfalltonnen innerhalb nur weniger Straßen.

Jeweils gegen Abend wurde das Futuricum an einer Schnellladestation für den nächsten Tag geladen. Das Einsatzgebiet umfasste dabei ausschließlich den Frankfurter Nordwesten, weil dort die Nähe zum Depot in Heddernheim gegeben war.

Nachteil des Elektro-Müllautos: Die Anschaffungskosten

Nur 45 Euro betrugen die Überführungskosten aus dem Schweizerischen Thun – mit Stopps in Winterthur und Pforzheim – nach Frankfurt. Für eine Strecke von 550 Kilometern ein guter Preis.

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Zumal die weiteren Unterhaltungskosten ähnlich gering ausfallen, da der Strom zum Aufladen der Akkus in der Heimat Thun aus der Müllverbrennung resultiert. 300 Kilo Müll nähren das Elektromüllauto für einen Tag.

Wären da nur nicht die Anschaffungskosten. Mit 600.000 Euro kostet das Futuricum das Doppelte eines herkömmlichen Diesels. Die Frankfurter Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) war trotzdem begeistert von dem Fahrzeug. Die Evaluation des Testlaufs soll nun zeigen, ob Futuricum in Zukunft in großer Stückzahl in Frankfurt fahren wird.

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