Technik

Schlangen- und Ferngesteuerte Roboter unterstützen die Feuerwehr

von Paul Bandelin

Feuerwehr-Roboter – wie der Thermite 3.0 – sollen künftig beim Feuerlöschen helfen – zum Schutz der Einsatzkräfte sollen sie künftig ferngesteuert agieren.

Ein roter Hydrant auf rotem Grund.
Hydranten sind Wasserquellen für die Feuerwehr – bald auch für ferngesteuerte Roboter? Foto: Shutterstock/dcwcreations

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie ein Feuerwehr-Roboter in Schlangenoptik Brände Löschen soll
  • Wie Kettenfahrzeuge – wie der Thermite 3.0 – bei der Bandbekämpfung zum Einsatz kommen
  • Wie ein ferngesteuerter Roboter die Feuerwehr unterstützen soll

Feuerwehrmänner riskieren viel bei ihrer täglichen Arbeit. Sie wissen nie, was sie erwartet und trotzdem stürmen sie oftmals unter Einsatz ihres Lebens in brennende Gebäude. Der Brandherd ist dabei häufig schwer zu erreichen: Mal liegt er im 20. Stockwerk, mal ist er für Menschen überhaupt nicht zugänglich – technische Neuerungen sollen der Feuerwehr deshalb unter die Arme greifen.

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Auf der International Conference on Robotics and Automation im Mai 2018 in Japan stellte die Hachinohe Gakuin Universität den Prototypen ihres Feuerwehr-Roboters vor, der noch keinen Namen hat. Das Äußere ist einer Schlange nachempfunden: Am Kopf sind vier Düsen angebracht, die einen Hochdruckwasserstrahl nach unten schießen. Der Schlauch ist ebenso mit Düsen versehen. Tritt das Wasser mit entsprechender Geschwindigkeit aus, erhebt sich die Schlange und „schwebt“ über dem Boden.

Feuerwehr-Roboter sieht aus wie Schlange

Der Prototyp kommt auf eine Länge von rund zwei Metern. Laut den Ingenieuren lassen sich aber beliebig viele Segmente zusammenschließen und so eine nicht weiter definierte Länge erreichen. Die Steuerung erfolgt aus der Distanz via Fernbedienung, wobei sich auch die Düsen und somit die Bewegung einzeln regulieren lassen. Das Projekt steckt bisher noch in der Beta-Phase, da die Steuerung der Schlange noch sehr schwerfällig ist und viel Zeit für weitere Tests in Anspruch nimmt.

Bis die japanische Lösch-Schlange tatsächlich marktreif ist, dauert es also noch eine Weile. Zum Glück gibt es jedoch schon andere Löschroboter und clevere Hilfsmittel, die die Feuerwehren weltweit unterstützen und sicher das eine oder andere Leben eines Feuerwehrmannes retten.

Thermite 3.0 – Kettenfahrzeug zur Brandbekämpfung

Eine weitere Entwicklung kommt aus den USA, genauer gesagt aus Maine. Howe and Howe Technologies hat den Thermite 3.0 und den RS2-T1 konstruiert. Die etwa einen Meter hohe Kettenfahrzeuge können direkt ins Feuer zum Brandherd fahren. Die Bedienung erfolgt auch hier aus sicherer Distanz per Fernsteuerung, die bis zu 1.000 Meter weit reicht. Mittig auf dem Aufbau befindet sich ein Videoübertragungssystem, das in Echtzeit Bilder an einen Computer liefert. So können sich die Feuerwehrmänner sich ein detailliertes Bild vom Ort des Geschehens machen.

Das 25 PS starke Kettenfahrzeug wird von einem Dieselmotor angetrieben. In der Front befindet sich eine größenverstellbare Düse, die mit zwei Schläuchen verbunden ist. Einziger Wermutstropfen ist, dass die Maschine bislang nur in Erdgeschossgebäuden nutzbar ist, da ein Transport in höher gelegene Stockwerke mit großem Aufwand verbunden ist.

WALK-MAN – Der ferngesteuerte Roboter

In Italien haben Ingenieure der Uni Genua den bereits bestehenden Roboter SAFFiR modifiziert, der von der US Navy erschaffen wurde, um Feuerwehrkräfte zu unterstützen. Die Weiterentwicklung stellten die Forscher im Februar 2018 vor. Über eine Fernbedienung lässt sich der humanoide Roboter steuern.

Er besteht aus einem Anzug aus Sensoren und ähnelt rein äußerlich einem Menschen – 1,85 Meter groß und 102 Kilogramm schwer. Damit ist er ein bisschen leichter als das Original aus den USA. In seinem Kopf befindet sich 3D-Laser-Scanner sowie ein Mikrofon. Die ebenso verbaute Kamera überträgt die aufgenommenen Bilder in Echtzeit an einen externen Computer.

Updates

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Mit einer Batterieladung kann der Roboter bis zu zwei Stunden operieren. In Tests konnte der WALK-MAN mit einem Arm bis zu zehn Kilogramm tragen, Türen öffnen, Ventile schließen und einen Feuerlöscher benutzen.

Ähnlich gute Ergebnisse bei autonomen humanoiden Robotern erzielte auch Boston Dynamics.

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