Elektromobilität

Fliegende Autos: Ein Hochleistungsstecker für Lufttaxis

von Sabrina Lieb

Das Auto hebt ab und überfliegt in der Luft den Stau: Lufttaxis könnten bald Realität werden. Ein Hersteller tüftelt bereits am passenden Ladestecker.

Eine weiße, autonome Passagierdrohne.
Das Lufttaxi fliegt künftig über Staus hinweg – dafür benötigt es aber spezielle Stecker zum Laden. Foto: Chesky/Shutterstock

Das erfahren Sie gleich:

  • Ob Luftttaxis wirklich die Zukunft der Mobilität sind
  • Wie ein Roboter das Tanken der fliegenden Autos übernehmen soll
  • Warum Uber bereits am ersten Stecker-Konzepten interessiert ist

Autonom fliegende Autos könnten schon bald in Deutschland abheben. Das erklärte erst kürzlich Digital-Staatsministerin Dorothee Bär.

Hierzulande diskutiert die Politik noch über Sicherheitsaspekte, Datenschutz und die vielversprechenden Marktperspektiven der fliegenden Elektromobilität. Währenddessen arbeiten bereits rund 50 Firmen weltweit mit Hochdruck an Lufttaxis.

Zwingende Notwendigkeit oder Zukunftstrend?

Wirft man einen Blick auf die steigende Zahl der Megacities mit mehr als zehn Millionen Einwohnern, scheint es fast unumgänglich, Fahrzeuge nicht mehr nur noch fahren zu lassen sondern auch den innerstädtischen Luftraum für die Mobilität von morgen zu nutzen. Für Städte wie Dubai oder Singapur ist die Entscheidung längst gesetzt.

Sie wollen in Zukunft einen Teil ihres Verkehrs in die Luft verlegen. In beiden Städten haben bereits Jungfernflüge mit ersten Flugtaxis stattgefunden. In Deutschland hingegen sollen schon bald in Ingolstadt erste Tests mit Flugtaxis stattfinden. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde jüngst vom Oberbürgermeister der Stadt Ingolstadt, dem Land Bayern und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnik unterschrieben.

Fliegende Autos – ein Roboter übernimmt das Tanken

Mit dem wachsenden Interesse an Lufttaxis ist kaum verwunderlich, dass es nun auch den ersten Entwurf für den passenden Ladestecker gibt. Der US-Ladenetzanbieter Chargepoint präsentierte erst kürzlich in Los Angeles ein Konzeptdesign für ein entsprechendes Hochleistungsladen mit zwei Megawatt.

Mit der Entwicklung soll es möglich sein, die Batterien von elektrischen Fluggeräten und Senkrechtstartern (auf englisch Vertical take-off and landing, kurz VTOL) möglichst schnell zu laden. Bis zu vier Schnittstellen für die Batterie-Management-Systeme und vier 500-Ampere-Stromkreise sind dafür nach Einschätzung des Herstellers nötig. Jeder Stromkreis soll eine Spannung von 200 bis 1000 Volt haben.

Eine Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung ergänzt den Stecker für Lufttaxis. Ein motorisiertes System hilft indes beim „Einsteckprozess“. Wie Chargepoint mitteilte, könne bei Bedarf auch ein Roboter das Tanken der Lufttaxis übernehmen.

Taxi-Dienst Uber plant Lufttaxis ab 2020

Sollte die Technik in den nächsten Jahre tatsächlich wie geplant auf den Markt kommen, gibt es schon einen ersten Abnehmer. Zum Einsatz kommen sollen die einheitlichen Stecker etwa beim Taxi-Dienst Uber, der seine ersten Lufttaxis 2020 abheben lassen möchte.

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Chargepoint kann sehr gute Ladesysteme für den Flugverkehr entwickeln, die künftig in Lufthäfen zum Einsatz kommen könnten.

Celina Mikolajczak, Chefingenieurin bei Uber

Dabei sollen die E-Flieger – eine Kombination aus Flugzeug und Helikopter – zunächst in Los Angeles, Dallas und Dubai Testflüge absolvieren. Nach drei Jahren soll der Regelbetrieb der fliegenden Taxis starten. Laut Uber werden die Flugtaxis in einer Höhe von 300 bis 600 Metern fliegen und vier Passagiere befördern. Dabei könnten die Lufttaxis auf ihrem Flug über die Stadt bis zu 320 Kilometer pro Stunde erreichen. Zum Glück plant Uber bereits gemeinsam mit der NASA die sinnvolle Aufteilung des zukünftigen Luftraums über Städten.

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