Elektromobilität

Flugreise in die Zukunft: So komfortabel fliegen wir morgen

von Dirk Kunde

Tetris gegen Thrombose und mehr Ruhe in der Economy: Auf dem Weg zur CES in Las Vegas präsentieren Lufthansa und Telekom Ideen junger Designer und Entwickler.

Flugreise in die Zukunft: So komfortabel fliegen wir morgen
Was für ein Ausblick in die Zukunft: Mit neuen Erfindungen sollen Flugreisen gesünder und angenehmer werden. Foto: Shutterstock / PK289

Das erfahren Sie gleich:

  • Lufthansa und Telekom suchen nach Zukunftsideen
  • Präsentation in einem Airbus A380 auf dem Weg zur CES in Las Vegas
  • Smarte Kleidung verbessert Service und Komfort auf Flugreisen

Flugreise im High-Tech-Cape

Die Passagierin in der Business-Class auf Platz 15B trägt ein blau-gelbes Cape, das an Star Wars erinnert. Dabei kann dieser Umhang mehr als die Kleidung der Weltraumabenteurer: Per Kabel ist das Cape mit einer Steckdose im Sitz verbunden, per App steuert die Trägerin die verschiedenen Wärmezonen. Wer am Fenster sitzt, kann beispielsweise die rechte Seite heizen, wer am Notausgang sitzt, wärmt die Füße auf. Außerdem ist in das Cape ein Nackenkissen eingenäht, das die Trägerin per Vibration rechtzeitig vor der Landung weckt. Um nicht vorher von einer Flugbegleiterin geweckt zu werden, hat das Cape zwei Eingriffe, so dass der geschlossene Sitzgurt gut sichtbar über dem Stoff verläuft.

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Frau mit beheizbarem Cape
Gut gewärmt: Das Team Feelflight hat unter anderem ein beheizbares Cape entwickelt, das per App gesteuert wird. Foto: Lufthansa

Präsentation auf dem Weg zur CES 2018

Das beheizbare Cape ist ein Teil der Präsentation vom Team Feelflight beim Wettbewerb „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“. Eine siebenköpfige Jury aus Vertretern der Lufthansa, der Telekom sowie aus der Wissenschaft hat drei Finalisten ausgewählt. Auf dem Weg von Frankfurt zur CES 2018 (Consumer Electronics Show) in Las Vegas mit Stopp in Houston präsentieren die Teams ihre Ideen auf Flughöhe. Während Flug LH440 in 10.000 Metern über den Atlantik fliegt, führen die Teams ihre Ideen im oberen Stockwerk des A380 vor.

Auf der CES in Las Vegas präsentieren die Hersteller die neuesten Trends in Sachen Automobil, Gesundheit sowie Unterhaltungselektronik.

Während die Stadt in der Wüste von Nevada vor allem für ihre Casinos bekannt ist, wird sie jedes Jahr im Januar zur internationalen Pilgerstätte der Technik-Begeisterten. Auf der CES in Las Vegas präsentieren die Hersteller die neuesten Trends in Sachen Automobil, Gesundheit sowie Unterhaltungselektronik. Zu den mehr als 3900 Ausstellern zählen namhafte Hersteller genauso wie aufstrebende Start-ups. In den Hallen des Convention Centers als auch in diversen Hotel-Suiten dreht sich an vier Tagen alles um technische Innovationen.

Tetris gegen Thrombose auf Flugreisen

Per WLAN-Videostream wird die Vorführung des Teams Feelflight im zweistöckigen Großraumflugzeug übertragen. Man sieht, wie die Cape-Trägerin ihre Zehen in unmodischen Slippern bewegt. Dabei ist sie nicht nervös, sondern spielt Tetris. Über Zehen- und Ballenbewegung steuert sie die Klötzchen auf ihrem Tablet. „Die Bewegung der Füße reduziert die Thrombose-Gefahr auf langen Flügen. In einer späteren Version sollen die Sensoren in Socken eingearbeitet werden“, sagt Natalie Peter. Sie ist Teil des fünfköpfigen Teams aus angehenden Designern, Architekten und Software-Entwicklern der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, der Kunsthochschule-Weißensee sowie der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin.

