Technik

Forscher entwickeln ein aufblasbares Flugzeug für den Mars

von
Marten Zabel

Ein Flugzeug könnte den Mars effektiv erforschen. Jetzt haben Wissenschaftler einen aufblasbaren Flieger für den roten Planeten präsentiert.

Blick auf den Mars.
Der rote Planet: Seine Farbe hat der Mars wegen des Eisenoxid-Staubs in seiner Atmosphäre. Foto: Getty Images/Science Photo Library RF

Das erfahren Sie gleich:

  • Welche Vorteile ein aufblasbares Flugzeug für den Mars hat
  • Wie der Plan der Universität von Arizona genau funktioniert
  • Welche Energiequellen das Mars-Flugzeug mit Strom versorgen

Es gibt immer wieder Pläne, den Mars nicht nur aus dem All mit Satelliten oder am Boden mit Rovern zu erforschen, sondern auch durch seine Atmosphäre zu fliegen.

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Eine neue Technik soll den Flug in der dünnen Atmosphäre jetzt möglich machen – mit einem Flugzeug, das trotz großer Flügelfläche unterwegs an Bord einer Sonde kompakt verstaut werden kann. Dafür soll es zum großen Teil aufblasbar sein.

Hintergrund der Idee: Eine Drohne könnte bessere Bilder von der Oberfläche liefern als ein Satellit, gleichzeitig aber viel mehr Fläche abdecken und deutlich größere Strecken zurücklegen als ein Rover.

Curiosity etwa hat eine Spitzengeschwindigkeit von 0,14 Kilometer pro Stunde – und wird entsprechend auch in vielen Jahren keine weite Strecke auf dem Mars zurücklegen.

Mars-Flugzeug: Stickstoff breitet die Flügel aus

Forscher von der University of Arizona haben jetzt ein Flugzeugdesign vorgestellt, das auf dem Weg zum Mars in einen CubeSat hineinpasst, also in mehrere litergroße Würfel. Das eigentliche Flugzeug wiegt dabei gerade einmal fünf Kilogramm, hat aber eine Spannweite von 570 Zentimetern.

Der Kern des Flugzeugs würde an Bord einer kleinen Raumsonde auf den Mars gebracht werden und dann auf einem Teleskopmast stehen. Dort soll dann aus der unteren Hälfte des Fahrzeugs Stickstoff in die Flügel und Leitwerke gepumpt werden, um diese auszubreiten.

Eine UV-empfindliche Oberflächenbeschichtung härtet innerhalb einer Stunde im Sonnenlicht aus, sodass der Gleiter eine stabile Struktur erhält.

Ein kleines Paket im CubeSat

Beim Start vom Mast trennt sich der Flieger vom unteren Teil seiner Konstruktion sowie der Gaskartusche und nutzt ein Antriebssystem mit Kaltgasschub. Damit kommt er auf eine Flughöhe von 5900 Fuß, also etwa 1800 Meter. Sobald das Gas verbraucht ist, wird der Antrieb als nun ebenfalls überflüssiges Gewicht abgeworfen.

Danach soll der Flieger im Langzeitflug bleiben: Tagsüber laden in die Flügel integrierte Solarzellen die Batterien, die nachts für die Stromversorgung zuständig sind. Die Nutzung von Aufwinden soll einen Flug ohne eigenen Antrieb ermöglichen.

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Noch ist das Ganze nur ein Vorschlag, wenngleich ein äußerst gut ausgearbeiteter: Die Berechnungen für Flugfähigkeit und Missionsmasse sind gemacht. Das Projekt könnte tatsächlich Realität werden, da es mit einer Gesamtmasse von 24 Kilogramm inklusive Startsystem leicht genug für einen Transport als Sekundärnutzlast bei einer größeren Marsmission wäre.

Entsprechend könnte es tatsächlich Realität werden, ohne dass dafür extra eine Rakete zum Mars geschickt werden müsste. Nun muss nur noch eine der großen Raumfahrtagenturen das nötige Budget bereitstellen.

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