Elektromobilität

Fossile Brennstoffe benötigen Alternativen: Besonders fürs E-Auto

von
Carola Franzke

Fossile Brennstoffe bilden noch immer den größten Anteil im Strommix – Umweltschäden sind die Folge. Die Lösung: Alternative Energien und Speichermedien.

Eine stillgelegte Tankstelle in einer wüstenartigen Landschaft.
Das Ende der fossilen Brennstoffe bedeutet auch das Ende von Tankstellen. Alternative Energien schaffen dabei immer mehr Möglichkeiten, umweltfreundlicher mobil zu sein – etwa mit dem E-Auto. Foto: CC0: Unsplash/ashutosh nandeshwa

Das erfahren Sie gleich:

  • Funktioniert Mobilität ohne fossile Brennstoffe?
  • Solarenergie & Co.: Wie sich alternative Energien speichern lassen
  • Statt Lithium: Wie E-Autos mit Wasserstoff und Solarstrom fahren sollen
  • Alternative Energien statt Erdöl: Warum Mobilität grüner werden muss

Funktioniert Mobilität ohne fossile Brennstoffe?

In Deutschland hat sich die Zahl neu gekauften Elektrofahrzeugen in 2017 gegenüber dem Vorjahr auf 54.492 verdoppelt. Trotzdem sind damit weniger als ein Prozent der neu zugelassenen Autos reine Elektroautos, mit Hybridfahrzeugen zusammen kommt man auf etwa ein Prozent.

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Mobilität funktioniert also momentan im Individualverkehr nicht ohne fossile Energie, ähnlich sieht es gegenwärtig noch bei Lkw und öffentlichen Verkehrsmitteln aus. Und auch beim Strom lassen die erneuerbaren Energien, die nicht auf fossile Brennstoffe setzen, auf sich warten.

Doch woran liegt das? Und wie sehen Stromerzeugung und besonders die Elektromobilität ohne fossile Brennstoffe aus?

Solarenergie & Co.: Alternative Energien speichern

Gegenwärtig speist sich Strom aus alternativen Energien wie Wind- und Solarenergie oder Geothermie überwiegend in Echtzeit in das Energienetz. Gerade für Solarenergie, die sich einfach, günstig und fast überall auf der Welt gewinnen lässt, ist das problematisch: Denn nachts oder bei starker Bewölkung ist dann der Strom aus.

Die zuverlässige Speicherung alternativer Energieformen ist also ohnehin ein wichtiges Thema, und große Akkuanlagen – wie etwa die Tesla-Anlage in Südaustralien – sind ein Beleg dafür, dass sich etwas in diesem Bereich bewegt.

Statt Lithium: E-Autos mit Wasserstoff und Solarstrom

Um jedoch den Strom aus Solarenergie auf die Straße zu bringen, ist zusätzlich noch eine vernünftige, also umweltfreundlich und kostengünstig, Alternative zu Lithium notwendig

Auf der Suche nach alternativen Technologien experimentiert beispielsweise das RMIT (Royal Melbourne Institute of Technology) in Australien mit Protonen-Batterien, ein vielversprechendes Prinzip, aber noch lange nicht marktreif.

Eine bereits existierende Technik sind Wasserstoff-Brennstoffzellen, die mit „kalter Verbrennung“ funktionieren. Sie erzeugen aus Wasserstoff und Sauerstoff Strom, als „Abfallprodukt“ fällt Wasser an. Damit schaffen Elektrofahrzeuge eine deutlich größere Reichweite als mit herkömmlichen Akkus.

Solarenergie könnte hier der Schlüssel sein, um langfristig ohne fossile Brennstoffe mobil zu sein: Strom aus Sonnenenergie könnte etwa zum Einsatz kommen, um per Elektrolyse Wasserstoff zu gewinnen. Der ist wiederum in den Brennstoffzellen nutzbar.

Weltweit fahren bisher nur etwa 3000 Autos mit Wasserstoff-Brennstoffzellen, und zwar in Deutschland, Korea und Japan. Noch ist die Brennstoffzellen-Technologie zwar teuer, aber die vielen Vorteile in der Kombination mit Solarenergie sind unbestreitbar.

Mittlerweile sind Brennstoffzellen so leistungsstark, dass sie zukünftig erste Nahverkehrszüge in Niedersachsen und Brandenburg antreiben sollen. Dass sie dazu in der Lage sind, haben sie bei umfangreichen Testfahrten seit 2017 unter Beweis stellen können.

Eine Schlange vor der Tankstelle: Die Mineralölfirma DEA halbierte 2002 seine Benzin- und Dieselpreise und löste so einen Sturm auf die Tankstellen aus.
Ein Sturm auf fossile Brennstoffe: Im Jahr 2002 halbierte die Mineralölfirma DEA die Benzin- und Dieselpreise und löste so einen Stau an den Tankstellen aus. Foto: picture-alliance / ZB

Alternative Energien statt Erdöl

Auch wenn der Energiemarkt immer „grüner“ wird – immerhin lag 2017 der Anteil an alternativen Energien in Deutschland bei über 30% – bezieht sich das auf den gesamten Energiemix zur Erzeugung von Strom und Wärme. Mobilität hängt weiterhin am Erdöl.

Trotz aller Unkenrufe ist das Ende der Ölreserven noch nicht in Sicht, denn es gibt immer neue Entwicklungen bei der Fördertechnik. Dabei sind viele Methoden riskant und höchst umweltschädlich – man denke nur an den Skandal um die Bohrinsel Brent Spar oder die brennende Deepwater Horizon.

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Die neuesten Negativschlagzeilen drehen sich um „Fracking“. Mit dieser Methode lassen sich Öl und Erdgas aus tiefliegenden Gesteinsschichten gewinnen. Mit hohem Wasserdruck und Chemikalien lassen sich die Stoffe auswaschen – dabei werden aber ganze Landstriche zerstört. Danach ist in so einer Region nichts mehr wie vorher, denn unter anderem kann das Grundwasser verseucht werden, und die Erdbebengefahr wächst.

Obwohl das Öl also länger reicht als gedacht, ist das Ziel klar: Um den Bedarf weiter zu verringern, brauchen wir alternative Energien. Vor allem alternative Energien, die wir für unsere Mobilität verwerten können, um so ein Elektroauto mit wirklich gutem Gewissen kaufen zu können.

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