Die Flugbegleiterin spart sich einen Weg zum Fluggast.

Genauso vielfältig wie die Ausbildung ist der Einsatz von Technologien. Für den Prototypen nutzten die Teilnehmer Laserschneider, 3D-Drucker, Jacquard-Webetechnik sowie künstliche Intelligenz (KI). Höhepunkt der Vorführung ist ein Chatbot, der über klassische Messenger-Apps auf dem Smartphone funktioniert. Eine Anfrage zum Reiseziel leitet die KI an den Bordserver weiter, der daraufhin Antworten zu Las Vegas liefert. Der Wunsch nach einem Mineralwasser landet mit Sitzplatznummer auf einem Display, das in den Ärmel der Crew-Uniform eingenäht ist. „Die Flugbegleiterin spart sich so einen Weg zum Fluggast und kann den Wunsch direkt erfüllen“, erklärt Peter.

Prototyp eines Anti-Thrombose-Spiels
Adilette als Prototyp: Aus diesem eher schlichten Design wird später ein Anti-Thrombose-Spiel – dann mit angeschlossenen Kabeln. Foto: Lufthansa

Immer mit dem Flugbegleiter verbunden

Auch Team Lyra arbeitet an besserer Kommunikation zwischen Passagieren und Kabinencrew. Bei rund 500 Gästen in einem A380 kann Technologie enorm helfen. Ihre Web-App funktioniert auf jedem mobilen Endgerät ohne Installation oder Download. Es muss nur per WLAN mit dem Bord-Server verbunden sein. So bestellen Passagiere ein weiteres Getränk oder fragen nach ihrem Anschlussflug. Der nächste freie Flugbegleiter sieht die Anfrage in seiner smarten Brille, direkt in seinem Blickfeld.

Die Kommunikation funktioniert in beide Richtungen. Flugbegleiter können Informationen über Passagiere abfragen. Dabei helfen Location Beacons: Signalfelder, die auf dem Boden vor jedem Sitz angebracht sind, liefern die Daten. Die Informationen sieht der Flugbegleiter auf seiner Datenbrille. So weiß er oder sie, welche Sprache der Passagier vor ihm spricht, wie seine Speise-Präferenzen sind und ob er stets ein weiteres Kissen wünscht.

Techniker mit Datenbrille beim Probelauf des Fluges.
Voller Durchblick: Techniker mit Datenbrille beim Probelauf des Fluges. Foto: Lufthansa

Eine bessere Flugreise in der Economy

Das dritte Team präsentiert auf dem Flug einen smarten Flugzeugsitz. Dabei ist der Smart Chair noch im Stadium einer Konzeptstudie. Die Idee ist, dem Passagier – auch in der Economy-Class – mehr privaten Raum zu geben. Ein gebogener OLED-Bildschirm umschließt den gesamten Kopfbereich. Darauf gestaltet sich der Passagier sein individuelles Flugerlebnis – von beruhigenden Landschaftsaufnahmen über einen Spielfilm bis zu Fluginformationen.

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Skizze mit dem Konzept eines Flugzeugsitzes mit gebogenem Bildschirm
Zukunftskonzept: Ein gebogener Bildschirm könnte künftig den Kopf des Flugreisenden umschließen - und ihm so mehr Privatsphäre geben. Foto: Lufthansa

Das Team Smart Chair hat zudem eine futuristische Uniform für das Kabinenpersonal entworfen. Die Stoffe sind wärmeregulierend, atmungsaktiv, antibakteriell und antiallergisch. „Technologie und Mode sind fester Bestandteil der Lufthansa-DNA. Wir beschäftigen uns seit 60 Jahren mit funktionaler Kleidung. Durch den Wettbewerb erweitern wir unseren Ideenpool und gewinnen wertvolle Impulse von außen“, sagt Kai Duve, Chef der Lufthansa-Kabinencrews und Mitglied der Jury.

Die drei Teams zeigen ihre Ideen nochmals am Rande der CES in Las Vegas. Doch die Ideen für Flugreisen von morgen in dem A380 zu sehen, ist mit Sicherheit der passendere Ort. Außerdem beginnt das CES-Erlebnis so bereits auf der Hinreise.

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