Elektromobilität

Formel E: Eine Herausforderung für das Energiemanagement

von
Carsten Fischer

Die Formel E soll zeigen, was alles in Elektromobilität steckt: Ein Magnet für das Publikum, und eine Herausforderung an die Piloten und ihr Technikteam.

Ein Formel-E-Wagen fährt auf den Betrachter zu. Zur kommenden Saison gibt es ein paar Änderungen.
Ab der neuen Saison fährt die Formel E mit größerem Akku. Foto: picture alliance / DPPI Media

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Formel-E-Fahrer ab der kommenden Saison nicht mehr das Auto wechseln müssen
  • Wie trotz gleicher Komponenten ein Wettbewerb entstehen kann
  • Warum ein geschicktes Energiemanagement der Schlüssel zum Erfolg ist

Die Teilnehmer in der Formel E unterliegen strengen Regularien, ganz ähnlich der Formel 1. Unter anderem wird in den Teilnahmebedingungen geregelt, mit welchem Akku die Fahrzeuge ausgerüstet werden, um eine einheitliche Basis für den Formel-E-Wettkampf zu schaffen.

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audi.de/DAT-Hinweis

Ab der kommenden Saison 2018/ 19, die im Dezember in Saudi-Arabien startet und im Juni 2019 in New York City ihr Ende findet, verfügen die Akkus in den E-Rennwagen über eine Kapazität von 54 Kilowattstunden, statt wie bisher 28 kWh – also fast doppelt so viel.

Die Kapazität der Akkus entspricht sozusagen dem erlaubten Kraftstoffverbrauch pro Rennen, wie es in der Formel 1 üblich ist. Mit den neuen Akkus ist die Reichweite erstmals hoch genug, um ein 50-Minuten-Rennen mit einer einzelnen Ladung zu bewältigen. Bisher mussten die Fahrer nach etwa der Hälfte des Rennens das Fahrzeug wechseln.

Rennstart bei einem Formel-E-Rennen: Noch fahren alle dichtgedrängt.
Ähnlich chaotisch: Auch bei der Formel E kann schon der Start über Sieg und Niederlage entscheiden. Foto: picture alliance / ATP

Gleiche Bedingungen für alle

Am 15. Juli 2018 fand in New York das letzte Rennen der Formel-E-Saison 2017/18 statt – und damit auch das letzte nach den alten Regularien. Mit dem Start der neuen Rennsaison fällt der Autowechsel dank des größeren Akkus weg.

Der Akku, der die Grenze für Leistung und Reichweite mitbestimmt, ist ein Einheitsbauteil, das die Teams zukünftig von McLaren Applied Technologies beziehen.

Und nicht nur die Akkuleistung wird erhöht, auch weitere Rahmendaten ändern sich: Lag die zulässige Höchstgeschwindigkeit bisher bei 225 Stundenkilometern, so sind es in der neuen Rennsaison rasante 280 Kilometer pro Stunde. Damit werden die Rennen auch für Fans von NASCAR und Formel 1 interessanter.

Die erlaubte Beschleunigung von 0 auf 100 Stundenkilometer ist dagegen mit 2,8 Sekunden in etwa gleich geblieben und auch die Leistungsgrenze des Motors wurde nur minimal angehoben: von 180 Kilowatt (245 PS) auf 200 Kilowatt (272 PS).

Ein Formel-E-Wagen beim Boxenstopp. Ab der kommenden Saison müssen Fahrer nicht mehr das Fahrzeug mitten im Rennen wechseln.
Boxenstopp adé: Die größeren Akkus erlauben erstmals, dass die Fahrer die Rennen durchfahren können. Foto: picture alliance / ATP

Energiemanagement für Reichweite und Performance

Ansonsten haben die Konstrukteure natürlich einige Freiheiten, um die Chancen ihrer Fahrzeuge zu verbessern: Ein stromlinienförmiges Design mit wenig Windwiderstand, Motor, Wechselrichter und Getriebe – alles Faktoren, um den Akku möglichst effizient zu nutzen.

Und schließlich ist das Energiemanagement, wie bei der Elektromobilität üblich, ein wesentlicher Erfolgsfaktor: Rekuperation während des Rennens, also Energierückgewinnung beim Bremsen, und eine geschickte Fahrweise, die sich nicht einfach nur am Recht des Stärkeren orientiert, wie es bei Formel 1-Wettbewerben der Fall ist. Die Balance zwischen Geschwindigkeit und Reichweite zu finden ist bei der Formel E der Schlüssel zum Erfolg.

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Seit September 2014 findet die Formel E statt, die Ende 2018 in ihre fünfte Saison geht. Neu dazu kommt auch das sogenannte Roborace als Teil des Rahmenprogramms, bei dem KI-gesteuerte Rennboliden gegeneinander antreten.

Der Veranstalter der Formel E, wie bei der Formel 1 auch, ist die Fédération Internationale de l’Automobile (FIA), die weltweite Dachorganisation des Automobils. Sie achtet bei den Rennen darauf, diese möglichst in großen Metropolen stattfinden zu lassen: Dort, wo die Menschen sind.

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