Elektromobilität

Flüssiger Akku für Elektroautos ist in Sekunden voll

von
Carsten Fischer

Eine neue Speichertechnologie könnte die Ladezeitprobleme von Elektroautos lösen: Statt aufzuladen wird hier kurzerhand die Flüssigkeit getauscht.

Vier grüne LEDs zeigen an, dass ein Akku voll geladen ist. Mit einer neuen Technologie wollen Forscher aus Glasgow den Ladevorgang auf Sekunden verkürzen.
Den Ladevorgang auf Sekunden verkürzen: Wissenschaftler aus Glasgow haben einen Akku erfunden, der nicht geladen wird, sondern betankt. Foto: Shutterstock / Snova

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Forscher aus Schottland es geschafft haben, Akkus für E-Autos binnen Sekunden zu tanken
  • Warum E-Autos dabei nicht geladen, sondern getankt werden
  • Wieso auch Wasserstoffautos von der Technologie profitieren, nicht aber Smartphones

Die Ladezeiten von Elektroautos sind neben der geringeren Reichweite noch immer ein Problem für die breite Masse potenzieller Autokäufer – und ein Hindernis für die Zukunft der Elektromobilität.

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Ein Forscherteam der Universität Glasgow hat jetzt einen neuartigen Energiespeicher entwickelt, der die Ladezeit von vielen Minuten auf wenige Sekunden verkürzt – und der sich sowohl als reguläre Batterie als auch als Aufbewahrungsmöglichkeit für den Wasserstoff einer Brennstoffzelle nutzen lässt.

Das Elektroauto tanken statt aufladen

Die Hybrid-Elektro-Wasserstoff-Flow-Batterie beinhaltet eine konzentrierte Flüssigkeit, die Elektrizität oder Wasserstoff in Form von Nano-Molekülen speichert. Laut ihren Entwicklern ist die Energiedichte der Flüssigkeit bis zu zehn Mal größer als beim aktuellen Standard, dem Lithium-Ionen-Akku. Ist die darin enthaltene Energie verbraucht, ließe sich die Batterie an einer Tankstelle leer pumpen und die Flüssigkeit durch ein angereichertes Fluid ersetzen.

Auch für Brennstoffzellen geeignet

Je nach Anwendungsbereich kann die Energie direkt als Strom oder als Wasserstoff freigesetzt werden, der dann eine Brennstoffzelle antreibt. Das bedeutet, dass die Technologie auch für die Tanks von Wasserstoffautos nutzbar wäre. Hier dürfte die Speicherlösung zwar nicht mit einer höheren Energiedichte punkten, könnte aber möglicherweise sicherer sein als viele Systeme, die auf komprimiertes Gas setzen.

Noch ist die Sache allerdings nur ein Konzept: Die Chemie stimmt bereits –einen marktreifen Prototyp, der ein Elektroauto antreiben könnte, gibt es aber noch nicht. Sollte die Idee von Herstellern übernommen werden, dürfte es noch einige Jahre dauern, bis ein Netz aus entsprechend ausgerüsteten Elektrotankstellen entstünde. Diese könnten dann allerdings auch einen ähnlichen Durchsatz an Fahrzeugen versorgen, wie es derzeit nur bei klassischen Tankstellen mit Benzin oder Diesel möglich ist.

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Batterie für Elektroautos, nicht für Smartphones

Die in der Fachzeitschrift Nature Chemistry veröffentlichten Ergebnisse der Forscher lassen hoffen, dass die Technik zur Marktreife entwickelt werden kann. Die Komplexität einer funktionsfähigen Batterie dieser Bauweise inklusive Pumpensystem verhindert allerdings die Nutzung in kleineren Geräten wie Smartphones oder Laptops. Daher fokussieren sich die Entwickler in ihren Beispielen auf Elektroautos.

Wird die Sache massentauglich und kompakt genug, kann sie bisherige Energiespeicher zumindest in Anwendungsbereichen wie Elektroautos möglicherweise komplett ersetzen.

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